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03.05.2012

12:05 Uhr

Fußball

EM lässt bei Adidas schon die Kasse klingeln

Schon vor der Fußball-Europameisterschaft klingelt bei Adidas die Kasse. Positiv dürften sich auch die Olympischen Sommerspiele im Sommer in London auswirken. Im Gesamtjahr rechnet der Konzern mit einem Rekordumsatz.

Der Schriftzug und das Logo des Sportartikelherstellers adidas sind auf Schuhmodellen zu sehen. dpa

Der Schriftzug und das Logo des Sportartikelherstellers adidas sind auf Schuhmodellen zu sehen.

München Der Fußball-Umsatz stieg im ersten Quartal um 23 Prozent, wie der Chef des Sportartikel-Herstellers, Herbert Hainer, am Donnerstag sagte. "Das hatten wir aber vorausgesehen." Im Gesamtjahr 2012 sei daher weiter mit einem Rekordumsatz von über 1,5 Milliarden Euro zu rechnen.

Adidas rüstet sechs der 16 EM-Teams aus und damit weniger als der Erzrivale Nike, wenn man dessen Tochter Umbro einrechnet. Adidas hat aber die beiden Top-Favoriten Spanien und Deutschland unter Vertrag. Deren Trikots könnten im Sommer - bei entsprechenden Ergebnissen - zum Verkaufsschlager werden. Zur letzten WM 2010 in Südafrika hatte die Marke mit den drei Streifen gut 1,5 Milliarden Euro umgesetzt, bei der EM 2008 in Österreich und der Schweiz waren es 1,3 Milliarden. Zu den jüngsten EM-Boykottaufrufen wollte sich der Dax-Konzern nicht konkret äußern. "Wir kommen für den Sport. Darauf wollen wir uns konzentrieren", sagte Hainer lediglich. Mehrere hochrangige Politiker wie EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso hatten zuletzt wegen der Inhaftierung der erkrankten Oppositionsführerin Julia Timoschenko Stadion-Besuche in der Ukraine abgelehnt.

Adidas-Chef Hainer betonte zudem, Reebok brauche keinen weiteren Umbau - die schwächelnde US-Tochter machte im Auftaktquartal sieben Prozent weniger Umsatz. Managementwechsel seien ebenfalls nicht geplant. Nur das Reebok-Geschäft in Indien steht vor einer Restrukturierung, nachdem dort zuletzt Unregelmäßigkeiten bekanntgeworden sind. Bis August will Adidas mehr Klarheit über die dortigen Ereignisse haben, die den Konzern mit bis zu 200 Millionen Euro belasten könnten.

Die Umbaumaßnahmen dürften dazu führen, dass ein Drittel der 1000 Franchise-Läden von Reebok in Indien geschlossen wird. Der Subkontinent gehört zwar nicht zu den drei größten Märkten für den Konzern in Asien. Japan, China und Korea sind deutlich wichtiger. Reebok ist in Indien aber traditionell stark und sogar Marktführer. Das ist die US-Tochter sonst nirgendwo auf der Welt. 2013 soll Reebok in Indien eine weiße Weste haben.

Hohe Wachstumsraten verzeichnete Adidas unterdessen weiter in China, wo die Erlöse von Januar bis März währungsbereinigt um 26 Prozent anzogen - in einem Markt, in dem kleinere Anbieter wie Puma zuletzt schwächelten. Auch im Gesamtjahr erwartet Hainer zweistellige Zuwachsraten. Positiv dürften sich auch die Olympischen Sommerspiele im Sommer in London auswirken. Im ersten Quartal erhöhte sich der Adidas-Umsatz in Großbritannien um 19 Prozent, das Geschäft mit Lauf-Artikeln legte um 16 Prozent zu.

Adidas hoch im Kurs

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rtr

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