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16.01.2014

16:34 Uhr

Gerichtsurteil

Steiff verliert Streit um „Knopf im Ohr”

Details sollten letztendlich über einen Markenstreit entscheiden: Steiff bekommt nicht das alleinige Recht, Knöpfe mitten ins Ohr von Plüschtieren zu stanzen. Nach Ansicht der Richter fehlt die Unterscheidungskraft.

International begehrt

Der Siegeszug der Steiff-Bären

International begehrt: Der Siegeszug der Steiff-Bären

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Luxemburg/GiengenGenerationen von Kindern sind mit Teddy-Bären von Steiff groß geworden. Deren Markenzeichen ist seit mehr als hundert Jahren der „Knopf im Ohr“ - der immer wieder Anlass für juristischen Streit gibt. Steiff klemmt seit dem 1. November 1904 seinen Plüschtieren einen Metallknopf ins Ohr und hat sich den Begriff gleich im ersten Jahr als Wortmarke beim Deutschen Patent- und Markenamt schützen lassen. Denn Konkurrenten haben schon immer versucht, das Markenzeichen nachzuahmen.

Margarete Steiffs Neffe Franz kam auf die Idee, sich mit dem Metallknopf von der Konkurrenz abzugrenzen. Erst war der Knopf mit einem Elefanten versehen, der später dem Schriftzug „Steiff“ wich. Bis heute tragen alle Tiere diesen Knopf. Hat ein Plüschtier keine Ohren, kommt der Knopf einfach an eine andere Stelle - bei einem Fisch etwa an die Flosse. Aus der Steiff-Werbung ist der „Knopf im Ohr“ nicht mehr wegzudenken. Auch Sammler achten auf dieses Kennzeichen. Die Bären sind gutes Geld wert: Eine Sammlung historischer Teddys kam 2010 im Londoner Auktionshaus Christie`s für 1,23 Millionen Euro unter den Hammer.

Auch wenn der „Knopf im Ohr“ als Marke geschützt ist - sein Platz mitten im linken Ohr ist es nicht. Darüber hat das EU-Gericht in Luxemburg nun geurteilt. Die Richter bestätigten eine Entscheidung des Europäischen Markenamtes, das Steiff den Markenschutz verweigert hatte. „Etiketten, Verzierungen, Schlaufen, Schleifen, Ringe oder Stickereien an einem oder beiden Ohren“ seien typisch für Stofftiere insgesamt. Somit erkenne das „allgemeine Publikum“ nicht am „Knopf im Ohr“, dass ein Teddy von Steiff stamme, argumentierte das Gericht.

Um den Richtern ihre Arbeit zu erleichtern, hatte die Klägerin, die Margarete Steiff GmbH, zur Veranschaulichung zwei Zeichnungen eingereicht. Sie zeigen den Kopf eines Teddys mit dem Knopf beziehungsweise dem Stofffähnchen im linken Ohr. Dieser Tierkopf sei „lediglich beispielhaft“, heißt es in der Anmeldung. Es gehe um alle möglichen Plüschtiere, nämlich um „hart und weich gestopfte Stofftierfiguren aus Filz, Pelz, Alpakawolle, Mohair oder Polyester, die über Ohren verfügen“.

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