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22.12.2015

21:22 Uhr

Gerichtsurteil

Markenhersteller können Verkauf bei Amazon verbieten

Markenhersteller können laut einem Urteil den Verkauf ihrer Produkte über Amazon verweigern. Damit soll eine qualitativ hochwertige Beratung sichergestellt werden. Die Richter verwarfen die Entscheidung der Vorinstanz.

Nicht alle Markenhersteller freuen sich über den Versand ihrer Produkte über Amazon - ein Gericht gibt ihnen nun stärkere Rechte. dpa

Amazon

Nicht alle Markenhersteller freuen sich über den Versand ihrer Produkte über Amazon - ein Gericht gibt ihnen nun stärkere Rechte.

DüsseldorfHersteller von Markenartikeln dürfen nach einem Urteil des Oberlandesgericht Frankfurt Händlern den Verkauf ihrer Produkte über den Online-Händler Amazon verbieten. Ein Hersteller habe ein berechtigtes Interesse, eine qualitativ hochwertige Beratung sicherzustellen und dürfe daher den Vertrieb bei Amazon untersagen, erklärte das Gericht in dem am Dienstag veröffentlichten Urteil. Damit setzte sich der Rucksackhersteller Deuter durch. Das Urteil des Frankfurter Gerichtes ist allerdings bisher nicht rechtskräftig.

Die Richter verwarfen damit ein Urteil der Vorinstanz und stellten sich gegen das Bundeskartellamt, dem Online-Vertriebsverbote ein Dorn im Auge sind. Hersteller dürften Händlern jedoch nicht verbieten, Produkte in Preisvergleichsportalen zu bewerben, bestätigte das Gericht die Entscheidung der Vorinstanz.

Welche Produkte die Deutschen im Internet suchen

Do-it-yourself-Produkte

Do-it-yourself-Produkte

(Bauern, Garten, Heimwerken, Basteln)

über Google: 47 Prozent

über Amazon: 31 Prozent

über Ebay: 25 Prozent

(Alle Daten hat das Marktforschungsunternehmen Konzept & Markt in seiner Studie zum Online-Shopping erhoben.)

Elektro-Geräte

Elektro-Geräte (Haushalt, Büro, Unterhaltung)

über Google: 46 Prozent

über Amazon: 46 Prozent

über Ebay: 22 Prozent

Kfz-Teile & Zubehör

Kfz-Teile & Zubehör

über Google: 43 Prozent

über Amazon: 20 Prozent

über Ebay: 32 Prozent

Lebensmittel

Lebensmittel (und andere Dinge des täglichen Bedarfs)

über Google: 37 Prozent

über Amazon: 26 Prozent

über Ebay: 10 Prozent

Medien

Medien (Bücher, CDs, DVDs, Spiele etc.)

über Google: 32 Prozent

über Amazon: 57 Prozent

über Ebay: 18 Prozent

Medikamente & Arzneimittel

Medikamente & Arzneimittel

über Google: 33 Prozent

über Amazon: 6 Prozent

über Ebay: 4 Prozent

Mode, Schuhe, Accessoires

Mode, Schuhe, Accessoires

über Google: 28 Prozent

über Amazon: 22 Prozent

über Ebay: 16 Prozent

Reisen, Hotels, Flüge

Reisen, Hotels, Flüge

über Google: 39 Prozent

über Amazon: 3 Prozent

über Ebay: 3 Prozent

Sport- & Outdoorartikel

Sport- & Outdoorartikel

über Google: 35 Prozent

über Amazon: 26 Prozent

über Ebay: 16 Prozent

Tiernahrung & Zubehör

Tiernahrung & Zubehör

über Google: 26 Prozent

über Amazon: 10 Prozent

über Ebay: 7 Prozent

Wein & Spirituosen

Wein & Spirituosen

über Google: 21 Prozent

über Amazon: 8 Prozent

über Ebay: 6 Prozent

Dem Bundeskartellamt stemmt sich gegen Versuche von Herstellern, den Verkauf im boomenden Online-Handel einzuschränken. So hatte sich Adidas 2014 dem Druck der Wettbewerbshüter gebeugt und Verkaufsbeschränkungen im boomenden Online-Handel gestrichen.

Der Preiskampf, der auf den offenen Online-Marktplätzen am heftigsten tobt, ist vielen Ladenbesitzern ein Dorn im Auge. Sie beklagen, dass sich Kunden bei ihnen beraten lassen und die Ware dann beim Billiganbieter im Netz bestellen. Der deutsche Einzelhandelsverband HDE verwies allerdings auf Studien, wonach sich noch mehr Kunden umgekehrt zuerst im Internet informierten und dann im Ladengeschäft kauften.

Von

rtr

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