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07.07.2012

10:55 Uhr

Gebührenerhöhung

Diskotheken drohen Gema mit Klage

Als ruinös kritisieren Betreiber von Diskotheken die geplante Gebührenerhöhung Tarifpläne der Verwertungsgesellschaft Gema. Manche Betreiber müssten das Fünffache zahlen, so der Branchenverband, der dagegen klagen will.

Der Bundesverband deutscher Discotheken und Tanzbetriebe (BDT) warnt vor dem Aus für Discos wegen der Gebührenpläne der Verwertungsgesellschaft Gema und droht mit Klage. dpa

Der Bundesverband deutscher Discotheken und Tanzbetriebe (BDT) warnt vor dem Aus für Discos wegen der Gebührenpläne der Verwertungsgesellschaft Gema und droht mit Klage.

Bitburg/MainzDer Bundesverband deutscher Discotheken und Tanzbetriebe (BDT) warnte vor einem Aus für Lokale wegen der Tarifpläne der Gema. „Das heißt für fast alle Betriebe mehr Kosten“, sagte BDT-Schatzmeister Hajo Römer der Nachrichtenagentur dpa. „Wir hoffen immer noch, dass wir mit der Gema verhandeln können, ansonsten muss geklagt werden“, fügte der Bitburger Disco-Unternehmer hinzu.

Für seinen Club „Castel“ in Bitburg gehe es um eine Gebührensteigerung um 500 Prozent – derzeit seien es 6000 Euro im Jahr. „Wenn das nicht reduziert wird, werden wir den Betrieb einstellen.“ Bei einem weiteren, kleineren Club machten die neuen Gebühren dagegen nicht so viel aus.

Die Gema plant ab 2013 neue Tarife, die ihrer Ansicht nach gerechter für Clubs und Diskotheken sind und die Gebühren vereinheitlichen würden. Die Gesellschaft argumentiert, dass viele kleine und mittelgroße Veranstalter mit der Neuregelung weniger zahlen würden, größere würden dagegen stärker belastet. Maßgeblich sind Größe und Eintrittspreis.

Rund 600 Clubs und Diskotheken in Deutschland hatten Anfang Juli für fünf Minuten die Musik abgedreht, um gegen diese Pläne zu protestieren. Dazu kommen Tausende Unterschriften der Gema-Gegner an den Bundestag.

Von

dpa

Kommentare (1)

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07.07.2012, 11:39 Uhr

Die Gema braucht mehr für ihre Klassiker.
Ein Generationswechsel in dieser Monopolbude täte sicher auch mal ganz gut.
Im übrigens sind es gerade die Diskotheken, die Künstler Charts nach oben bringen, die Radiosender sind nicht mehr ganz so maßgebend.
Die Gema vertritt im Augenblick ca. 64000 Künstler.
Das sind nicht alles Klassiker, aber nach deren Veröffentlich müßte theoretisch jeder Künstler um die 12000 € im Jahr ausgeschüttet bekommen. Die meisten bekommen aber nichts. Transparenz sieht anders aus. Die Gema wurde vom Gesetzgeber aufgefordert, ihre Verteilunsstruktur transparent(er) zu machen, ist bis heute diesem Auftrag nicht nachgekommen. Trotz hoher gesellschaftlicher und künstlerischer Relevanz.
Allein durch die "Gemavermutung" müßte diese Gesellschaft deutlich mehr Offenheit und demokratische Kontrolle gewährleisten.

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