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15.05.2013

16:40 Uhr

Gewinne steigen

Otto setzt auf Internet und Ausland

Otto musste sich zuletzt den Vorwurf gefallen lassen, dass seine Konkurrenten schneller wachsen. Nun kontert der Vorstandschef und kündigt an, dass Otto auch in 50 Jahren noch ein erfolgreiches Unternehmen sein werde.

Otto setzt auf Nachhaltigkeit und erwartet selbst in 50 Jahren noch ein erfolgreiches Unternehmen zu sein. dpa

Otto setzt auf Nachhaltigkeit und erwartet selbst in 50 Jahren noch ein erfolgreiches Unternehmen zu sein.

HamburgDer Hamburger Handels- und Dienstleistungskonzern Otto Group hat seine Gewinne im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012/13 (28.2.) kräftig steigern können. Vor Steuern und Zinsen (EBIT) verdiente der Familienkonzern 388 Millionen Euro, nach 259 Millionen Euro im Geschäftsjahr zuvor, teilte Otto am Mittwoch in Hamburg mit. Der Jahresüberschuss erhöhte sich von 23 Millionen auf 144 Millionen Euro. Maßgeblich für den Gewinnsprung waren die Ergebnisse im Handelsgeschäft, die trotz des hohen Wettbewerbsdrucks von 59 Millionen auf 209 Millionen Euro zulegten. Der Umsatz der Gruppe stieg um 1,6 Prozent auf 11,8 Milliarden Euro.

„Unsere nachhaltige und auf Rendite ausgerichtete Strategie zahlt sich aus“, sagte Vorstandschef Hans-Otto Schrader. Otto setze weiter auf Internationalisierung und den Ausbau des Internet-Geschäfts. Die Online-Umsätze des Konzerns erhöhten sich um 7,5 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro und sollen bis 2015 auf acht Milliarden Euro steigen. Schrader wies die Kritik zurück, dass Otto damit hinter den Wettbewerb zurückfalle, der teilweise höheres Wachstum erreiche. „Wir haben eine andere Strategie“, sagte er. Otto komme es nicht darauf an, sich Marktanteile und hohe Wachstumsraten zu kaufen, um dann ein Unternehmen an die Börse zu bringen. „Wir denken als Familienunternehmen in Generationen und werden auch in 30 oder 50 Jahren noch ein erfolgreiches internationales Handels- und Dienstleistungsunternehmen sein.“

Retouren im Online-Handel

Kunden schicken mehr zurück

Viele Online-Händler stellen eine steigende Zahl von Rücksendungen fest. In einer aktuellen Umfrage des Forschungsinstituts ibi research an der Universität Regensburg gab jeder zweite Händler an, dass seine Retourenquote in den letzten Jahren gestiegen ist. Die Mehrheit rechnet mit einer weiteren Zunahme in den kommenden Jahren.

Auswahlbesteller

Die Rücksendungen sind aus Sicht der Händler vor allem darauf zurückzuführen, dass der Artikel dem Kunden nicht gefällt oder – in der Modebranche – er nicht passt. Dritthäufigster Retourengrund seien Auswahlbestellungen, bei denn Kunden bereits beim Kauf eine Rücksendung einiger Artikel einkalkulieren.

Unbestimmter Kostenfaktor

Die durchschnittlichen Kosten pro zurückgeschicktem Artikel schätzen die Online-Shop-Betreiber sehr unterschiedlich ein. Die Angaben sind breit gestreut und reichen von unter fünf bis 75 Euro. Mehr als jeder Dritte kann die Kosten nicht schätzen.

Hausmittel

Die Händler sehen durchaus Möglichkeiten ihre Retourenquote zu senken. Mit Abstand als am wichtigsten erachten sie in diesem Zusammenhand eine detaillierte Produktbeschreibung und -darstellung.

Prüfung selten

Mehr als 50 Prozent der von ibis research befragten Händler sagen, dass Sie Bestellungen nicht dahingehend überprüfen, ob der Kunde eine hohe Retourenwahrscheinlichkeit aufweist. Sie begründen das überwiegend mit einem zu hohen Aufwand.

Faktor Zahlungsverfahren

80 Prozent erfassen die Retouren je Zahlungsverfahren nicht. Im Schnitt schätzen die Anbieter aber, dass bei Vorkasse am wenigsten Retouren auftreten – beim Versand auf Rechnung dagegen liegt der Wert am höchsten.

Kostenloser Rückversand

Drei Viertel der Online-Händler planen mit Inkrafttreten der neuen EU-Verbraucherrecht-Richtlinie 2014 die Versandkosten bei Retouren auf den Kunden zu übertragen. Gleichzeitig gehen die meisten Befragten aber davon aus, dass ihre Kunden einen kostenlosen Rückversand erwarten.

In den Bereich des elektronischen Handels werde die Otto Group bis 2015 rund 300 Millionen Euro investieren. Große Hoffnungen setze der Konzern auf das Projekt unter dem Codenamen „Collins“, an dem unter der Leitung von Gründerenkel Benjamin Otto 60 Spezialisten einen neuartigen Online-Auftritt planen. „Collins“ werde sich an junge Frauen richten und Mode und Heimtextilien vermarkten. Schrader wollte aus Wettbewerbsgründen nicht sagen, worin die innovativen Elemente des Projektes bestehen sollen, das sich der Konzern einen dreistelligen Millionenbetrag kosten lässt. Es werde im nächsten Jahr an den Markt gehen. Ebenfalls in der Pipeline sei ein neuartiges Bezahlsystem im Netz und in der realen Welt, das die Konzerntochter Yapital entwickelt.

Im laufenden Geschäftsjahr will die Gruppe um 3,5 Prozent wachsen. Eine wichtige Rolle spiele dabei die Entwicklung der Auslandsmärkte, sagte Schrader. Er verwies dabei auf diverse Otto-Aktivitäten in Brasilien und Russland, die sich in den vergangenen Jahren exzellent entwickelt hätten und weiterhin hohes Potenzial versprächen. Es gebe aber keine Zielmarke für die Auslandsumsätze, die zur Zeit bei rund 43 Prozent liegen. „Wir folgen unserer Strategie und innerhalb der Strategie folgen wir den Opportunitäten“, sagte der Vorstandschef. In manchen Jahren könne sich auch der deutsche Markt stärker entwickeln. Speziell die deutschen Versandhandelsunternehmen wie OTTO, Witt und Baur hätten ein sehr gewinnstarkes Jahr hinter sich.

Von

dpa

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