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30.08.2011

12:28 Uhr

Gesellschafter-Streit

Teilweise Einigung bei Media-Saturn

Vondpa

Seit Monaten tobt der Machtkampf zwischen Metro und den Media-Saturn-Gründern Kellerhals und Stiefel. Jetzt haben sich die Kontrahenten Kreisen zufolge in einem Punkt geeinigt: Bei der Verlängerung des Cash-Pool-Vertrags

Blick auf die Logos von Media Markt und Saturn. dapd

Blick auf die Logos von Media Markt und Saturn.

IngolstadtIm Streit zwischen dem Handelskonzern Metro und den Media-Saturn-Gründern Erich Kellerhals und Leopold Stiefel ist Kreisen zufolge zumindest in Teilen eine Einigung erzielt worden. Bei der Gesellschafterversammlung in Ingolstadt am Montag hätten sich beide Seiten auf die turnusmäßige Verlängerung eines sogenannten Cash-Pool-Vertrages geeinigt, hieß es am Dienstag aus Gesellschafterkreisen. Damit kann sich der Mutterkonzern weiterhin zu günstigen Konditionen überschüssige Barmittel von Media-Saturn leihen ohne auf Bankkredite zurück greifen zu müssen.

Dem Vernehmen nach kann sich die Summe in diesem Pool auf bis zu über eine Milliarde Euro im Jahr belaufen. In Medienberichten hatte es zuvor geheißen, Kellerhals wolle durchsetzen, dass Metro nur noch auf einen Teil der Gelder zugreifen könne. Abgelehnt habe Kellerhals hingegen den geplanten Kauf der Online-Firmen ibood und Rebuy, hieß es in den Kreisen weiter.

Mit den beiden Firmen wollte Media-Saturn eigentlich seine lange vernachlässigte Internet-Offensive vorantreiben. Die Gespräche mit den Eigentümern von ibood und Rebuy waren den Kreisen zufolge weit fortgeschritten gewesen. Media-Saturn müsse nun nach anderen Wegen suchen, um doch noch mit den Firmen handelseinig werden zu können. Kellerhals habe seine Ablehnung damit begründet, dass er verhindern wolle, dass sich das Management mit zu vielen Initiativen möglicherweise verzettele.

Die Entscheidung über die Suspendierung eines unter Korruptionsverdachts stehenden Managers von Media-Saturn sei vertagt worden. Zunächst solle es eine zusätzliche Sonderprüfung geben. Die Metro wollte die Informationen aus der Gesellschafterversammlung nicht kommentieren.

Bei Media-Saturn tobt schon seit Monaten ein Machtkampf zwischen der Metro und den Minderheitsgesellschaftern Kellerhals und Stiefel, der auch die Gerichte beschäftigt. Es geht darum, wer das Sagen bei den Unternehmen hat, zu dem die Elektronikketten Media Markt und Saturn gehören.

Die Metro hält 75 Prozent der Anteile von Media-Saturn, Kellerhals und Stiefel besitzen aber eine Sperrminorität, so dass es bei wichtigen Entscheidungen ihrer Zustimmung bedarf. Die Metro hatte versucht mit der Gründung eines Beirates diese Vetorechte auszuhebeln, wo gegen sich die Minderheitsgesellschafter zur Wehr setzen.

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