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09.10.2012

12:36 Uhr

Gespräche mit Investor

Sorgenkind Thalia belastet Douglas

Douglas hat einen kleinen Erfolg verzeichnet: Trotz der kriselnden Tochter Thalia konnte der Handelskonzern sein Bilanzziel erreichen. Trotzdem will Douglas erneut mit Investoren über den Rückzug von der Börse sprechen.

Bei der Parfümeriekette Douglas bleibt die Nachfrage stabil. ddp

Bei der Parfümeriekette Douglas bleibt die Nachfrage stabil.

DüsseldorfDer Buchhändler Thalia bleibt Sorgenkind des Handelskonzerns Douglas. Dank guter Geschäfte in den Juwelierläden und Parfümerien stieg der Umsatz um 1,7 Prozent auf 3,44 Milliarden Euro. Neben fehlenden Einnahmen aus dem Buchgeschäft bremsten im September abgeschlossenen Geschäftsjahr 2011/2012 aber schwächelnde Auslandsmärkte das Hagener Unternehmen.

„Rundum zufrieden“ zeigte sich Douglas-Chef Henning Kreke am Dienstag bei der Vorlage der Zahlen nur mit der Entwicklung in den deutschen Douglas-Parfümerien und in den Christ-Juweliergeschäften. Die Schmuckläden verbuchten ein Umsatzplus von 9,6 Prozent auf 373 Millionen Euro und waren damit die mit Abstand am besten laufende Sparte. Auch beim Online-Geschäft stiegen die Erlöse.

Insgesamt verbuchte Douglas in dem Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr ein Umsatzplus von 1,7 Prozent auf 3,44 Milliarden Euro. „Vor dem Hintergrund der branchenbedingt anhaltend rückläufigen Umsatzentwicklung in unseren Thalia-Buchhandlungen sowie in einigen Auslandsmärkten sind wir mit dieser Entwicklung einigermaßen zufrieden“, kommentierte Vorstandschef Henning Kreke. Thalia verzeichnete einen Umsatzrückgang 2,1 Prozent auf 915 Millionen Euro.

Kreke will die Buchhandelskette Thalia wieder auf Kurs bringen, in dem er Filialen verkleinert oder schließt und die Läden besser mit dem Online-Geschäft verzahnt. Thalia leidet unter anderem unter der Konkurrenz von Online-Händlern wie Amazon, dessen Kunden Bücher online bestellen oder E-Books auf Lesegeräte wie den Kindle laden können.

Die Sanierung von Thalia soll nach derzeitiger Erwartung auch das Ergebnis des Gesamtkonzerns im zurückliegenden Jahr belasten. Das operative Ergebnis (EBITDA) soll nur noch bei 200 bis 250 Millionen Euro liegen, nach 292,9 Millionen Euro im Jahr zuvor. Unter dem Strich summierte sich in den ersten neun Monaten ein Minus von mehr als 70 Millionen Euro, auch für das gesamte Jahr erwarten Beobachter rote Zahlen. Für die Aktionäre hat das Konsequenzen: Die Dividende für 2011/12 wird voraussichtlich gestrichen werden. Den vollständigen Bericht will Douglas im Januar vorlegen.

Bis dahin könnte sich auch an der Eigentümerstruktur einiges ändern. Die Gründerfamilie Kreke hatte bereits Anfang des Jahres angekündigt, sie prüfe, den Konzern mit Hilfe von Finanzinvestoren von der Börse zu nehmen. Die Verhandlungen liefen damals aber ins Leere. Derzeit steht der Konzern erneut in Gesprächen. Dem Vernehmen nach handelt es sich um den US-Investor Advent.

Von

rtr

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