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26.08.2015

17:58 Uhr

Gefahr für den Luftverkehr

Nummernschild für Drohnen?

Die Zahl der privaten Drohnen wird in den kommenden Jahren drastisch steigen. Die Deutsche Flugsicherung warnt vor schon jetzt vor Kollisionen mit Passagierjets - und fordert strikte Verkehrsregeln im Luftraum.

Drohnen für den privaten Gebrauch werden immer billiger. Schon bald könnten die Flugobjekte für Chaos im Luftraum sorgen, befürchten Experten. dpa

Drohne für Flugaufnahmen

Drohnen für den privaten Gebrauch werden immer billiger. Schon bald könnten die Flugobjekte für Chaos im Luftraum sorgen, befürchten Experten.

FrankfurtDie Deutsche Flugsicherung (DFS) will mit einem Kennzeichen für private Drohnen am Himmel für Ordnung sorgen. „Je mehr Drohnen wir haben, desto näher müssen die Regeln für den Betrieb sich an denen des bemannten Flugverkehrs orientieren“, sagte DFS-Chef Klaus-Dieter Scheurle. Er will deshalb eine Kennzeichnungspflicht für die im schlimmsten Fall auch für Linienflieger gefährlichen Drohnen. „Dann können wir jemanden, der so ein Gerät missbräuchlich benutzt, identifizieren und aus dem Verkehr ziehen.“

Flugzeuge etwa verfügten über einen Transponder, der ständig die Flugkennung sowie Daten über Richtung und Geschwindigkeit aussendet. Zudem sei vorstellbar, in der Landkarten-Software der Drohnen Verbotszonen zu verankern - die Gebiete könnten dann nicht mehr durchflogen werden.

Nötig werden die Schritte, da die Zahl der Drohnen sich nach Einschätzung von Scheurle in den nächsten fünf Jahren in Deutschland mindestens verzehnfachen wird. „Drohnen sind auf dem Vormarsch, man kann das nicht mehr stoppen.“ Die Gefahr für den Flugverkehr, den die DFS mit 1900 Lotsen überwacht, nimmt deshalb zu. Es habe bereits Vorfälle gegeben, bei denen Drohnen in der Nähe von Start- und Landebahnen gesichtet worden seien, sagte Scheurle.

Jüngster Fall war ein Lufthansa-Flugzeug, das kurz vor der Landung in Warschau beinahe mit einem solchen Fluggerät zusammengestoßen wäre. „Wenn eine Drohne in ein Triebwerk eines landenden Jets gerät, weiß keiner was passiert.“ Scheurle steht seit zweieinhalb Jahren an der Spitze des Unternehmens DFS, das komplett dem Bund gehört. Davor war Scheurle Staatssekretär im Verkehrsministerium, Investmentbanker, Chef der Telekom- und Post-Regulierungsbehörde und saß für die CSU im Bundestag.

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