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27.05.2013

17:28 Uhr

Gewerkschaft

Betriebsräte bei Burger King unter Druck

Die Fast-Food-Kette Burger King behindert offenbar die Arbeit der Betriebsräte. Die Arbeit werde massiv behindert, klagt die Gewerkschaft. Betriebsvereinbarungen sollen kurzerhand gekündigt worden sein.

Burger King behandelt seine Betriebsräte wohl nicht so freundlich wie seine Kunden. Reuters

Burger King behandelt seine Betriebsräte wohl nicht so freundlich wie seine Kunden.

NürnbergBei Burger King droht nach Gewerkschaftsangaben eine Zerschlagung vieler Betriebsräte. Nach der Übernahme von 91 Filialen durch die Firma Yi-Ko aus Stade werde die Arbeit der Betriebsräte massiv behindert, berichtete die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) am Montag in Nürnberg.

Der neue Inhaber der Burger King GmbH mit über 3000 Beschäftigten habe sämtliche Betriebsvereinbarungen gekündigt. Dies geht auch aus einer vertraulichen Mail von Yi-Ko Geschäftsführer Ergün Yildiz hervor, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Bei Yi-Ko war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Burger King hatte den Franchise-Nehmer Ergün Yildiz Anfang Mai als erfahrenen Restaurantbetreiber vorgestellt, „der seit mehr als einer Dekade seine Leidenschaft für die Marke unter Beweis stellt“.

Die zehn größten Gastronomiebetriebe Deutschlands

Platz 10

Aral

Die Tankstellenkette erzielte laut Deutschem Fachverlag im Jahr 2012 einen Umsatz von 175,8 Millionen Euro mit seinen „Petit Bistro“-Verkaufsstellen in 1084 Tankstellen. Damit gab es Stagnation im Vergleich zum Vorjahr.

Platz 9

Ikea

Vom Skandal um Pferdefleisch in den beliebten Hackfleischbällchen „Köttbullar“ war im vergangenen Jahr noch nicht die Rede. Die Restaurants in den 46 Ikea-Möbelhäusern konnten 1012 einen Umsatz von 179 Millionen Euro verbuchen, ein Plus von etwa 2,5 Prozent.

Platz 8

SSP Deutschland

Der Betreiber von Restaurants und Geschäften in Bahnhöfen und Flughäfen musste einen leichten Umsatzrückgang um drei Millionen auf 182 Millionen Euro verkraften.

Platz 7

Subway

Die Zahl der Filialen der Sandwich-Kette ging zwar leicht um 12 auf 600 zurück im Jahr 2012. Doch der Umsatz konnte geschätzt um zehn auf 185 Millionen Euro zulegen.

Platz 6

Yum Restaurants

In China kämpft der Yum-Konzern mit Umsatzrückgängen bei seiner Marke Kentucky Fried Chicken, nachdem Nachrichten über minderwertiges Hühnerfleisch die Runde gemacht hatten. Auch die Pizza-Hut-Kette und Taco Bells gehören zum Unternehmen. In Deutschland baute Yum die Zahl der Filialen im Jahr 2012 um 16 auf 157 aus und steigerte den Umsatz um mehr als zehn Prozent auf 199 Millionen Euro. Das reichte für Rang 6 statt Rang 7 im Vorjahr.

Platz 5

Nordsee

Unter den größten fünf Unternehmen gab es keine Veränderung. Die Nordsee-Fischrestaurants machten 291 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2012 ein Rückgang um zehn Millionen Euro. Auch die Zahl der Filialen ging zurück auf 336 Restaurants (Vorjahr: 345).

Platz 4

Autobahn Tank & Rast

Insgesamt 392 Raststätten an Autobahnen betreibt das Unternehmen. Der Umsatz belief sich 2012 geschätzt auf 599 Millionen Euro. Damit gelang nur ein minimales Plus.

Platz 3

LSG Lufthansa Service

Der Caterer der Fluggesellschaft Lufthansa steigert den Umsatz um etwas mehr als zwei Prozent auf 730 Millionen Euro.

Platz 2

Burger King

Die Fast-Food-Kette hat 700 Restaurants (Vorjahr: 696) und legte 2012 geschätzt beim Umsatz um etwas mehr als fünf Prozent auf 833 Millionen Euro zu. Das reichte nicht, um sich näher an den Erzrivalen heranzupirschen …

Platz 1

McDonald’s

… der unangefochten auf Rang 1 liegt. Mit 1440 Restaurants setzt McDonald’s 3,25 Milliarden Euro um und wuchs prozentual zwar langsamer als Burger King. Doch absolut legte der Umsatz um 52 Millionen Euro zu. Allerdings sackte die Zahl der Gäste unter die 2011 noch geknackte Marke von eine Milliarde.

Nun soll Yildiz der NGG zufolge aber angeordnet haben, dass Betriebsratsarbeit nicht mehr in der Zeiterfassung registriert werden darf und somit auch nicht mehr bezahlt wird. Gewerkschaftssekretär Jan Körper kündigte massiven Widerstand der NGG an. Er glaubt nicht an den Erfolg für Yi-Ko: „Auf diese Weise kann man kein kundenorientiertes Unternehmen führen.“ Das sei betriebswirtschaftlicher Wahnsinn.

Im Raum Nürnberg konnten die Rechte der Burger King-Mitarbeiter dagegen gestärkt werden: Für die zwölf Restaurants gibt es dort seit Montag erstmals einen Betriebsrat. „Der Franchise-Nehmer vor Ort hat das Projekt vorbildlich unterstützt“, lobte Körper. Der frischgebackene Betriebsrats-Vorsitzende Vitali Zeller äußerte sich am ersten Tag zufrieden: „Es sind eher Kleinigkeiten, die wir anpacken wollen.“

Von

dpa

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