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09.04.2013

15:40 Uhr

Getränkeindustrie

Wer bestimmt, was wir diesen Sommer trinken?

VonDana Heide

Erst Aperol Spritz, dann Hugo - kein Sommer ohne Trendgetränk. Unternehmen, die den Trend erkennen und fördern, kann er enorme Umsätze bringen. Lesen Sie, was dieses Jahr hoch im Kurs steht.

Cocktails werden serviert. dpa

Cocktails werden serviert.

DüsseldorfIm vergangen Sommer war es der Hugo, den der Trend-Trinker kennen musste, ein Gemisch aus Holunderblütensirup und Prosecco. Im Sommer vor zwei Jahren glänzte es in vielen Bars noch rot von den Tischen - Aperol Spritz - eine Mischung aus Sekt und dem Bitterlikör Aperol - war das In-Getränk schlechthin. Davor waren die damals brandneuen Biermischgetränke groß in Mode, die wiederum die zuckersüßen Alcopops abgelöst hatten. In regelmäßigen Abständen dominiert ein anderes Modegetränk die Bars und Restaurants Deutschlands.

Doch wer bestimmt eigentlich, mit was wir uns betrinken? Das Nummer eins Getränk der Deutschen ist immer noch Bier. Obwohl der Absatz in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurückgegangen ist, machen die Brauereien laut Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie mehr als doppelt so viel Umsatz wie etwa die Schnaps-Hersteller. Vor allem Schaumwein und Wein wird immer mehr getrunken. Bei den 18-25-jährigen Frauen etwa kommen Wein und Sekt an erster Stelle der beliebtesten Getränke, danach Mixgetränke mit Spirituosen. Auch bei den Männern in dem Alter liegen sie auf dem zweiten Platz. Ihr Favorit ist nach wie vor Bier. 

Der Trend geht also zwar eher weg vom klassischen Gerstensaft, doch auch die Spirituosenhersteller profitieren nicht davon - auch dort gehen die Umsätze seit Jahren zurück, der Markt ist hart umkämpft. Glücklich kann sich da schätzen, deren Produkte den Massengeschmack treffen. So wie der Getränkeriese Campari, der 2004 die Marke Aperol kaufte. Der Umsatz mit dem Bitterlikör wuchs in den Jahren nach der Übernahme jährlich im zweistelligen Bereich. Erst 2011 wurde 40 Prozent mehr der Spirituose getrunken als noch 2010.

Die zehn größten Gastronomiebetriebe Deutschlands

Platz 10

Aral

Die Tankstellenkette erzielte laut Deutschem Fachverlag im Jahr 2012 einen Umsatz von 175,8 Millionen Euro mit seinen „Petit Bistro“-Verkaufsstellen in 1084 Tankstellen. Damit gab es Stagnation im Vergleich zum Vorjahr.

Platz 9

Ikea

Vom Skandal um Pferdefleisch in den beliebten Hackfleischbällchen „Köttbullar“ war im vergangenen Jahr noch nicht die Rede. Die Restaurants in den 46 Ikea-Möbelhäusern konnten 1012 einen Umsatz von 179 Millionen Euro verbuchen, ein Plus von etwa 2,5 Prozent.

Platz 8

SSP Deutschland

Der Betreiber von Restaurants und Geschäften in Bahnhöfen und Flughäfen musste einen leichten Umsatzrückgang um drei Millionen auf 182 Millionen Euro verkraften.

Platz 7

Subway

Die Zahl der Filialen der Sandwich-Kette ging zwar leicht um 12 auf 600 zurück im Jahr 2012. Doch der Umsatz konnte geschätzt um zehn auf 185 Millionen Euro zulegen.

Platz 6

Yum Restaurants

In China kämpft der Yum-Konzern mit Umsatzrückgängen bei seiner Marke Kentucky Fried Chicken, nachdem Nachrichten über minderwertiges Hühnerfleisch die Runde gemacht hatten. Auch die Pizza-Hut-Kette und Taco Bells gehören zum Unternehmen. In Deutschland baute Yum die Zahl der Filialen im Jahr 2012 um 16 auf 157 aus und steigerte den Umsatz um mehr als zehn Prozent auf 199 Millionen Euro. Das reichte für Rang 6 statt Rang 7 im Vorjahr.

Platz 5

Nordsee

Unter den größten fünf Unternehmen gab es keine Veränderung. Die Nordsee-Fischrestaurants machten 291 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2012 ein Rückgang um zehn Millionen Euro. Auch die Zahl der Filialen ging zurück auf 336 Restaurants (Vorjahr: 345).

Platz 4

Autobahn Tank & Rast

Insgesamt 392 Raststätten an Autobahnen betreibt das Unternehmen. Der Umsatz belief sich 2012 geschätzt auf 599 Millionen Euro. Damit gelang nur ein minimales Plus.

Platz 3

LSG Lufthansa Service

Der Caterer der Fluggesellschaft Lufthansa steigert den Umsatz um etwas mehr als zwei Prozent auf 730 Millionen Euro.

Platz 2

Burger King

Die Fast-Food-Kette hat 700 Restaurants (Vorjahr: 696) und legte 2012 geschätzt beim Umsatz um etwas mehr als fünf Prozent auf 833 Millionen Euro zu. Das reichte nicht, um sich näher an den Erzrivalen heranzupirschen …

Platz 1

McDonald’s

… der unangefochten auf Rang 1 liegt. Mit 1440 Restaurants setzt McDonald’s 3,25 Milliarden Euro um und wuchs prozentual zwar langsamer als Burger King. Doch absolut legte der Umsatz um 52 Millionen Euro zu. Allerdings sackte die Zahl der Gäste unter die 2011 noch geknackte Marke von eine Milliarde.

Doch im vergangenen Jahr schrumpfte der Umsatz das erste Mal seit neun Jahren. Der Absatz von Aperol brach 2012 um 19 Prozent ein. Nun glänzte der weiße Hugo auf den Bartresen Deutschlands. Der Trend Aperol Spritz wurde abgelöst. Doch dieses Mal profitiert kein Hersteller im Besonderen.

Campari, zu dem derzeit mehr als 40 verschiedene Marken gehören, will den Titel des Trendgetränks nicht so schnell aufgeben und sagt den Konkurrenten mit neuen Varianten und Marketingmaßnahmen den Kampf an. „Wir sind für diesen Sommer sehr gut auf Kurs“ sagte Campari Deutschland-Geschäftsführer Peter Schmid zu Handelsblatt Online.

Kommentare (7)

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Trendmist

09.04.2013, 15:57 Uhr

Der Trend is not your Friend ;-)
Wer sein Geld gerne zum Fenster rausschmeißt - bitte.
Nichts geht über ein gutes Bier ohne Aromaschnickschnack und einen guten Wein ....

Schluckspecht

09.04.2013, 16:26 Uhr

Na denn Prost,
der Trend, den noch niemand kennt: "Berenzten-Berenten..." Gesoffen wird überall, auch bei den Moslemis aber nur nachts, wenn Allah nichts sieht. Nicht mal die Salafisten sind trocken

Numismatiker

09.04.2013, 18:10 Uhr

Wer bestimmt was ich im Sommer trinke? Hauptsächlich ich selbst. Wenn mir etwas schmeckt, dann trinke ich das auch wenn es nicht (mehr) "in" ist. Trends sind etwas für Schafe.

Übrigens: "Hugo" habe ich schon gemocht, als es noch nicht "Hugo" sondern "Sekt mit Holundersirup" hieß.

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