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26.11.2013

12:21 Uhr

Gewinnaussichten

Hugo Boss nimmt sich mehr Zeit

Es geht zwar bergauf, doch langsamer als gedacht: Das Modeunternehmen Hugo Boss verschiebt sein anvisiertes Gewinnziel von 25 Prozent auf die Zeit nach 2015. Zunächst wird sich die Firma intern neu aufstellen.

Etikett von Hugo Boss: Der Modekonzern stellt sich weltweit breiter auf. Reuters

Etikett von Hugo Boss: Der Modekonzern stellt sich weltweit breiter auf.

Hongkong/ MetzingenDas schwächere Wirtschaftswachstum in China und Europa macht dem Modekonzern Hugo Boss einen Strich durch seine Gewinnziele. Der Konzern werde mehr Zeit als gedacht brauchen, um eine operative Umsatzrendite von 25 Prozent zu erreichen, kündigte Vorstandschef Claus-Dietrich Lahrs auf einer Investorenveranstaltung in Hongkong an. „Wir halten ganz klar an unserem Ziel einer Ebitda-Marge von 25 Prozent fest, aber das werden wir erst nach 2015 schaffen, nicht im Jahr 2015."

Die Umsatzprognose von drei Milliarden Euro für 2015 bleibe bestehen – ein Viertel entspräche einem Ebitda von 750 Millionen Euro. Die Weltwirtschaft wachse weniger stark als Hugo Boss das erwartet habe, sagte Lahrs. „Vor allem China macht uns Sorgen“.

Die Anleger an der Börse waren von den Aussichten wenig angetan: Die im MDax gelisteten Boss-Aktien fielen fast vier Prozent. Allerdings hatten die Hugo-Boss-Papiere am Vortag noch eine Bestmarke erreicht, was die Fallhöhe mitbedingte. Dabei hatten Analysten die 2015er Ziele bereits skeptisch gesehen: Den Daten von Thomson-Reuters Starmine zufolge hatten sie 2015 im Schnitt einen Umsatz von 2,9 Milliarden Euro und ein Ebitda von 713 Millionen Euro erwartet, was einer Marge von 24,5 Prozent entspricht. 2012 lag die Ebitda-Marge bei 22,5 Prozent. „Kein großer Schocker, aber helfen tut das auch nicht“, merkten die Analysten von Alpha Wertpapierhandel an. „Boss wird einiges erklären müssen.“

In China seien die Zeiten extrem hoher Wachstumsraten vorbei, erläuterte Lahrs vor den Investoren in Hongkong. „Im Vergleich zu dem, was wir gewohnt waren, zu der langen Periode, in der die Früchte niedrig hingen, entwickelt sich die Luxusindustrie in China 2013 eher enttäuschend“, sagte er mit Blick auf Prognosen, die von einem Wachstum von vier Prozent in diesem Jahr ausgehen. Andere Luxusgüterkonzerne wie Burberry oder LVMH hatten ebenfalls über das schwächere Wachstum in China geklagt.

Dennoch will Boss in China und Asien weitere Marktanteile gewinnen und dazu auch verstärkt in die Werbung investieren. Weltweit setzt Hugo Boss zunehmend auf eigene Läden, anstatt seine Mode für Männer und Frauen über Kaufhäuser und andere Drittanbieter zu verkaufen. 2015 werde Boss mehr als 60 Prozent seines Umsatzes mit dem direkten Verkauf der Kollektionen erwirtschaften, stellte der Konzern nun in Aussicht. Zuletzt waren es rund 50 Prozent.

Von

rtr

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