Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.09.2012

18:58 Uhr

Geplatzte Übernahme

Vorstand von Rhön-Klinikum tritt zurück

Die Spitze von Rhön-Klinik ist nach der geplatzten Übernahme durch den Gesundheitskonzern Fresenius zurückgetreten. Auch der Finanzchef verlässt das Unternehmen. Fresenius hatte nicht genügend Rhön-Aktien eingesammelt.

Die Übernahme von Rhön-Klinikum durch Fresenius ist geplatzt. dpa

Die Übernahme von Rhön-Klinikum durch Fresenius ist geplatzt.

FrankfurtPaukenschlag bei Rhön-Klinikum : Der Krankenhausbetreiber setzt Vorstandschef Wolfgang Pföhler und Finanzchef Erik Hamann vor die Tür. Beide Manager, deren Verhältnis zu Rhön-Gründer Eugen Münch seit langem als angespannt galt, verließen den Konzern auf eigenen Wunsch, teilte die fränkische Klinikkette am Donnerstag mit. Als Favorit auf den Chefposten bei Rhön gilt Unternehmenskreisen zufolge Martin Siebert. Der langjährige Manager des Rivalen Asklepios fängt Anfang Oktober bei Rhön an und hat bisher kein Vorstandsressort zugewiesen bekommen. Der Konzern erklärte dazu lediglich, er wolle bis zu Pföhlers Abschied am Jahresende einen neuen Chef präsentieren.

Die Aufgabe von Finanzchef Erik Hamann, der Rhön bereits Ende September verlässt, "um sich einer neuen beruflichen Herausforderung zuzuwenden", übernimmt für maximal ein Jahr Aufsichtsrat Jens-Peter Neumann. Der ehemalige Investmentbanker war vor drei Jahren in die Schlagzeilen geraten, als er von der Commerzbank erfolgreich einen Bonus von drei Millionen Euro für das Krisenjahr 2008 und eine Abfindung von 1,5 Millionen Euro einklagte. Von der "Bild"-Zeitung bekam er deshalb den Beinamen "Gier-Banker" verpasst.

Neumann gilt genauso wie Siebert als Vertrauter von Firmen-Gründer und Aufsichtsratschef Münch. Der 67-Jährige, der mit seiner Familie 12,5 Prozent an Rhön hält, hatte im Frühjahr auf eigene Faust die Übernahme des Unternehmens durch den Gesundheitskonzern Fresenius eingefädelt. Am Ende scheiterte der Kauf jedoch, weil Fresenius mit seinem Übernahmeangebot nicht genügend Rhön-Aktien einsammelte.

Keine Rhön-Offerte: Fresenius verzichtet auf zweites Angebot

Keine Rhön-Offerte

Fresenius verzichtet auf zweites Angebot

Fresenius wird vorerst kein neues Angebot vorlegen. Der Streit um Einfluss geht weiter.

Auch im Anschluss gab es Spannungen zwischen Vorstand und Aufsichtsrat. "Mit der heutigen Entscheidungen hat Eugen Münch den Vorstand personell wieder etwas enger an sich gebunden", sagt ein Kenner des Unternehmens. Münch träumt von der Bildung eines Konzerns mit einem flächendeckenden Kliniknetz, der in Deutschland eine private Zusatzversicherung anbieten kann. Eine Arbeitsgruppe von Vorstand und Aufsichtsrat sollen dazu ein Konzept entwickeln, erklärte der Konzern.

Branchenkreisen zufolge kauft der Konkurrent Sana derzeit Rhön-Aktien auf und will damit einen möglichen Zusammenschluss der beiden Unternehmen vorbereiten. Bisher seien die Gespräche jedoch noch in einem sehr frühen Stadium. Welche Auswirkungen der Abgang von Finanzchef Hamann, der als eine treibende Kraft hinter den Bemühungen galt, auf den Prozess hat, blieb zunächst unklar. Da auch Fresenius, Asklepios und der Medizintechnikkonzern B. Braun mit über fünf Prozent an Rhön-Klinikum beteiligt sind, dürften alle denkbaren Zusammenschlüsse allerdings sehr kompliziert umzusetzen sein.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×