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30.10.2013

15:55 Uhr

Getränkeverpackungen

Aldi, Lidl, Pepsi und Red Bull bilden Einweg-Lobby

ExklusivHandel und Getränkehersteller bilden eine Allianz, die die Interessen von Herstellern und Nutzern von Einwegverpackungen vertreten soll. Der Verband sperrt sich nicht gegen Pfand, jedoch gegen zusätzliche Zwangsabgaben.

Getränkedosen aus der Zeit vor dem Pfandsystem: Einwegverpackungen sollen nach dem Willen der Lobby nicht mit Abgaben belegt werden. ap

Getränkedosen aus der Zeit vor dem Pfandsystem: Einwegverpackungen sollen nach dem Willen der Lobby nicht mit Abgaben belegt werden.

BerlinNamhafte Handelsunternehmen verbünden sich mit den Herstellern von Getränken und Getränkeverpackungen, um sich für Einweggetränkeverpackungen stark zu machen. Zu den Gründungsmitgliedern des „Bundes Getränkeverpackungen der Zukunft“ (BGZV) gehören nach Informationen des Handelsblattes aus Branchenkreisen Aldi, Lidl, Lekkerland, die Getränkehersteller MEG, PepsiCo und Red Bull sowie die Dosenhersteller Ball und Rexam.

Einwegverpackungen für Getränke (Dosen, PET-Flaschen) stehen seit langem am Pranger. Sie gelten gegenüber Mehrweg-Flaschen als ökologisch nachteilig. Die Einweg-Befürworter sehen das naturgemäß anders und verweisen auf zunehmende Schwächen des Mehrweg-Systems. Tatsächlich sind viele Brauereien in den vergangenen Jahren zu individuellen Flaschentypen übergegangen. Dadurch wird der Sammelvorgang immer aufwendiger. Viele Flaschen werden quer durch die Republik gefahren, ehe sie wieder befüllt werden können. Für die Ökobilanz ist das katastrophal.

Deutschlands größte Getränkehersteller

Platz 10

PepsiCo - 9,75 Millionen Hektoliter

Während Pepsi dem großen roten Konkurrenten international die Stirn bieten kann – in Deutschland schafft es die Limo-Marke nur knapp in die Top 10. Zu den Marken des Konzerns gehören unter anderem Mountain Dew, 7 Up, Tropicana und der Energydrink Rockstar.
Quelle: Lebensmittelzeitung, Daten für 2012

Platz 9

Oettinger-Gruppe - 10,6 Millionen Hektoliter

Mit der Fokussierung auf billiges Bier ist die Oettinger-Gruppe zu einer der größten Brauereien des Landes aufgestiegen.

Platz 8

Riha Richard Hartinger - 11 Millionen Hektoliter

Riha ist Deutschlands größter Fruchtsafthersteller. Dazu zählt etwa die Marke Fruchtquell.

Platz 7

AB-Inbev - 12 Millionen Hektoliter

Die Brauerei-Gruppe steht für Marken wie Beck's und Hasseröder.

Platz 6

Radeberger - 13 Millionen Hektoliter

Die Brauerei gehört zum Oetker-Imperium und vertreibt ab 2015 Pepsi-Produkte in ganz Deutschland.

Platz 5

Bitburger- 14 Millionen Hektoliter

Die Brauerei aus der Eifel hat neben der Stammmarke etliche weitere Biermarken im Angebot wie König Pilsener oder Licher.

Platz 4

Schäff-Gruppe - 19 Millionen Hektoliter

Das Aldi-Mineralwasser Altmühltaler stammt von der Schäff-Gruppe ebenso wie zahlreiche andere Eigenmarken von Discountern.

Platz 3

Hansa-Heemann - 24 Millionen Hektoliter

Auch an Rang drei steht ein Produzent von Handelsmarken für Discounter.

Platz 2

Mitteldeutsche Erfrischungsgetränke MEG - 26,8 Millionen Hektoliter

Die 100-prozentige Tochter der Schwarz-Gruppe produziert alle Handelsmarken der konzerneigenen Supermarktketten Lidl und Kaufland und hat es damit innerhalb weniger Jahre an die Spitze der deutschen Getränkehersteller geschafft. Das Unternehmen aus Sachsen-Anhalt ist heute der größte Mineralwasserproduzent Deutschlands.

Platz 1

Coca-Cola - 36,5 Millionen Hektoliter

Der rote Riese regiert auch den Getränkemarkt in Deutschland mit deutlichem Abstand. Die Zentrale zog 2003 von Essen nach Berlin. Mit Fanta wurde eine der großen internationalen Marken des Konzerns von der deutschen Tochter erfunden.

Die Einweg-Branche dagegen verweist auf das geringe Gewicht ihrer Verpackungen, das in den letzten Jahren durch technische Innovationen immer weiter reduziert werden konnte, und betont, die Rückgabequoten lägen wegen der Bepfandung bei nahezu 100 Prozent. Der BGVZ fordert daher sogar eine Ausweitung des Pfandes auf Frucht- und Gemüsesäfte und sperrt sich nicht gegen die von der amtierenden Bundesregierung geplante unterschiedliche Kennzeichnung von Mehrweg- und Einweggetränken. Allerdings lehnt der BGZV eine Zwangsabgabe auf Einweggetränkeverpackungen, die zusätzlich zum Pfand erhoben wird, entschieden ab.

„Eine Diskriminierung von Einweggetränkeverpackungen darf es nicht geben. Das bestraft Verbraucher, die Dosen und PET-Einwegflaschen bevorzugen, weil sie hygienisch, sicher und leicht sind“, heißt es beim BGZV. Eine Zusatzabgabe bestrafe aber auch die Anstrengungen der Hersteller und des Handels, die viel investiert hätten, um Einweggetränkeverpackungen umweltfreundlicher zu machen.

Von

str

Kommentare (4)

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simplex

30.10.2013, 16:03 Uhr

Was will der Lobbyverband nun tatsächlich?
"Die Lobbyisten wollen vor allem eins: Dass Einwegverpackungen pfandfrei bleiben."

"Der BGVZ fordert daher sogar eine Ausweitung des Pfandes auf Frucht- und Gemüsesäfte und sperrt sich nicht gegen die von der amtierenden Bundesregierung geplante unterschiedliche Kennzeichnung von Mehrweg- und Einweggetränken. "

RumpelstilzchenA

30.10.2013, 16:43 Uhr

Keine Getränke dort kaufen!!!

Account gelöscht!

30.10.2013, 18:43 Uhr

Sehr geehrter simplex, die Aussage im Vorspann war schlicht falsch und entsprechend verwirrend. Wir haben den Fehler korrigiert, danken für den Hinweis und bitten um Entschuldigung!

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