Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.05.2014

15:40 Uhr

Gerichtsurteil

Sprossenhersteller hat keinen Anspruch auf Schadensersatz

Sie wollten Schadensersatz vom Bundesamt für Verbraucherschutz: Damit ist der Sprossenhersteller Deiters & Florin nun gescheitert. Das Gericht sah es als legitim an, dass das Amt grundsätzlich vor Sprossen gewarnt hatte.

Sprossen waren der Auslöser für die Ehec-Epidemie 2011 gewesen. Das Verbraucherschutzamt hatte die Hersteller als Verursacher unter Verdacht. Nach heftigen Umsatzeinbrüchen klagte nun ein Produzent auf Schadensersatz – ohne Erfolg. dpa

Sprossen waren der Auslöser für die Ehec-Epidemie 2011 gewesen. Das Verbraucherschutzamt hatte die Hersteller als Verursacher unter Verdacht. Nach heftigen Umsatzeinbrüchen klagte nun ein Produzent auf Schadensersatz – ohne Erfolg.

BraunschweigEin Sprossenhersteller hat nach der Ehec-Epidemie 2011 keinen Anspruch auf Schadenersatz. Das Landgericht Braunschweig hat am Dienstag die Klage des Unternehmens Deiters & Florin aus Hamburg-Bergedorf abgewiesen. Der Hersteller forderte Schadenersatz von einer Million Euro vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

Der Betrieb machte einen eklatanten Umsatzeinbruch geltend und kritisierte, dass die in Braunschweig ansässige Behörde die Hersteller unter Generalverdacht gestellt habe. Die Ehec-Epidemie hatte zur Folge, dass 53 Menschen an dem Darmkeim starben und mehr als 4000 Menschen daran erkrankten.

Im Tenor der 35-seitigen Urteilsbegründung heißt es, dass im vorliegenden Einzelfall die Verbraucherbelange höher bewertet werden müssten. Somit sei die vom Bundesamt herausgegebene Verbraucherwarnung berechtigt gewesen.

„Wir sind von dieser Entscheidung sehr enttäuscht“, sagte Unternehmensmitinhaber Norbert Deiters der Nachrichtenagentur dpa. Das Unternehmen leide noch heute an den Folgen der vom Bundesamt ausgesprochenen Verbraucherwarnung. Bis heute sei die Ursache für die Epidemie nicht hinreichend geklärt worden, sagte Deiters. Der Umsatz sei zunächst auf Null zurück gegangen. Nach Eingang der schriftlichen Urteilsbegründung werde man prüfen, ob Berufung eingelegt werde. Allerdings könnte das Kostenrisiko für das noch immer angeschlagene Unternehmen zu hoch sein.

Eine Stellungnahme vom Bundesamt war auf Anfrage nicht zu bekommen. Das Urteil des Landgerichts werde nicht kommentiert, hieß es.

Die Epidemie war der schwerste Ausbruch einer Infektionskrankheit in Deutschland seit Jahrzehnten. Als Quelle für die Infektionen gelten aus Ägypten importierte Bockshornklee-Samen, aus denen Sprossen gezüchtet wurden.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×