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06.01.2014

07:11 Uhr

General Mills

Frühstücksflocke contra Genfood-Branche

VonAxel Postinett

Ein amerikanischer Frühstücksklassiker ist ab sofort frei von genmodifizierten Zutaten. Das könnte in den USA einer Bewegung Aufschwung geben, die für eine Auszeichnung von Genfood kämpft. Doch der Widerstand ist groß.

Amerikanischer Frühstücksklassiker: Cheerios-Haferringe. Foto: Michael Himbeault (CC BY 2.0)

Amerikanischer Frühstücksklassiker: Cheerios-Haferringe.

Foto: Michael Himbeault (CC BY 2.0)

San FranciscoFuttern ohne schlechtes Gewissen: Der amerikanische Frühstücks-Klassiker Cheerios ist ab sofort offiziell frei von gen-manipulierten Nahrungsmitteln. Das teilte der Hersteller der kleinen Hafer-Ringe, General Mills, zu Jahresbeginn auf seiner Webseite mit. Es ist ein Etappensieg für die Befürworter einer Kennzeichnungspflicht für Genprodukte. Denn General Mills ist nicht irgendein lokaler Müsli-Hersteller.

Mit rund 18 Milliarden Dollar Umsatz gehört das Unternehmen aus Minnesota zu den größten Nahrungsmittel-Konzernen der Welt. Cheerios sind für sich genommen schon ein Milliardengeschäft – und General Mills hatte bis jetzt vor allem als glühender Verfechter von Genprodukten von sich Reden gemacht.

Die größten Konsumgüterhersteller der Welt

Platz 10

Tyson Foods

Umsatz 2012: 33,3 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus vier Prozent

Operative Marge (2012): vier Prozent

Quelle: OC&C

Platz 9

Archer Daniels Midland

Umsatz 2012: 34,7 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus sechs Prozent

Operative Marge (2012): zwei Prozent

Platz 8

Mondelez (ehemaliges Auslandsgeschäft von Kraft Foods)

Umsatz 2012: 35 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: minus zwei Prozent

Operative Marge (2012): 15 Prozent

Platz 7

JBS

Umsatz 2012: 37,3 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus 24 Prozent

Operative Marge (2012): vier Prozent

Platz 6

AnheuserBusch Inbev

Umsatz 2012: 39,8 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus zwei Prozent

Operative Marge (2012): 34 Prozent

Platz 5

Coca-Cola

Umsatz 2012: 47,9 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus drei Prozent

Operative Marge (2012): 24 Prozent

Platz 4

PepsiCo

Umsatz 2012: 65,5 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: minus zwei Prozent

Operative Marge (2012): 14 Prozent

Platz 3

Unilever

Umsatz 2012: 66 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus zehn Prozent

Operative Marge (2012): 14 Prozent

Platz 2

Procter & Gamble

Umsatz 2012: 83,7 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus drei Prozent

Operative Marge (2012): 18 Prozent

Platz 1

Nestlé

Umsatz 2012: 98,4 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus zehn Prozent

Operative Marge (2012): 16 Prozent

Neben den US-Töchtern von Bayer und BASF zog General Mills kürzlich gegen die „Proposition 37“ in Kalifornien zu Felde. Der Vorschlag sah vor, genmanipulierte Lebensmittel in dem Bundesstaat zu kennzeichnen. Der Vorschlag scheiterte im November – und jetzt setzt General Mills doch auf Genfreiheit?

In einem wachsweichen Blog-Eintrag auf der Firmenseite erklärt General Mills-Manager Tom Forsythe den Spagat, den sein Unternehmen gerade versucht. „Haben wir Cheerios geändert?“, fragt er rhetorisch und antwortet sich selbst: „Nein. Eigentlich nicht.“ Außerdem betont er ausdrücklich, es habe keinerlei Druck von irgendwelcher Seite, zum Beispiel Verbrauchern, gegeben. Und generell habe sich auch die Haltung zu genmanipulierten Nahrungsmitteln nicht geändert: General Mills ist ein glühender Befürworter. Forsythe erklärt die neue Frühstücksflocken-Politik so: „Wir glauben, dass es die Kunden begrüßen werden.“

Kommentare (8)

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RumpelstilzchenA

06.01.2014, 09:07 Uhr

Wichtig ist nur, dass die Amis ihren Scheiß für sich behalten!!!

GodoC

06.01.2014, 09:41 Uhr

Solange die Amis ihren Scheiß selbst fressen ist es mir egal.
Mittels TIPP und mit Hilfe der EU wollen sie uns das Zeug aber auch andrehen.

Joerg_Duerre

06.01.2014, 09:51 Uhr

Warum gilt das Prinzip der Störerhaftung nicht bei Genverschmutzung?
Gleichgültig ob man Befürworter oder Gegner von Gentechnik ist, eine Verursacherhaftung muß Grundprinzip der Marktwirtschaft bleiben. Wenn die Gentechnikfirmen die Ausbreitung der Fremdgene nicht kontrollieren können, dann müssen sie meiner Meinung nach Ersatz Saatgut liefern und / oder Schadensersatz zahlen.

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