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03.02.2005

08:58 Uhr

Fußballwetten-Skandal stärkt private Wettanbieter in Deutschland

Betandwin verdoppelt Jahresumsatz

Der börsennotierte österreichische Online-Sportwettenanbieter Betandwin.com hat nach vorläufigen Zahlen seinen Umsatz im Geschäftsjahr 2004 von 400 Mill. auf 856 Mill. Euro gesteigert. Das Nettoergebnis habe um 101 Prozent auf 50 Mill. Euro zugelegt, teilte das Unternehmen gestern mit. Vor allem das vierte Quartal verlief außergewöhnlich gut – der Wettumsatz stieg um 150 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

sfu DÜSSELDORF. Und auch in den ersten Wochen des laufenden Jahres entwickelten sich die Geschäfte positiv: „Durch den aktuellen Fußballwetten-Skandal um Schiedsrichter Robert Hoyzer steigt die Aufmerksamkeit für Sportwetten in der Öffentlichkeit“, begründete eine Betandwin-Sprecherin das Wachstum.

Robert Hoyzer, ehemaliger Schiedsrichter des Deutschen Fußballbundes (DFB), hatte vor kurzem gestanden, Spiele manipuliert zu haben, um an zuvor getätigten Wetteinsätzen zu verdienen. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft Berlin gegen 25 weitere Verdächtige.

Im Gegensatz zu Betandwin und anderen privaten Wettanbietern wie Sportwetten Gera verzeichnet der deutsche staatliche Dienstleister Oddset durch den Wettskandal Umsatzeinbußen in Millionenhöhe. Am vergangenen Wochenende sei der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr von zehn auf acht Mill. Euro gesunken, sagte Oddset-Marketingleiter Wolfgang Feldner im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

Problematisch sind vor allem anonyme Wetten, bei denen Tippgeber ihre Wettscheine ohne Angabe einer Kontoverbindung einreichen können. Bei Oddset werden in den Annahmestellen anonyme Wetten über 500 Euro pro Wettschein akzeptiert. Nur bei der Auszahlung von Großgewinnen werden in den meisten Bundesländern die Personalien der Gewinner festgestellt. In Berlin, dem Zentrum des Wettskandals, gilt diese Regelung allerdings erst seit Anfang Januar.

Wer bei Betandwin tippt, muss sich dagegen erst im Internet registrieren. Gewinne zahlt das Unternehmen nur auf die privaten Konten seiner Nutzer aus.

Trotz der jüngsten Skandale entwickelt sich der Markt für Sportwetten insgesamt stabil. Der deutsche Buchmacherverband schätzt das Marktpotenzial hier zu Lande auf rund drei Mrd. Euro, in England fließen sogar über vier Mrd. Euro in die Wettindustrie. Die österreichische Erste Bank bewertet Betandwin denn auch mit „Kaufen“.

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