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11.01.2012

11:58 Uhr

Fusion mit Nyse in Gefahr

Ein Albtraum - nicht nur für die Deutsche Börse

VonOliver Stock

Eine Börsenfusion würde die Märkte sicherer machen. Leider merken das die Kartellbehörden offenbar nicht. Die Politik tut derzeit alles, um die Deutsche Börse zu schwächen - zum Leidwesen der Allgemeinheit.

Die Deutsche Börse (im Bild) möchte mit der New York Stock Exchange fusionieren. Doch das wird immer unwahrscheinlicher. dpa

Die Deutsche Börse (im Bild) möchte mit der New York Stock Exchange fusionieren. Doch das wird immer unwahrscheinlicher.

Stellen Sie sich vor, eine der zukunftsträchtigsten Entscheidungen für den deutschen, europäische und amerikanischen Finanzplatz droht zu scheitern und keiner guckt hin. Stellen Sie sich vor, das passiert im Jahr vier nach der Finanzkrise und mitten in einer Schuldenkrise, die durch diese Finanzkrise ausgelöst wurde. Und stellen Sie sich vor, dass diese Entscheidung dazu dient, Finanzkrisen künftig weniger wahrscheinlich zu machen. Und jetzt setzen Sie sich und halten sich fest: Ihre Vorstellung ist nämlich kein Albtraum, sondern bittere Wirklichkeit. Die Fusion von Deutscher Börse und Nyse droht am Veto aus Brüssel zu scheitern. Ja, sind denn diese Wettbewerbshüter von allen guten Geistern verlassen?

Sie sind drauf und dran, der Börse die Luft zum Durchatmen abzuklemmen, die sie dringend braucht. Und sie braucht sie  nicht, um ihre Aktionäre zu befriedigen und eine aufregende Story zu erzählen. Ein sicherer Dax-Wert ist die Deutsche Börse auch ohne Fusion. Sie braucht die Luft viel mehr, um weiter ein gewichtiger Partner für alle jene Banken zu sein, die die Neigung haben, den Handel von Finanzprodukten untereinander im Stillen auszumachen, anstatt ihn über eine dritte Partei, wie es die Börse ist, transparent abzuwickeln.

Genau an diesem Verhalten der Banken entzündete sich die Finanzkrise 2008. Die Gründung alternative Börsen wie Turquoise durch die großen Investmentbanken zeigt, dass deren Neigung, lieber alles unter sich abzumachen, ungebrochen ist. Wenn jetzt die Wettbewerbshüter die Börse schwächen, indem sie ihr den entscheidenden Wachstumsschritt verwehren, haben sie aus der Finanzkrise die falschen Schlüsse gezogen.

Dazu kommt die unselige Diskussion über eine Finanztransaktionssteuer. Sie trifft garantiert nicht die, die sie treffen soll: Nämlich die international agierenden Investoren, deren Geld so viel, aber so flüchtig ist. Diese Anleger weichen mit ihrem Kapital dahin aus, wo es sich am schnellsten vermehrt. Und das wird sicher nicht dort sein, wo es am höchsten besteuert wird. Dafür treffen die Pläne für eine neue Steuer jene hart, die vom Handelsgeschäft leben. Und das ist zum Beispiel die Deutsche Börse. Ein großer Teil ihres Handelsgeschäfts würde dorthin abwandern, wo keine Steuern oder eben nur niedrigere Steuern bezahlt werden müssen. Nach London beispielsweise, zur großen Konkurrentin LSE. Deswegen drängt das Fusionsprojekt. Nur ein ganz großer Börsenkonzern hat den Spielraum habe er, Preise mit seinen Kunden auszuhandeln, die trotz Steuern noch so sind, dass die Kunden nicht auf unregulierte Börsenplätze abwandern.

Für die Wettbewerbshüter in Brüssel heißt das: Auflagen zu machen, die das Monopol in Teilbereichen verhindern, ist in Ordnung. Die Fusion in Bausch und Bogen abzulehnen, bedeutet aber neue Unsicherheit in jenen Märkten zu verbreiten, deren Funktionieren unabdingbar ist, um die Krise zu bewältigen. Sie würden uns allen einen Bärendienst erweisen.

Kommentare (7)

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11.01.2012, 12:10 Uhr

Bei dem Artikel handelt es sich um US konforme Medienpropagande. Das Scheitern der Übernahme der Deutsche Börse AG durch die NYSE ist eine gute Nachricht. Eine weitere Stufe der Kolonialisierung der deutschen Wirtschaft durch die US Amerikaner mit ihren Vasallen von der Insel wäre somit zunächst abgewehrt. Grundsätzlich will man das Kontinentaleuropa keinen eigenen unabhängigen Zugang zum Finanzmarkt hat. Es sei denn der IWF Trojaner Lagarde kann noch sein zerstörerisches Werk verrichten. Herr Franconi kann ja jetzt Notenbank Chef bei der Schweizer Nationalbank (SNB) werden, nachdem Herr Hildebrand nach Währungsspekulationen mit dem Währungspaar USD/CHF zurücktreten musste. Die Leistungen des Herrn Francioni sind ja sowieso zweifelhaft. Nach seinem unfreiwilligen Abgang als Co-Vorstand beim Online-Broker Consors durfte er bei Holger Tim (Vorstand und Bestier der Berliner Effektengesellschaft) überwintern bis endlich der Job bei der Deutschen Börse frei wurde. Dort hat er im Gegensatz zum Seiffert aber auch nichts auf die Beine gestellt, als diesen versuchten Ausverkauf kontinentaleuropäischer Interessen.

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11.01.2012, 12:11 Uhr

Dieser Artikel ist US konforme Medienpropaganda. Das Scheitern der Übernahme der Deutsche Börse AG durch die NYSE ist eine gute Nachricht. Eine weitere Stufe der Kolonialisierung der deutschen Wirtschaft durch die US Amerikaner mit ihren Vasallen von der Insel wäre somit zunächst abgewehrt. Grundsätzlich will man das Kontinentaleuropa keinen eigenen unabhängigen Zugang zum Finanzmarkt hat. Es sei denn der IWF Trojaner Lagarde kann noch sein zerstörerisches Werk verrichten. Herr Franconi kann ja jetzt Notenbank Chef bei der SNB werden, nachdem Herr Hildebrand nach Währungsspekulationen mit dem Währungspaar USD/CHF zurücktreten musste. Die Leistungen des Herrn Francioni sind ja sowieso zweifelhaft. Nach seinem unfreiwilligen Abgang als Co-Vorstand beim Online-Broker Consors durfte er bei Holger Tim (Vorstand und Bestier der Berliner Effektengesellschaft) überwintern bis endlich der Job bei der Deutschen Börse frei wurde. Dort hat er im Gegensatz zum Seiffert aber auch nichts auf die Beine gestellt, als diesen versuchten Ausverkauf kontinentaleuropäischer Interessen.

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11.01.2012, 12:18 Uhr

@hvh100
danke für die Info.

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