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02.05.2011

15:23 Uhr

Geringes Umsatzwachstum

Deutsche Sparwut trifft Optiker-Branche

Die Geiz-ist-geil-Mentalität macht auch vor dem Brillen-Gewerbe nicht halt: Verbraucher werden beim Optiker immer sparsamer. Der Zentralverband der Augenoptiker vermeldet trotzdem eine leichte Umsatzsteigerung.

Der kommende Trend in der Brillenbranche sind fast runde Rahmen im Retro-Stil, die sich an Vorbildern aus den 1920er Jahren orientieren. Quelle: dapd

Der kommende Trend in der Brillenbranche sind fast runde Rahmen im Retro-Stil, die sich an Vorbildern aus den 1920er Jahren orientieren.

Düsseldorf

Wenn es ums Sparen geht, schauen Brillenträger scharf hin: Beim Kauf der Sehhilfen haben sich die Deutschen im vergangenen Jahr zurückgehalten. Die Anzahl der in Fachgeschäften verkauften Brillen ging um 1,7 Prozent auf elf Millionen zurück. Das teilte der Zentralverband der Augenoptiker (ZVA) am Montag in Düsseldorf mit. Auch bei den Brillengläsern zeige sich das Preisbewusstsein, sagte ZVA-Präsident Thomas Truckenbrod: "Ein Drittel der erworbenen Gläser wurde in bereits vorhandene Brillen eingearbeitet".

Im vergangenen Jahr hat die Branche mit ihren fast 12.000 Betrieben die Umsätze um 2,3 Prozent auf 4,916 Milliarden Euro gesteigert. Das sei ein mäßiges Wachstum, sagte Truckenbrod, der Zuwachs gehe vor allem auf hochwertigere Gläser zurück. Mit vier Milliarden Euro entfiel der Löwenanteil auf handwerkliche Brillenoptik. Bei den Kontaktlinsen gingen die Erlöse um zwei Prozent leicht auf knapp 400 Millionen Euro zurück. Den Rest des Umsatzes machten die Optiker mit Handelsware wie Sonnenbrillen oder Ferngläsern.

Die Arbeitslosenquote in der Branche lag im vergangenen Jahr mit 1,7 Prozent auf einem Rekordtief (2009: 2,3). 48.900 Menschen arbeiteten in augenoptischen Betrieben. Aber viele Mittelständler empfänden die großen Ketten der Branche als Konkurrenz, sagte der ZVA-Präsident. Die zehn größten Filialisten haben demnach 15,2 Prozent der Fachgeschäfte, sie erzielen aber mehr als ein Drittel (36,2 Prozent) des Branchenumsatzes.

Brillen mit Metallrahmen sind mit knapp 72 Prozent die meist verkauften Fassungen. Bei den auffälligeren Exemplaren aus Kunststoff waren zuletzt die kantigen, schwarzen "Nerd"-Gestelle angesagt. Im Kommen seien fast runde Rahmen im Retro-Stil, die sich an Vorbildern aus den 1920er Jahren orientieren, sagte Truckenbrod. Bei den Sonnenbrillen sind auch runde Gläser à la John Lennon und die klassische Pilotenbrille aktuell.

Von

dpa

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