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08.11.2016

13:40 Uhr

Germanwings-Flotte schrumpft

Lufthansa lässt mehr Maschinen für Eurowings fliegen

Germanwings schrumpft weiter: Die Lufthansa plant offenbar, rund ein Drittel der Flugzeuge in Zukunft für die neue Billigtochter Eurowings fliegen zu lassen. Den Besatzungen steht aber eine andere Option offen.

Die Lufthansa stockt offenbar die Flotte der Billigtochter auf. dpa

Airbus A330 von Eurowings

Die Lufthansa stockt offenbar die Flotte der Billigtochter auf.

BerlinDie Lufthansa beschleunigt Brancheninsidern zufolge nach dem Streik bei Germanwings die Verkleinerung der Billigtochter. Geplant sei, 18 der derzeit 56 Flugzeuge abzuziehen, sagten zwei mit den Plänen der Lufthansa vertraute Personen am Dienstag zu Reuters. Die Jets aus der Airbus-A320-Familie könnten stattdessen beim im Ausland ansässigen Lufthansa-Günstigflieger Eurowings Europe eingesetzt werden. Das Bordpersonal habe die Möglichkeit, zur Stamm-Airline Lufthansa zu wechseln.

Ein Lufthansa-Sprecher wollte sich dazu nicht äußern und verwies auf frühere Aussagen von Vorstandschef Carsten Spohr, nach denen schon länger geplant ist, Germanwings nach und nach zu schrumpfen. So seien etwa bereits fünf Flugzeuge aus der Flotte von anfangs 60 Maschinen abgezogen worden. Ende Oktober bestreikte die Flugbegleitergewerkschaft Ufo Germanwings und Eurowings.

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Ryanair greift den Rivalen Lufthansa in dessen Heimat Frankfurt an. Es ist der Auftakt zu einer Teilung des Luftfahrtmarktes: Billig auf der Kurzstrecke, Premium auf der Langstrecke. Die neue Dynamik hat mehrere Gründe.

Germanwings ist der erste Versuch der Lufthansa, eine eigene Low-Cost-Airline zu etablieren. Seit 2013 übernahm Germanwings darüber hinaus alle Flüge, die nicht über die Lufthansa-Drehkreuze Frankfurt und München gingen. Die Strategie ging nur bedingt auf: Die Fluggesellschaft mit Sitz in Köln verdiente auf den zuvor hochdefizitären Strecken erstmals Geld, doch konnte der Vormarsch von Ryanair und Easyjet nicht gestoppt werden.

Schuld waren aus Sicht der Lufthansa-Spitze die immer noch hohen Kosten bei Germanwings, die nur ein Fünftel unter denen der Lufthansa-Stammfluglinie lagen. Deshalb ist mit Eurowings seit einem Jahr ein Nachfolger am Start. Die neue Airline soll 40 Prozent günstiger fliegen als die Lufthansa selbst. Damit sind die Tage von Germanwings gezählt: Auf den Flugzeugen prangt noch der alte Name, da Umlackieren teuer ist, doch läuft der Ticketverkauf über Eurowings.

Der Umbau von Germanwings zu Eurowings

Germanwings

Germanwings war mit seiner Basis am Flughafen Köln/Bonn einst die drittgrößte Fluggesellschaft Deutschlands.

Quelle: dpa

Umbau

Auf Sicht wird die Marke allerdings in den kommenden Jahren von den Rollfeldern verschwinden, weil der Lufthansa-Konzern sein komplettes Billigflugangebot mittlerweile über die Plattform Eurowings organisiert.

Konkurrenzkampf

So will sich der Konzern im Kampf gegen Konkurrenten wie Easyjet und Ryanair behaupten.

Kein Markenauftritt

Die Marke Germanwings, die 2002 gegründet und 2013 neu gestaltet wurde, hat seinen eigenständigen Markenauftritt bereits ebenso verloren wie seine Präsenz im Internet und im Vertrieb.

Jets

Die Germanwings-Jets werden in den kommenden Jahren umgestaltet.

Germanwings-Absturz

Der Name Germanwings wird noch lange mit dem wohl vom Co-Piloten herbeigeführten Absturz des Flugs 4U9525 verbunden werden, bei dem im März 2015 alle 150 Menschen im Flugzeug ums Leben kamen.

Verzögerter Markenwechsel

Der Markenwechsel hin zu Eurowings war aus unternehmensstrategischen Gründen aber schon vor der Katastrophe beschlossene Sache - die Tragödie hat den Umbau eher verzögert als beschleunigt.

Von

rtr

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