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18.02.2015

18:54 Uhr

GDL gegen Deutsche Bahn

Lokführer kündigen neuen Streik an

Bahnreisenden drohen massive Störungen im Zugverkehr. Die Lokführergewerkschaft GDL hat neue Arbeitskämpfe angekündigt. Noch bleibt aber unklar, wann es zum nächsten Ausstand kommt.Weselsky nennt noch einen Ausweg.

Streiks bei der Deutschen Bahn

GDL: „Nicht alle Wünsche gehen in Erfüllung"

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FrankfurtKunden der Deutschen Bahn müssen wieder mit Streiks der Lokführer rechnen. Die Führungsgremien der Gewerkschaft GDL haben am Mittwoch in Frankfurt den mittlerweile siebten Arbeitskampf in der Auseinandersetzung mit der Deutschen Bahn AG beschlossen. Den genauen Zeitpunkt wie auch die geplante Dauer des Streiks ließ die Gewerkschaft offen. Man werde die Betroffenen rechtzeitig vorher informieren, sagte GDL-Chef Claus Weselsky.

Der GDL-Chef wollte keine genaue Ankündigungsfrist nennen und lehnte es auch ab, sich „von den Medien“ auf eine Mindestdauer des erneuten Streiks von 100 Stunden festlegen zu lassen. Das Landesarbeitsgericht Hessen habe diese Größenordnung als rechtmäßig bezeichnet. Das heiße allerdings nicht, dass die Lokführer auch tatsächlich genau so lang streiken müssten. Den Streikzeitpunkt bestimme nach der grundsätzlichen und einstimmigen Zustimmung der Gremien nun allein der geschäftsführende Vorstand der GDL.

Die Streiks der GDL

1. Warnstreik am 1. September

Drei Stunden im Personen- und Güterverkehr.

2. Warnstreik am 6. September

Drei Stunden im Personen- und Güterverkehr.

1. regulärer Streik am 7. und 8. Oktober

Neun Stunden im Personen- und Güterverkehr.

2. Streik am 15. und 16. Oktober

14 Stunden im Personen- und Güterverkehr.

3. Streik vom 17. bis 20. Oktober

50 Stunden im Personenverkehr und 61 Stunden im Güterverkehr.

4. Streik vom 6. bis 8. November

64 Stunden im Personenverkehr und 75 Stunden im Güterverkehr.

5. Streik vom 21. bis 24. April

66 Stunden im Güterverkehr, Dienstag (15 Uhr) bis Freitag (9 Uhr) und 44 Stunden im Personenverkehr, Mittwoch (2 Uhr) bis Donnerstag (21 Uhr).

6. Streik vom 4. bis 10. Mai

Bislang längster Streik in der Geschichte der Deutschen Bahn AG - 127 Stunden im Personenverkehr und 138 Streikstunden im Güterverkehr

7. Streik vom 19. bis 21. Mai

Die GDL streikt zunächst, ohne einen Endpunkt zu nennen – einigt sich aber am 21. Mai mit der Bahn auf eine Schlichtung.

Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber zeigte kein Verständnis für die neuerliche Streikankündigung. „Es gibt keinerlei Veranlassung, der Verhandlungsstand ist eigentlich so, dass wir zu Ergebnissen kommen könnten“, sagte Weber in Frankfurt. „Von daher halte ich diese angekündigten Streiks für unverhältnismäßig.“ Er habe aber wegen des fehlenden konkreten Termins die Hoffnung, den Arbeitskampf in Gesprächen mit der Gewerkschaft noch abwenden zu können. Die GDL solle das Gesprächsangebot der Bahn annehmen und den Verhandlungstisch erst wieder verlassen, wenn es ein Ergebnis gibt: „Ultimaten zu setzen bringt uns nicht weiter.“

Weselsky forderte die Bahn erneut auf, den von der Gewerkschaft in neun Punkten festgehaltenen Verhandlungsstand zu unterzeichnen und nicht weiter auf Zeit zu spielen. „Wenn die Bahn bereit ist, diese Grundlage miteinander zu vereinbaren, dann haben wir das, was wir brauchen.“ Die Bahn hatte noch am Morgen ein Spitzengespräch angeboten und die Unterschrift unter das Neun-Punkte-Papier abgelehnt, weil es statt des Sachstands einseitig Maximalforderungen der GDL enthalte.

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Der GDL-Dachverband Deutscher Beamtenbund kritisierte die neuerliche Streikandrohung. Dem „Tagesspiegel“ sagte DBB-Vize Klaus Dauderstädt: „Zwei aktuelle Positionspapiere liegen auf dem Tisch und müssen in Übereinstimmung gebracht werden. Deshalb ist jetzt nicht die Zeit für Eskalation, sondern für intensive Verhandlungen.“ Der DBB entscheidet über mögliche Streikbeihilfen an ihre Mitgliedsorganisation GDL.

Kommentare (6)

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Herr Franz Klarner

18.02.2015, 16:43 Uhr

Die GDL Streiks sind unverhältnismäßig. Aus welchem Grunde verhandeln 2 Gewerkschaften mit der Bahn über das gleiche Thema? Den Köpfen dieser Gewerkschaft sollte man die Dienstwagen entziehen und sie auf Tretroller umsteigen lassen.

Herr Niccolo Machiavelli

18.02.2015, 17:13 Uhr

Wir brauchen ein Margret Thatcher, und das Thema ist erledigt.

Herr Tim Thaler

18.02.2015, 17:19 Uhr

Nur weil ein paar Herren Ihren Willen wollen, müssen Tausende leiden. Der Staat regelt überall rein, aber gegen diese "Chaoten der Macht" wird nichts unternommen. Bedauerlich, daß Firmen in Deutschland so einfach erpressbar werden. Ich wünsche der Bahn Rückgrat und dem Staat keinen Gewinn aus der Firma. Schätze, dann ist Schäuble blitzschnell wach und es hagelt Gesetze.

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