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20.12.2012

08:23 Uhr

Fusionspläne

Nyse liebäugelt mit einem neuen Partner

Vor einem Jahr wären beinahe New Yorker Nyse und die Deutsche Börse ein Paar geworden. Doch die Fusion scheiterte. Jetzt ist offenbar ein Derivate-Spezialist im Gespräch für eine Fusion von Aktienmarktbetreibern.

Die Nyse ist auf der Suche nach einem Partner offenbar fündig geworden. AFP

Die Nyse ist auf der Suche nach einem Partner offenbar fündig geworden.

New YorkNach der geplatzten Fusion mit der Deutschen Börse droht der New Yorker Nyse Euronext nun offenbar die Übernahme durch die auf Derivatehandel spezialisierte IntercontinentalExchange (ICE). Beide Börsenbetreiber verhandelten miteinander, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. Das Geschäft könne bereits am Donnerstag bekanntgegeben werden. Vertreter beider Unternehmen wollten dazu keine Stellung nehmen. Das "Wall Street Journal" hatte als erstes über die Gespräche berichtet.

Zum Handelsschluss am Mittwoch hatte die Nyse einen Marktwert von 5,8 Milliarden Dollar. Unter Berücksichtigung des Aufpreise wäre die ICE damit bereit, rund acht Milliarden Dollar für die Nyse auf den Tisch zu legen. Bei Anlegern kam die Nachricht gut an: Im nachbörslichen Handel legten Nyse-Aktien zwölf Prozent zu, ICE-Papiere gewannen drei Prozent.

Für die im Jahr 2000 gegründete ICE wäre die Übernahme eine Möglichkeit, zur CME aufzuschließen. Dabei würde die Londoner Nyse-Tochter Liffe eine große Rolle spielen. Die Deutsche-Börse-Sparte Eurex und die Liffe kontrollieren rund 90 Prozent des Derivate-Geschäfts an europäischen Börsen.

Laut Fernsehsender CNBC ist die ICE bereit, die Nyse mit 33 Dollar je Aktie zu bewerten. Dies entspricht einem Aufschlag von 37 Prozent auf den Schlusspreis von Mittwoch. Demnach würde die ICE, die sich auf den Handel von Optionen und Futures spezialisiert hat, den Kauf zu einem Drittel aus Barmitteln und zu zwei Dritteln mit Aktien bezahlen.

Es ist bereits der zweite Versuch der ICE, die Nyse zu übernehmen. Vor fast zwei Jahren hatte die Börse zusammen mit der Nasdaq etwa elf Milliarden Dollar für die New Yorker geboten. Anfang des Jahres schlug die Fusion mit der Deutschen Börse fehl.

Von

rtr

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