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18.09.2014

13:35 Uhr

Getränkeindustrie gegen Einzelhändler

Die Macht des Schnapses

VonLaura Waßermann

Die Marktmacht der vier großen Einzelhändler Aldi, Lidl, Edeka und Rewe ist immens. Manchmal überreizen die Firmen in Preisverhandlungen mit ihren Lieferanten. Die Getränkeindustrie wagt es, kontra zu geben.

Rewe hat kurzfristig den Ramazotti aus dem Sortiment geworfen - kein Einzelfall im Handelskampf. dpa

Rewe hat kurzfristig den Ramazotti aus dem Sortiment geworfen - kein Einzelfall im Handelskampf.

DüsseldorfDas Hauen und Stechen zwischen Einzelhändlern und Lieferanten gehört zum Alltag: Einzelne Marken verschwinden aus Regalen, wenn der Zank um die Verkaufsbedingungen heftig wird. Vor der Marktmacht der vier großen Einzelhändler fürchten sich Lebensmittelhersteller. Doch es gibt ein Widerstandsnest, das immer wieder den Aufstand probt und sich nicht den Vorgaben der Händler unterwerfen will: Getränkehersteller.

Große Supermarktketten wie Kaufland, Edeka und nicht zuletzt Rewe üben in den Preisverhandlungen einen Druck sondergleichen aus. Bereits Anfang 2014 hat Aldi Nord drei Wochen hintereinander die Preise von verschiedenen Lebensmitteln gesenkt, darunter Eier, Kaffee, Müsli und Wein. Aldi Süd sowie Netto, der Discount-Supermarkt von Edeka, haben nachgezogen und ebenfalls ihre Lebensmittel günstiger gemacht. Weil das offenbar nicht genug war, hat Aldi wiederum im März die Preise für Fleischprodukte gesenkt. Beispielsweise kostete Frühstücksschinken nur noch 89 statt 99 Cent. Eine Preissenkung um mehr als zehn Prozent.

Deutschlands größte Getränkehersteller

Platz 10

PepsiCo - 9,75 Millionen Hektoliter

Während Pepsi dem großen roten Konkurrenten international die Stirn bieten kann – in Deutschland schafft es die Limo-Marke nur knapp in die Top 10. Zu den Marken des Konzerns gehören unter anderem Mountain Dew, 7 Up, Tropicana und der Energydrink Rockstar.
Quelle: Lebensmittelzeitung, Daten für 2012

Platz 9

Oettinger-Gruppe - 10,6 Millionen Hektoliter

Mit der Fokussierung auf billiges Bier ist die Oettinger-Gruppe zu einer der größten Brauereien des Landes aufgestiegen.

Platz 8

Riha Richard Hartinger - 11 Millionen Hektoliter

Riha ist Deutschlands größter Fruchtsafthersteller. Dazu zählt etwa die Marke Fruchtquell.

Platz 7

AB-Inbev - 12 Millionen Hektoliter

Die Brauerei-Gruppe steht für Marken wie Beck's und Hasseröder.

Platz 6

Radeberger - 13 Millionen Hektoliter

Die Brauerei gehört zum Oetker-Imperium und vertreibt ab 2015 Pepsi-Produkte in ganz Deutschland.

Platz 5

Bitburger- 14 Millionen Hektoliter

Die Brauerei aus der Eifel hat neben der Stammmarke etliche weitere Biermarken im Angebot wie König Pilsener oder Licher.

Platz 4

Schäff-Gruppe - 19 Millionen Hektoliter

Das Aldi-Mineralwasser Altmühltaler stammt von der Schäff-Gruppe ebenso wie zahlreiche andere Eigenmarken von Discountern.

Platz 3

Hansa-Heemann - 24 Millionen Hektoliter

Auch an Rang drei steht ein Produzent von Handelsmarken für Discounter.

Platz 2

Mitteldeutsche Erfrischungsgetränke MEG - 26,8 Millionen Hektoliter

Die 100-prozentige Tochter der Schwarz-Gruppe produziert alle Handelsmarken der konzerneigenen Supermarktketten Lidl und Kaufland und hat es damit innerhalb weniger Jahre an die Spitze der deutschen Getränkehersteller geschafft. Das Unternehmen aus Sachsen-Anhalt ist heute der größte Mineralwasserproduzent Deutschlands.

Platz 1

Coca-Cola - 36,5 Millionen Hektoliter

Der rote Riese regiert auch den Getränkemarkt in Deutschland mit deutlichem Abstand. Die Zentrale zog 2003 von Essen nach Berlin. Mit Fanta wurde eine der großen internationalen Marken des Konzerns von der deutschen Tochter erfunden.

Die großen Vier: Aldi, Lidl, Edeka, Rewe

Die Händler in Deutschland sitzen oft am längeren Hebel. Denn die „großen Vier“ – Aldi, Rewe, Edeka und die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) – vereinen mehr als 80 Prozent des Lebensmittelmarktes auf sich. Und durch ihre Eigenmarken machen sie ihren Lieferanten immer stärkere Konkurrenz: Rewe mit „Ja“, Edeka mit „Gut & Günstig“, Lidl mit Vitakrone oder Milbona, bei Aldi sind Marken ohnehin selten. Damit wächst die Macht der Händler und die meisten Hersteller müssen sich beugen.

Der französische Spirituosen-Konzern Pernod Ricard wagte dennoch ein Kräftemessen mit Rewe. Vor wenigen Wochen stoppte das Unternehmen einfach kurzerhand die Belieferung der Supermarktkette mit Likör der Marke Ramazotti.  Statt einer Flasche Schnaps fanden die Kunden lediglich einen Zettel mit dem Hinweis, dass Pernod Ricard derzeit nicht liefere.

Nicht das erste Mal, dass der Kunde auf dem Trockenen sitzen bleibt: 2013 hat sich das Brauerei-Unternehmen Krombacher geweigert, die beiden Sprudel-Lieblinge Schweppes und Orangina weiterhin an Kaufland zu liefern. Krombacher vertreibt die Marken in Deutschland.

Kommentare (1)

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Herr Thomas Podgacki

18.09.2014, 20:52 Uhr

Wie ich den Artikel las, musste ich schmunzeln.

Es geht um eine wahre Geschichte vor ca. 20 Jahren. Es war zu der Zeit wo die Großen mit dem Fressen der Kleinen fast fertig waren. Derzeit wurden die Markenhersteller von den großen Ketten aufgefordert, eine Summe zu bezahlen num im Regal zu bleiben. Fast alle bezahlten (ca. 4000 - 8000DM) nur einer nicht.

Jägermeister

Promt flog Jägermeister aus den Regalen.
Dumm war nur, daß viele Schnapsnasen dies Getränk kauften. Soll angeblich ohne große Fahne sein.

Da kam der Käufer in den Supermarkt und verlangte Jägermeister. Die Verkäufer erklärten, dies sei ausgelistet und wir bekommens auch nicht wieder rein.
Darauhin entgegneten die Käufer:
Dann kann ich ja den Rest auch woanders holen.

RUMMS! Das hatte gesessen.

Sie glauben nicht, wie schnell J.... wieder im Regal war, auch ohne Erpressergebühr.

Schönen Abend noch.

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