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31.01.2005

12:50 Uhr

Gericht untersagt Werbung mit Konkurrenz-Preisvergleich

"Ryanair immer für Überraschung gut"

Europas führender Billigfluganbieter Ryanair hat im dritten Quartal zwar einen Gewinneinbruch verbucht, die Gewinnprognose für das gesamte Geschäftsjahr 2004/05 wurde aber um fast ein Viertel angehoben. In der Werbeschlacht um Kunden hat der Billigflieger dagegen eine Schlappe erlitten.

HB DUBLIN. „Wir waren im dritten Quartal sehr stark und werden unsere Prognose für das Gesamtjahr auf 246 Mill. € anheben“, sagte Finanzvorstand Howard Millar am Montag. Bisher hatte Ryanair für das am 31. März endende Geschäftsjahr einen Nettogewinn von 200 Mill. € vorausgesagt. Im dritten Quartal (bis Ende Dezember) fiel der Nettogewinn geringer als von den Analysten erwartet, was Ryanair unter anderem mit dem Kapazitätsabbau der Wettbewerber begründete.

Der irische Konzern verzeichnete im dritten Quartal einen Rückgang des Nettogewinns um 15,8 % auf 34,5 (Vorjahr: 40,96) Mill. €. Analysten hatten einer Umfrage zufolge im Schnitt aber 20,7 Mill. € Gewinn und damit einen Rückgang um 49 % erwartet. „Das Unternehmen hat schon eine Tradition, die Analystenerwartungen zu übertreffen“, sagte Shane Matthews von NCB Stockbrockers in Dublin. „Das heißt, dass Ryanair immer für eine Überraschung gut ist. Aber ich denke, die meisten Leute werden das als besonders erfreulich ansehen.“ Joe Gill, Analyst bei Goodbody Stockbrokers stimmte zu: „Eine operative Marge von 16,5 % in einem Winterquartal mit hohen Ölpreisen und inmitten eines harten Wettbewerbs ist ermutigend“, schrieb er in einem Kommentar.

Mit Ryanair flogen im dritten Quartal insgesamt 6,9 Mill. Passagiere, 13 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stieg um 15 % auf 294,4 Mill. €. Insgesamt bliebt der durchschnittliche Umsatz pro Passagier stabil. Bislang hatte die Fluglinie einen Rückgang dieser in der Branche wichtigen Kenngröße im zweiten Halbjahr um fünf bis zehn Prozent prognostiziert. Für das vierte Quartal sagt Ryanair nun einen Anstieg von fünf Prozent voraus.

Viele Wettbewerber hätten dem harten Wettbewerb Tribut zollen und Kapazitäten abbauen müssen, erläuterte Vorstandschef Michael O'Leary den Erfolg. „Die Gründe sind der Kapazitätsabbau bei Wettbewerbern und die anhaltenden Preisaufschläge für Kerosin bei unseren teuren Konkurrenten. Das macht die niedrigen Preise von Ryanair noch attraktiver.“ Zu Ryanairs Konkurrenten auf dem Billigflugmarkt zählen vor allem die britische Fluglinie easyJet und in Deutschland Germanwings sowie Hapag Lloyd Express. In Italien, wo der Wettbewerber Volare seine Fluglizenz wegen finanzieller Probleme abgeben musste, will Ryanair weitere Inlandsflüge ins Programm nehmen.

Vor allem der hohe Ölpreis, der auch Kerosin verteuert, hat den Fluggesellschaften im vergangenen Jahr zu schaffen gemacht. Nach der Stabilisierung des Ölpreises in der letzten Zeit hat Ryanair wieder angefangen, sich gegen steigende Ölpreise zu wappnen. Millar sagte, der Konzern sei bis Ende März zu einem Durchschnittspreis von 41 Dollar je Barrel Öl abgesichert.

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