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06.02.2005

17:29 Uhr

Fußball-WM macht Hoffnung

Sportartikelhändler üben sich in Optimismus

Der Wintereinbruch im Süden Deutschlands und der Trend zum sportlichen Wandern machen die deutschen Sportartikel-Händler für das laufende Jahr vorsichtig optimistisch.

HB MÜNCHEN. Der Einzelhandel tue sich nach wie vor schwer, und auch das allgemeine Weihnachtsgeschäft sei nicht so gelaufen wie erhofft, hieß es bei Deutschlands umsatzstärkstem Sportartikelgroßhändler Intersport am Sonntag. „Aber wir befinden uns in einer Branche, in der sich noch was bewegt“, äußerte sich Intersport-Vorstand Hartmut Fröhlich anlässlich der Sportartikelmesse Ispo Winter in München zuversichtlich. 2005 habe für die Einkaufsgenossenschaft gut begonnen, besonders der Februar werde sich nach den großen Schneefällen gut entwickeln. Mit Skisport macht Intersport 50 Prozent des Umsatzes. 2005 werde aber noch von der schwierigen „Einzelhandelsbuckelpiste“ geprägt sein, sagte Fröhlich.

Im abgelaufenen Jahr überschritt der Umsatz von Intersport erstmals die Milliardenschwelle. Die Übernahme der Handelskette Sport Voswinkel und ein Mitgliederzuwachs trieb den Umsatz der Heilbronner Einkaufsgenossenschaft im Geschäftsjahr 2003/04 (per Ende September) auf Basis der Einkaufspreise um 2,3 Prozent auf 1,01 Milliarden Euro. Das Ergebnis habe wie im Vorjahr bei drei Millionen Euro gelegen. Die 2002 übernommene Sport Voswinkel - die erste Beteiligung des Großhändlers an einem Einzelhändler - wurde erstmals in die Bilanz einbezogen. Zu Verkaufspreisen sei der Umsatz der 1600 Ladengeschäfte der 1300 Verbund-Mitglieder mit 2,2 Milliarden Euro stabil geblieben.

Besonders gut habe sich der Bereich Nordic Walking/Nordic Fitness - sportliches Wandern mit Stöcken - entwickelt, dessen Umsatz sich verzweieinhalbfacht habe. Zusammen mit Produkten rund ums Laufen mache der Bereich inzwischen rund zehn Prozent des Sportumsatzes in Deutschland aus. Auch das Fußballgeschäft habe sich wegen der Europameisterschaft 2004 in Portugal sehr erfreulich entwickelt.

Nordic Walking bleibt auch für den zweitgrößten deutschen Sport-Großhändler, Sport 2000, eine treibende Kraft. „Ein Ende des Trends ist nicht in Sicht“, hieß es. Die Fußball-EM habe eindrucksvoll gezeigt, was Deutschland zur Weltmeisterschaft 2006 erwarte.

Auch die Sport-2000-Händler verbuchten im vergangenen Jahr einen mit 2,1 Prozent auf insgesamt 693,2 Millionen Euro leicht gestiegenen Zentralregulierungsumsatz. Dank der Maßnahmen zur Steigerung der Margen gehe Sport 2000 gestärkt in das Jahr 2005. Angesichts der fehlenden Konjunkturimpulse müssten die einzelnen Händler weiter mit Preisaktionen auf sich aufmerksam machen.

Die Händler sehen die Kauflaune der Verbraucher skeptischer als die Sportartikelindustrie. „Alles deutet darauf hin, dass das laufende Jahr 2005 die Trendwende auf dem Konsumgütermarkt bringen kann und wird“, hatte der Bundesverband der Deutschen Sportartikel-Industrie vor der Messe aus einer Umfrage unter seinen Mitgliedern geschlossen. 90 Prozent von ihnen beurteilten ihre künftige Geschäftslage als gleich bleibend oder besser.

Die Sportmesse ispo Winter öffnete am Sonntag ihre Tore. Die Besucher können sich bis Mittwoch bei den fast 1800 Ausstellern aus 46 Ländern über Trends im Wintersport informieren. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt bei neuen Materialien für Aktivitäten im Freien (Outdoor) und bei speziellen Wintersport-Produkten für Frauen - etwa leichtere Skier.

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