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20.08.2011

14:38 Uhr

Gewerkschaft

Bahn-Pläne sind „Unsinn“

Die Reisezentren sind für die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und Prob Bahn notwendige Kundenangebote. Der Plan, dort fast jede dritte Stelle zu streichen, löst Unverständnis aus. Die Deutsche Bahn hält sie für zukunftsträchtig.

Reisezentrum der Deutschen Bahn in Berlin. dapd

Reisezentrum der Deutschen Bahn in Berlin.

BerlinDer geplante Stellenbau in den Reisezentren der Deutschen Bahn stößt bei Gewerkschaft und Betriebsrat auf erbitterten Widerstand. „Die EVG und ihre Betriebsräte lehnen diesen Unsinn ab“, heißt es in einer Erklärung der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Unter dem steigenden Leistungsdruck bei den verbliebenen Reiseberatern werde die Kundenfreundlichkeit leiden. Die Bahn hatte am Vortag angekündigt, dass in den Reisezentren bis 2016 rund 700 der 2350 Stellen gestrichen werden sollen.

„Das wäre ein brutaler Kahlschlag, der hier stattfinden soll“, erklärte EVG-Vorstand Reiner Bieck. Etwa jede vierte Stelle in den Reisezentren solle nach den Plänen des Unternehmens entfallen. Damit seien auch Reisezentren selbst in ihrem Bestand gefährdet. Bieck wies darauf hin, dass die Zentren für die Beratung der Kunden nach wie vor eine wichtige Bedeutung hätten: „Viele Kunden informieren sich in den Reisezentren über die besten Verbindungen, um das Ticket dann, in manchen Fällen kostengünstiger, am Automaten oder über das Internet zu buchen.“

Scharfe Kritik hatte zuvor auch der Fahrgastverband Pro Bahn geübt. Bahn-Chef Rüdiger Grube müsse die Kürzungspläne sofort stoppen und „endlich den Kunden in den Mittelpunkt stellen“, sagte Verbandssprecher Matthias Oomen am Freitagabend. Er kritisierte, schon heute stünden in vielen Bahnhöfen nur noch Automaten, die zahlreiche Menschen nicht bedienen könnten. In Großstädten betrage die Wartezeit an Schaltern schon jetzt bis zu einer Stunde. Auf dem Land sei man häufig ebenso lange unterwegs, bis man überhaupt noch ein Reisezentrum mit Beratung erreiche. In vielen Fällen, etwa bei komplizierteren Bahnreisen ins Ausland, sei eine gute persönliche Beratung aber unverzichtbar.

Der für den Personenverkehr zuständige Vorstand der Deutschen Bahn, Ulrich Homburg, wies die Kritik zurück. „Durch diese interne Anpassung reagieren wir auf das geänderte Nachfrageverhalten und sichern die Zukunftsfähigkeit unserer Reisezentren“, erklärte Homburg in Berlin. Entlassungen soll es dem Unternehmen zufolge nicht geben. Vielmehr sollten für etwa 350 Reiseberater bis 2016 andere Arbeitsplätze innerhalb der DB gefunden werden. Etwa die gleiche Zahl werde bis dahin altersbedingt oder durch normale Fluktuation ausscheiden. Homburg versicherte, die Präsenz der DB an den Standorten der derzeit gut 400 Reisezentren stehe nicht auf dem Prüfstand.

„Persönliche Beratung, Service und Verkauf vor Ort bleiben auch in Zeiten von Internet und Mobiltelefon für unsere Kunden wichtig“, erklärte Homburg weiter. Deshalb wolle das Unternehmen den Kundenservice in den Reisezentren sogar weiter ausbauen. Ab Jahresende werde dort beispielsweise auch die Erstattung von Online-Tickets möglich sein. Darüber hinaus wolle die Deutsche Bahn in diesem Jahr mehr als sieben Millionen Euro in die weitere Modernisierung der Reisezentren investieren. Dort seien 2010 mehr als 85 Prozent der Kunden innerhalb von zehn Minuten beraten worden.

Nach Bahnangaben ist der Umsatzanteil der Reisezentren am Ticketverkauf seit 2005 von 46 auf 22 Prozent gesunken. Bis 2016 werde ein weiterer Rückgang auf 17 Prozent erwartet.

Kommentare (2)

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Pendler

20.08.2011, 16:01 Uhr

Ich bin für einen brutalen Kahlschlag bei der DB.

Am besten, wir beginnen endlich mit der Privatisierung der DB.

Alles was vom Staat kommt, ist vom Übel. Also weg mit dem Staatsanteil am Mobilteil der DB. Auch im Straßenverkehr gehören die Straßen der Allgemeinheit und wer diese Straßen nutzt, zahlt Steuern. Genau das sollte auch endlich bei der DB eingeführt werden.

Es wäre allerdi ngs hilfreich, wenn die Schienensteuer nicht wieder verwendet wird, um Zweck-fremde Sachen zu subventionieren, wie dem dt. Sozialstaatsmonster und der Subventionierung der schmarotzenden Dolce-Vita Staaten in der EU.

Account gelöscht!

21.08.2011, 11:25 Uhr

Die Bahn kann -entweder oder- über 2 Wege zu optimalen Nutzen entwickelt werden.

Die Bahn wird von einem eigens dazu ausgebildeten Beamtenteam gesteuert. Das ist billig, und die Beamten sehen wie vor 20 Jahren einen Sinn in ihrer Tätigkeit. Großes Problem ist die Politik soweit wie möglich zurückzudrängen.

Die Bahn wird rein privat und gewinnorientiert verwaltet, ohne Subventionen die den Bürger abgepresst werden. Also Management auch ohne Politiker.

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