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26.01.2016

09:50 Uhr

Gerry Weber

Modekonzern will sich neu ausrichten

Nach einem Gewinneinbruch im abgelaufenen Jahr zieht die Führung von Gerry Weber Konsequenzen. Der Modekonzern aus Ostwestfalen soll neu ausgerichtet werden. Details bleibt das Unternehmen aber bisher schuldig.

Nach einem Gewinneinbruch will sich der Konzern neu ausrichten. dpa

Gerry Weber

Nach einem Gewinneinbruch will sich der Konzern neu ausrichten.

DüsseldorfDer Modekonzern Gerry Weber sucht nach einem Gewinneinbruch im abgelaufenen Bilanzjahr einen Weg aus der Krise. Der seit knapp einem Jahr amtierende Vorstandschef Ralf Weber kündigte am Dienstag „ein Programm zur Neuausrichtung“ an – nannte aber keine Details. „Die seit Sommer 2015 angeschobenen Maßnahmen reichen angesichts der derzeitigen und zukünftigen Herausforderungen nicht aus, um uns für die Zukunft optimal aufzustellen“, erklärte der Sohn des Firmengründers Gerhard Weber. Einzelheiten zur künftigen Marschroute will das Unternehmen erst zur Bilanzpressekonferenz am 26. Februar mitteilen.

Im Bilanzjahr 2014/15 (bis Oktober) stieg der Umsatz allein aufgrund der zugekauften Modekette Hallhuber auf 920 Millionen Euro von 852,1 Millionen im Jahr zuvor. Dabei steuerte die neue Tochter 115 Millionen Euro zum Konzernumsatz bei. Sowohl im Großhandel wie auch in den eigenen Läden gingen die Erlöse bereinigt um Neueröffnungen zurück. Der operative Gewinn der Gruppe brach um mehr als ein Viertel auf 79 Millionen Euro ein. Die operative Umsatzrendite sank damit auf 8,6 (Vorjahr: 12,8) Prozent.

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Bei vielen namhaften Textilherstellern von Gerry Weber bis Hugo Boss liefen die Geschäfte schlechter als erwartet. Das führte 2015 zu Kurseinbrüchen bei den börsennotierten Modefirmen. Doch es gab auch Gewinner.

An der Börse griffen die Anleger dennoch zu. Die in den SDax abgestiegenen Titel notierten über fünf Prozent im Plus. Doch mit 11,70 Euro büßten die Aktien in den vergangenen elf Monaten zwei Drittel ihres Wertes ein.

Der ostwestfälische Modekonzern hatte im Sommer bereits seine Jahresziele gekappt und das unter anderem mit Wetterkapriolen begründet. Weber kündigte damals ein strikteres Kostenmanagement bei Sach- und Personalaufwendungen an sowie flexiblere Beschaffungsstrukturen.

Gerry Weber und andere Modeunternehmen wie Hugo Boss, Esprit oder Tom Tailor haben in den vergangenen Jahren den Verkauf ihrer Ware über eigene oder Franchise-Geschäfte vorangetrieben und bei den Neueröffnungen ein erhebliches Tempo vorgelegt. Gerry Weber hatte dabei immer wieder die Umsatzmilliarde ins Visier genommen, erreicht wurde sie bislang nicht.

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Platz 10

New Yorker: 12,9 Prozent.

Quelle: West-Ost-Markenstudie 2015, MDR-Werbung und IMK

Platz 9

Esprit: 15,6 Prozent.

Platz 8

Karstadt: 15,7 Prozent.

Platz 7

Kik: 16,3 Prozent.

Platz 6

S.Oliver: 16,6 Prozent.

Platz 5

Ernsting's Family: 17 Prozent.

Platz 4

Peek & Cloppenburg: 18,4 Prozent.

Platz 3

Galeria Kaufhof: 21,7 Prozent.

Platz 2

Hennes & Mauritz (H&M): 25 Prozent.

Platz 1

C&A: 43,9 Prozent.

Mit seiner Damenmode für über 40-Jährige ringt der Anbieter wie andere hiesige Modefirmen auch mit den wachsenden Marktanteilen von H&M und den Inditex-Ablegern Zara und Massimo Dutti. Die Konkurrenten sorgen mit rasch wechselnden Kollektionen für steten Zustrom in ihre Geschäfte.

Von

rtr

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