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11.02.2015

20:28 Uhr

GDL lässt Verhandlungen platzen

Und schon wieder droht ein Streik

Die Tarifverhandlungen der GDL mit der Deutschen Bahn sind gescheitert. Die Lokführergewerkschaft hat die Tarifrunde platzen lassen. Nun stehen die Zeichen wieder auf Streik.

Die Tarifverhandlungen zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer sind vorerst gescheitert. dpa

Züge der Bahn

Die Tarifverhandlungen zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer sind vorerst gescheitert.

BerlinDen Fahrgästen der Deutschen Bahn drohen schon bald wieder Streiks. Die Tarifverhandlungen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) mit dem Konzern sind am Mittwochabend gescheitert. Die Spitzengremien der GDL wollen nun am 18. Februar über das weitere Vorgehen entscheiden.

Der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky sagte nach der Tarifrunde: „Die Wahrscheinlichkeit von Arbeitskämpfen ist mit dem heutigen Tag enorm angestiegen.“ Die Bahn kritisierte den Abbruch der Verhandlungen, der völlig überraschend verkündet worden sei.

Weselsky begründet den Abbruch damit, die Bahn habe in den Tarifgesprächen „eine Rolle rückwärts“ gemacht. Ein Tarifabschluss mit der GDL solle abhängig sein von einem Tarifwerk, das die Bahn mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) auszuhandeln wolle.

Kleine Gewerkschaften mit großer Macht

Vereinigung Cockpit (VC)

Der „Verband der Verkehrsflugzeugführer und Flugingenieure in Deutschland“ setzt sich für die Interessen von rund 9300 Cockpit-Besatzungsmitgliedern aus allen deutschen Airlines und von Verkehrshubschrauberführern ein.


Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF)

Zu den etwa 3900 Mitgliedern gehören Lotsen in den Towern, bei der militärischen Flugsicherung und bei den Vorfeldkontrollen.

Unabhängige Flugbegleiter Organisation (Ufo)

Nach eigenen Angaben ist sie die einzige deutsche Gewerkschaft, die sich ausschließlich für das fliegende Kabinenpersonal einsetzt. Die Ufo hat gut 10 000 Mitglieder.

Arbeitnehmergewerkschaft im Luftverkehr (AGiL)

Die erst Ende 2012 gegründete Gruppierung gilt als neuer Machtfaktor im Lufthansa-Konzern. Nach eigenen Angaben vertritt sie alle Beschäftigten von Fluggesellschaften, Airportbetreibergesellschaften und Dienstleistungsunternehmen mit Bezug zur Luftfahrtbranche.

Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL)

Sie hat rund 34.000 Mitglieder und ist Tarifpartner der Deutschen Bahn und mehrerer Privatbahnen. Nach eigenen Angaben organisiert sie mehr als 80 Prozent der Lokomotivführer und zahlreiche Zugbegleiter.

Marburger Bund (MB)

Die nach eigenen Angaben einzige tariffähige Ärztegewerkschaft in Deutschland kämpft unter anderem für bessere Arbeitsbedingungen ihrer rund 115 000 Mitglieder in Kliniken.

„Das werden wir nicht zulassen. Wir sind eine freie Tarifvertragspartei, die keine Abhängigkeit von anderen hat“, fügte Weselsky hinzu. Einen für den 26. Februar verabredeten Verhandlungstermin mit der Bahn sagte die GDL ab.

Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber sagte, noch kurz vor dem Abbruch habe die Bahn der GDL ein Papier vorgelegt, „in dem wir sehr weitgehend auf die Forderungen der GDL eingegangen sind“. Demnach sollte der bisherige Flächentarifvertrag für die Lokführer ergänzt werden um weitere Berufsgruppen. Damit habe man die Kernforderung der GDL erfüllt. Dennoch habe die Gewerkschaft das Scheitern verkündet. „Das ist eine verkehrte Welt“, sagte Weber. Es scheine so, dass die GDL „gar nicht bereit ist, sich zu verständigen“.

Beide Seiten befinden sich seit vergangenem Juli in einem außergewöhnlich komplizierten Tarifkonflikt. Die GDL und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hatten einen Tarifvertrag nicht erneuert, der bis Juni regelte, welche Gewerkschaft in Tarifverhandlungen welche Berufsgruppen bei der Bahn vertritt. Seitdem will die GDL für all ihre Mitglieder Tarifverträge aushandeln und nicht nur für die Lokführer wie bisher. Dies hat zum Konflikt auch mit der EVG geführt.

Von

dpa

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