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11.09.2015

11:05 Uhr

Gerry Weber

Hallhuber ist Fluch und Segen zugleich

Im abgelaufenen Quartal schrammt Gerry Weber nur knapp an roten Zahlen vorbei. Auf die zugekaufte Kette Hallhuber muss der Modekonzern erst einmal Abschreibungen tätigen. Das Wintergeschäft soll es nun richten.

Der Gewinn des Modekonzerns bricht ein. dpa

Gerry-Weber-Filiale

Der Gewinn des Modekonzerns bricht ein.

DüsseldorfNach einem Gewinneinbruch in den ersten neun Monaten muss der Modekonzern Gerry Weber um seine Jahresziele bangen. Der seit Februar amtierende Vorstandschef Ralf Weber hofft, in den Monaten September und Oktober durch den Verkauf der margenstarken Herbst- und Winterware das Ruder noch herumreißen und aufholen zu können, wie der westfälische Hersteller von Damenoberbekleidung am Freitag mitteilte.

Weber rechnet im Gesamtjahr mit einem Rückgang des operativen Gewinns (Ebit) um 20 bis 25 Prozent. Nach neun Monaten lag das Ebit allerdings über 40 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Weber machte den Anlegern zudem wenig Hoffnung auf eine rasche Rückkehr zu alter Wachstumsstärke. Die Konsolidierung der Kernmarken Gerry Weber, Taifun und Samoon werde 18 bis 24 Monate dauern und damit länger als ursprünglich geplant. „In diesem Zeitraum wird das Wachstum des Konzerns auf der Expansion der Tochtergesellschaft Hallhuber basieren.“

Kommentar zum Modekonzern: Gerry Weber muss sich verjüngen

Kommentar zum Modekonzern

Gerry Weber muss sich verjüngen

Die ruhigen Zeiten bei Gerry Weber sind endgültig vorbei. Der Gewinn des Modeunternehmens bricht ein. In Deutschland ist der Markt weitgehend ausgereizt, die Marke muss international expandieren. Ein Kommentar.

Die Anleger reagierten verschnupft. Die Aktie, die am 21. September in den SDax absteigt, gab um mehr als acht Prozent auf 17,61 Euro nach und führte die Verliererliste im MDax an. Seit Jahresbeginn sind die Titel damit um rund 44 Prozent eingeknickt. Um die Jahresziele zu erreichen, braucht Gerry Weber nun einen „sehr guten Geschäftsverlauf“, kommentierte DZ-Bank-Analyst Herbert Sturm.

Im Zeitraum November bis Juli halbierte sich der Nettogewinn auf 22,2 Millionen Euro. Im dritten Quartal schrammte der Konzern mit 0,3 (10,4) Millionen Euro sogar knapp an einem Verlust vorbei. Neben Rabattschlachten nannte Weber als Gründe für die schwache Ergebnisentwicklung Umsatzeinbußen im Großhandelsgeschäft und Abschreibungen auch bei der neu erworbenen Modekette Hallhuber.

Vor allem diese sorgte indes für einen Anstieg des Konzernumsatzes auf 630,5 (Vorjahr: 600) Millionen Euro. Im Gesamtjahr soll er um einen hohen einstelligen Prozentbereich steigen. Das wären im besten Fall knapp 940 Millionen Euro.

Die größten Textilhändler in Deutschland

Rang 10

Tchibo / Ernsting's Family
Die Unternehmen aus Hamburg und Coesfeld teilen sich den zehnten Platz mit einem Umsatz von 1,01 Milliarden Euro. Damit schlugen sie 2014 aber etablierte Modefilialisten wie Esprit, Inditex oder den Onlinehändler Zalando.

Quelle: „Textilwirtschaft“

Rang 9

Aldi-Gruppe
Die beiden Discounter (Aldi Nord/Aldi Süd) erzielten 2013 einen geschätzten Textilumsatz von 1,04 Milliarden Euro, ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr. Damit kann Aldi Rang neun verteidigen.

Rang 8

Lidl
Die Neckarsulmer liegen mit einem Textilumsatz von rund 1,08 Milliarden Euro auf Rang acht.

Rang 7

Tengelmann
Die Mülheimer, die rund 82 Prozent der Billig-Kette Kik besitzen, erwirtschafteten 2014 einen geschätzten Jahresumsatz von rund 1,3 Milliarden Euro, ein leichtes Plus zum Vorjahr.

Rang 6

Peek & Cloppenburg
Die Düsseldorfer belegen in der Rangfolge der größten Textileinzelhändler in Deutschland mit einem Jahresumsatz von 1,34 Milliarden Euro Platz sechs.

Rang 5

Karstadt
Deutlich geschrumpft ist erneut der Umsatz bei Karstadt - nach „Textilwirtschaft“-Schätzung um mehr als 300 Millionen Euro auf 1,58 Milliarden Euro. Dennoch wird Platz fünf verteidigt.

Platz 4

Metro
Die Düsseldorfer Metro-Group schafft mit Textilien im Jahr 2014 geschätzte 2,25 Milliarden Euro Umsatz.

Platz 3

C&A
Noch ein Düsseldorfer Unternehmen - mit einem Jahresumsatz von 2,9 Milliarden Euro ist C&A der drittgrößte Textileinzelhändler in Deutschland. Allerdings sind die Einnahmen seit Jahren rückläufig.

Platz 2

H&M
Die schwedische Modekette H&M steigert den Umsatz 2014 deutlich. Die Erlöse belaufen sich in Deutschland auf 3,8 Milliarden Euro.

Platz 1

Otto
Der größte Textileinzelhändler in Deutschland bleibt der Hamburger Versandhändler Otto Group mit einem Textil-Jahresumsatz von 4,2 Milliarden Euro im Jahr 2014.

Von

rtr

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