Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.04.2015

03:59 Uhr

Germanwings-Absturz

Ermittler halten zweite Blackbox für verwertbar

Die Daten des zweiten Flugschreibers der Germanwings-Maschine lassen sich vermutlich auswerten, berichten die Ermittler. Zuvor wurde bekannt, dass Co-Pilot hat sich wenige Tage vor dem Absturz über Suizid informierte.

Auswertungen Düsseldorfer Ermittlungsbehörden

Co-Pilot suchte nach „Arten und Umsetzung einer Selbsttötung“

Auswertungen Düsseldorfer Ermittlungsbehörden: Co-Pilot suchte nach „Arten und Umsetzung einer Selbsttötung“

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Die französischen Ermittler setzen jetzt bei der Aufklärung des Germanwings-Absturzes auf den zweiten Flugschreiber. Die Blackbox mit den Flugdaten wird am Freitag in Paris bei der Untersuchungsbehörde Bea erwartet. Karfreitag ist in Frankreich kein Feiertag. Der zweite Flugschreiber war am Donnerstagnachmittag an der Unglücksstelle gefunden worden. Er war von Geröll verschüttet.

Der Zustand des Flugdatenschreibers lasse auf eine Auswertung hoffen, sagte der zuständige Staatsanwaltschaft Brice Robin am Donnerstag in Marseille. Die zweite Backbox könnte weiteren Aufschluss geben über die Abläufe im Airbus A320.

Die Ermittler in Düsseldorf teilten zuvor mit, dass der Copilot kurz vor der Katastrophe im Internet nach Informationen über Suizid und die Sicherheit von Cockpittüren gesucht. Damit finden sich immer mehr Belege, dass Andreas L.den Todesflug länger plante und den Airbus mit 150 Menschen an Bord gezielt in ein Bergmassiv der französischen Alpen steuerte.

„Der Browserverlauf war nicht gelöscht, insbesondere konnten die in der Zeit vom 16.3. bis zum 23.3.2015 mit diesem Gerät aufgerufenen Suchbegriffe nachvollzogen werden“, teilte die Staatsanwaltschaft nach Auswertung eines Computers mit, der in der Düsseldorfer Wohnung des 27-Jährigen gefunden wurde.

Der Nutzer des Tablets habe sich „zum Einen mit medizinischen Behandlungsmethoden befasst, zum Anderen über Arten und Umsetzungsmöglichkeiten einer Selbsttötung informiert“, sagte ein Sprecher der Ermittlungsbehörde. „An mindestens einem Tag hat sich der Betreffende darüber hinaus über mehrere Minuten mit Suchbegriffen über Cockpittüren und deren Sicherheits-Vorkehrungen auseinandergesetzt.“

Die Einsatzkräfte in Frankreich haben die zweite Blackbox der abgestürzten Germanwings-Maschine gefunden. ap

Teil der Germanwings-Maschine in den französischen Alpen

Die Einsatzkräfte in Frankreich haben die zweite Blackbox der abgestürzten Germanwings-Maschine gefunden.

Welche Begriffe genau der 27-Jährige in Suchmaschinen eingegeben hatte, sagte die Behörde nicht. Zunächst müssten alle Beweismittel ausgewertet werden. „Aufgrund des Umfanges der Dokumente und der Vielzahl der Dateien sind weitere Ermittlungsergebnisse in den nächsten Tagen nicht zu erwarten“, betonte der Sprecher.

Egal wo der Co-Pilot gesucht hat: Bei jeder normalen Bewegung im Web – dazu gehören auch beliebige Internet-Suchen – werden im Browser-Verlauf die abgerufenen Seiten abgespeichert. Wenn man sich bei Google einloggt, können Such-Aktivitäten unter der Web-Adresse history.google.com auch noch Monate später rekonstruiert werden. Anwender können diesen Suchverlauf löschen oder sich in einem „Privat-Modus“ bewegen, bei dem die Seiten gar nicht erst aufgezeichnet werden. Bei Google Chrome heißt das „Inkognito-Fenster“, beim Browser Firefox „Privates Fenster“.

Allerdings haben die Betreiber der Webseiten auch beim „Privat-Surfen“ weiterhin die Möglichkeit, den Websurfer mit Hilfe von kleinen Dateien („Cookies“) und anderen Methoden zweifelsfrei zu identifizieren. Möchte man im Netz komplett anonym surfen oder unerkannt Suchanfragen absetzen, muss man mehr unternehmen als die Verwendung eines „Privaten Fensters“. Dazu müssen verschiedene Browser-Erweiterungen wie Disconnect, BetterPrivacy, AnonymoX und Anonymisierungsdienste wie TOR einsetzt werden, mit denen die Herkunft einer Web-Anfrage verschleiert werden kann.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Frau Handelsblatt Redaktion

02.04.2015, 16:11 Uhr

Aufgrund von zu erwartenden Verstößen gegen unsere Netiquette sahen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion für diesen Artikel einzufrieren. Kommentieren ist damit nicht möglich. Wir bitten dafür um Ihr Verständnis.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×