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27.02.2014

14:45 Uhr

Gewinn sprudelt

Fielmann profitiert von Gleitsichtbrillen

Die Optiker-Branche schwächelt, doch das Hamburger Familienunternehmen Fielmann verkauft trotzdem mehr Brillen als im Vorjahr. Gewinn und Umsatz kletterten nach oben. Vor allem Gleitsichtbrillen treiben das Wachstum an.

Filiale des Brillenherstellers Fielmann in Frankfurt am Main: „Die ersten Wochen des Jahres stimmen uns optimistisch.“ ap

Filiale des Brillenherstellers Fielmann in Frankfurt am Main: „Die ersten Wochen des Jahres stimmen uns optimistisch.“

HamburgDer Wachstumskurs von Fielmann zahlt sich für die Aktionäre aus: Nach einem Umsatz- und Gewinnanstieg im vergangenen Jahr will die Optikerkette die Dividende um 20 Cent auf 2,90 Euro erhöhen, wie das Hamburger Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Damit wird fast 90 Prozent des Nettogewinns von 140 Millionen Euro an die Anteilseigner ausgeschüttet. Am meisten profitiert davon die Familie des Firmengründers Günther Fielmann, die direkt und über eine Stiftung knapp 72 Prozent an der Optikerkette kontrolliert.

Im abgelaufenen Jahr baute Fielmann seine Stellung als Marktführer weiter aus. Während die übrige Branche beim Absatz schwächelte, verkaufte das im Nebenwerteindex MDax notierte Unternehmen mit 7,3 Millionen Brillen 3,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz legte um 4,5 Prozent auf 1,16 Milliarden Euro zu.

Das sind Deutschlands größte Optiker

Platz 10

Die Kette Eyes and More eröffnet mit einem Jahresumsatz im Jahr 2014 von 33,2 Millionen Euro die Top Ten. 2006 eröffnete in Lübeck die erste Filiale. Mittlerweile hat das Unternehmen mit Sitz in Bad Segeberg ein rasantes Wachstum hingelegt und 79 Filialen, die in Eigenregie oder Franchising betrieben werden.

Platz 9

Krass Optik machte 2014 in Deutschland 38,3 Millionen Euro Umsatz. Die Kette mit Sitz in Dornach-Aschheim hatte zu diesem Zeitpunkt 67 Filialen.

Platz 8

Abele Optik liegt mit 38,5 Millionen Euro Jahresumsatz auf dem achten Platz. 1945 in Würzburg gegründet betreibt die Optiker-Kette heute 72 Filialen. Die Anzahl der Geschäfte ist seit Jahren stabil.

Platz 7

Die Kette Binder Optik macht mit ihren deutschen Niederlassungen einen Jahresumsatz von 40,1 Millionen Euro. 49 Filialen betreibt das Unternehmen in Deutschland. Binder Optik wurde 1975 von Helmut und Gabriele Baur in Böblingen gegründet und ist vor allem im Süden Deutschlands vertreten. Es gibt aber auch Filialen auf Mallorca.

Platz 6

Optik Matt ist nach Umsatz die sechstgrößte Kette in Deutschland. Das Unternehmen machte mit seinen 71 deutschen Filialen 2014 einen Umsatz von 43 Millionen Euro. Optik Matt wurde 1955 von Hannelore und Bernhard Matt in Regensburg gegründet.

Platz 4

Mit einem Jahresumsatz von 47 Millionen Euro liegt Optiker Bode auf Rang fünf. Die Kette betrieb Ende 2014 insgesamt 74 Filialen in Deutschland. Hans Bode eröffnete 1938 in Hamburg-Barmbek die erste Filiale.

Platz 4

Die Aktivoptik Service AG liegt mit einem Jahresumsatz von 48,3 Millionen Euro auf Rang vier der Liste. Inklusive Franchisepartner hatte das Unternehmen 2014 insgesamt 79 Filialen. Die erste wurde 1989 in Gensingen eröffnet. Das Unternehmen bietet mittlerweile auch Hörgeräte an.

Platz 3

Die Kette Pro Optik liegt mit 112 Millionen Euro Jahresumsatz auf dem dritten Platz in Deutschland. Inklusive Franchisepartnern hat betreibt das Unternehmen 126 Filialen. Pro Optik wurde 1985 von Rainer Hildebrandt und Peter Hoppert gegründet. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Wendlingen und in den vergangenen Jahren ein kräftiges Wachstum bei den Filialen hinter sich.

Platz 2

Mit einem Jahresumsatz von 426 Millionen Euro ist Apollo Optik die Nummer zwei in Deutschland. Das Unternehmen betreibt mit seinen Franchisepartner die meisten Filialen in Deutschland. 2014 waren es 751. Doch am Branchenprimus in Deutschland kommt Apollo Optik beim Umsatz nicht vorbei.

Platz 1

Fielmann ist die unumstrittene Nummer eins in Deutschland. 2014 machte das Unternehmen einen Umsatz von 973 Millionen Euro mit seinen Niederlassungen in Deutschland. 582 davon betrieb die börsennotierte AG Ende 2014. Das Unternehmen wuchs damit in den vergangenen Jahren leicht. 2009 waren es noch 551 Optik-Geschäfte.

Quelle: ZVA

Der Gewinn kletterte mit acht Prozent auf 140 Millionen Euro noch etwas stärker, weil Fielmann mehr aufwendige Gleitsichtbrillen verkaufte und zudem von seiner führenden Stellung beim Einkauf von Brillengestellen und Gläsern profitierte. Im laufenden Jahr will Fielmann seinen Marktanteil weiter ausbauen. „Die ersten Wochen des Jahres stimmen uns optimistisch“, ließ Vorstandschef Fielmann mitteilen.

Die Zahlen implizierten ein überraschend starkes viertes Quartal, schrieb DZ-Bank-Analyst Thomas Maul. „Offensichtlich hat Fielmann in den letzten Monaten des Jahres von einer hohen Kundenfrequenz profitiert“. Er empfiehlt Fielmann mit einem Kursziel von 90 Euro zum Kauf. An der Börse lagen die Aktien der Optikerkette jedoch 0,4 Prozent im Minus bei 86,05 Euro. Equinet-Analyst Konrad Lieder sieht auch kein großes Aufwärtspotenzial für die Titel: Die Geschäfte von Fielmann liefen exzellent, doch das sei bereits im Kurs eingepreist.

Der Optikerkonzern baute sein Filialnetz in den vergangenen Jahren kontinuierlich aus - 2013 wuchs die Zahl der Geschäfte auf 679 von 671 im Vorjahr.

Von

rtr

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