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18.03.2004

14:53 Uhr

Gewerkschaft Transnet befürchtet Sozialdumping

Billig-Bahn kommt aufs Gleis

Wie sehr die Billigflieger der Bahn im Fernverkehr Konkurrenz machen, sieht man spätestens jetzt, wo die Bahn etwas Ähnliches aufs Gleis bringen will: Offenbar will die Bahn eine Billig-Rail-Gesellschaft gründen.

HB BERLIN. Mit Billig-Zugverbindungen will die Deutsche Bahn auf die Konkurrenz der Billig-Flieger reagieren. „Die Bahn will eine Billig-Rail Gesellschaft gründen“, hieß es aus Unternehmenskreisen. Durch eine eigene Gesellschaft könnten Beschäftigte dann auch zu längeren Arbeitszeiten oder geringeren Löhnen angestellt werden. Die Eisenbahnergewerkschaft Transnet warnte vor Sozialdumping. „So etwas ist mit uns nicht zu machen, wir werden weiteren Druck auf die Arbeitsplätze nicht zulassen“, sagte Transnet-Vorstand Karl-Heinz Zimmermann. Das Vorhaben sei „vollkommen absurd und werde nicht dazu beitragen, neue Kunden zu gewinnen“, erklärte Transnet. Bei der Bahn setze offenbar hektische Betriebsamkeit ein, um schnell Gewinne zu schreiben und den Gang an die Börse vorzubereiten.

Ein Sprecher der Bahn sagte zu den Angaben aus den Kreisen: „Wir bestätigen keine derartigen Pläne.“ Er verwies aber darauf, dass die Konkurrenz der Billigflieger auf langen Strecken für die Bahn schon ein Thema sei. Die Bahn habe die Billigflieger „sehr wohl“ im Auge. Sie reagiere darauf jedoch über Preisangebote wie etwa die erweiterten Surf-and-Rail-Angebote im Internet.

Nach Angaben aus Kreisen des Unternehmens hat die Bahn im Fernverkehr 2003 einen Betriebsverlust von rund 460 Millionen Euro eingefahren. 2004 soll dieses Minus deutlich geringer ausfallen und 2005 soll der Bereich wieder schwarze Zahlen schreiben.

Um die Verluste aufzufangen, hat die Bahn bereits Preiserhöhungen ab April von durchschnittlich 3,4 Prozent beschlossen. Für Langstrecken wurde zudem eine Preisobergrenze für die einfache Fahrt zweiter Klasse von 99 Euro festgelegt, um der Billigflieger-Konkurrenz zu begegnen.

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