Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.04.2006

13:37 Uhr

Geldtransport-Unternehmen

US-Finanzinvestor übernimmt Heros

Das skandalumwitterte Geldtransportunternehmen Heros hat einen Käufer gefunden: Ein US-Finanzinvestor will die insolvente Firma übernehmen. Dabei fallen allerdings hunderte Arbeitsplätze weg. Die Beschäftigten sind beileibe nicht die einzigen Leidtragenden der Heros-Betrugsgeschichte.

Heros dürfte einen neuen Besitzer gefunden haben. Foto: dpa

Heros dürfte einen neuen Besitzer gefunden haben. Foto: dpa

HB HANNOVER. Wie der Heros-Insolvenzverwalter am Mittwoch in Hannover mitteilte, gab der Gläubigerausschuss grünes Licht für einen Vertragsabschluss mit dem US-Finanzinvestor Matlin-Patterson Global Advisers. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Der Investor wolle Heros mit frischem Kapital ausstatten und den Betrieb flächendeckend fortführen.

Allerdings sollen 1 600 der derzeit 4 600 Arbeitsplätze wegfallen. Betroffene Heros-Mitarbeiter sollen aber von einer neu zu gründenden Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft übernommen werden. Damit wollen die neuen Investoren nach Darstellung des Insolvenzverwalters die Möglichkeit schaffen, bei dem erwarteten Wachstum „flexibel“ auf den künftigen Personalbedarf reagieren zu können.

Heros hatte Mitte Februar nach Bekanntwerden des Betrugsskandals Insolvenz angemeldet. Heros-Chef Karl-Heinz Weis und drei Mitarbeiter sitzen in Untersuchungshaft, weil sie 350 Mill. Euro an Kundengeldern unterschlagen haben sollen. Im Rahmen des Heros-Betrugs sollen bis zu 1 000 Firmen geschädigt worden sein. Allerdings gehen die Ermittler davon aus, dass die Heros-Führung einen Teil des Geldes nutzte, um den laufenden Betrieb aufrecht zu erhalten. Wie bei einem Schneeball-System sollen über Jahre hinweg Löcher in der Bilanz gestopft worden sein.

Die Kunden bleiben wohl auf dem Großteil ihrer Schäden sitzen. Die Mannheimer Versicherung, über die die Heros-Transporte zum größten Teil abgesichert waren, muss nach eigener Auffassung nicht für die Folgen der Pleite einstehen. Die Versicherungspolice beziehe sich auf den Transport selbst und nicht auf die Veruntreuung von Giralgeld, hatte das Unternehmen am Freitag mitgeteilt. Die in Haft sitzenden Heros-Mitarbeiter sollen die Gelder erst nach der Ablieferung auf dunkle Konten umgelenkt haben. Die geschädigte Drogeriemarkt-Kette Schlecker hat bereits eine Klage gegen die Mannheimer angekündigt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×