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11.08.2014

08:59 Uhr

Gewinneinbruch nach Kochs Abgang

Bilfinger geht die Energie aus

Vorstandschef Koch ging wegen gesenkter Jahresprognosen. Nun vermeldet Bilfinger auch noch einen Gewinnrückgang um 30 Prozent. Ein Ende der Probleme ist nicht in Sicht – auch wegen des Energiemarkts.

Bilfinger und Co.

Was Baukonzernen zu schaffen macht

Bilfinger und Co.: Was Baukonzernen zu schaffen macht

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FrankfurtNach dem Rauswurf von Roland Koch hat Bilfinger einen Gewinneinbruch vermeldet. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebita) brach von April bis Juni um 30 Prozent auf 93 Millionen Euro ein, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Auch der Auftragseingang ging im zweiten Quartal stark zurück um 15 Prozent.

Als Grund führte das Mannheimer Unternehmen ausbleibende Investitionen europäischer Energieversorger an, die mit der Energiewende in Deutschland zu kämpfen haben. Bilfinger hatte in der vergangenen Woche zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit seine Jahresprognose gesenkt. Vorstandschef Roland Koch musste deshalb seinen Posten räumen.

Die Aktie des im Nebenwertesegment MDax notierten Konzerns lag trotz des Gewinneinbruchs vorbörslich zwei Prozent im Plus. „Die Zahlen lagen im Rahmen der niedrigen Erwartungen“, sagte ein Börsenhändler. In der vergangenen Woche hatte die Bilfinger-Aktie nach Kochs Rücktrittserklärung mehr als 15 Prozent eingebüßt, seit der ersten Gewinnwarnung am 30. Juni rauschte der Kurs 37 Prozent in die Tiefe.

Das sind Europas größte Baukonzerne

Platz 9

NCC AB – 8,42 Milliarden Euro Umsatz

Das schwedische Unternehmen mit seinen knapp 18.000 Mitarbeitern wurde erst 1988 gegründet. Heute besteht es aus vier großen Geschäftsbereichen, unter anderem „NCC Housing“ und „NCC Roads“.

Platz 8

Ferrovial (Spanien) – 9,7 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus Madrid baut und betreibt auch Autobahnen und Flughäfen. Der Konzern errichtete unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao.

Platz 7

Balfour Beatty (Großbritannien) - 11,63 Milliarden Euro Umsatz

Bereits seit 1909 sind die traditionsreichen Briten im Baugeschäft tätig und gehören zu den Platzhirschen in Europa. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

Platz 6

Strabag (Österreich) – 13,12 Milliarden Euro Umsatz

Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben vor allem in Osteuropa expandiert. Seit 2014 konnte der Konzern den zuvor stark abgerutschten Umsatz stabilisieren und zuletzt wieder leicht steigern.

Platz 5

Eiffage (Frankreich) – 14,06 Milliarden Euro Umsatz

Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. In Deutschland sind rund 3.000 Eiffage-Mitarbeiter beschäftigt.

Platz 4

Skanska (Schweden) - 16,36 Milliarden Euro Umsatz

Kaum eine Straße, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus Solna mittlerweile breit aufgestellt.

Platz 3

Bouygues (Frankreich) - 32,43 Milliarden Euro Umsatz

Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. 2015 musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Platz 2

ACS (Spanien) - 34,93 Milliarden Euro Umsatz

Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Allein in den vergangenen drei Jahren stieg der Umsatz um rund zehn Milliarden Euro und ACS klettert das Treppchen weiter hoch. Zum Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Hochtief.

Platz 1

Vinci (Frankreich) – 38,52 Milliarden Euro Umsatz

Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehört unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen. 2015 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von knapp 0,5 Prozent.

Quelle: Deloitte

Der frühere hessische Ministerpräsident Koch hatte die Verantwortung für den starken Gewinnrückgang übernommen, seinen Rücktritt aber auch mit Streit im Aufsichtsrat über den weiteren Kurs des Unternehmens begründet. Aufsichtsratschef Bernhard Walter hatte allein das Verfehlen interner Gewinnversprechen Kochs als Grund für die „einvernehmliche Trennung“ angeführt. Das Vertrauen zu dem Konzernchef, der erst vor drei Jahren aus der Politik an die Spitze des Traditionsunternehmens gewechselt war, sei zerstört gewesen.

Über die Strategie, Bilfinger stärker auf Bau- und Ingenieurdienstleistungen für Kraftwerke, Industrie und Gebäudemanagement auszurichten und das Baugeschäft stark zu reduzieren, habe jedoch Einigkeit geherrscht. Nach Kochs Ausscheiden am Freitag wurde der frühere langjährige Konzernchef Herbert Bodner zum Interimschef bestellt.

Kommentare (5)

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Herr wulff baer

11.08.2014, 09:07 Uhr

Winkeladvokaten und Politschranzen haben noch nie einem Unternehmen gutgetan.
Wenn sie die dank ihrer Insiderkenntnisse mitgebrachten öffentlichen Aufträge abgearbeitet haben, wars das schon.
Schaut man auf die von Politikern gemanagten Großprojekte, hat man immer das gleiche Bild. Dilettantismus überall.

Herr Lung Wong

11.08.2014, 09:37 Uhr

Das Grundproblem ist doch, dass Juristen sich in allen Bereichen festgesetzt haben und nur im Sinn haben ihre Position zu sichern. Früher waren Architekten und andere Baufachleute die Leiter von Behörden und Baufirmen und Juristen waren die Zuarbeiter, jetzt ist es leider umgekehrt. Also wundern muss man sich wirklich nicht, wenn nichts mehr funktioniert.

Account gelöscht!

11.08.2014, 09:54 Uhr

Und immer noch wird diese Ethik-Merkel-Energiewende auf Basis des asozialen und perfiden EEG in der deutschen-EU Wirtschaft hofiert. Immer noch verteidigt ein Minister Gabriel dieses asozaile und perfide EEG und treibt damit die deutsche und EU Volkswirtschaft weiter in den Abgrund. Wohlstand und die Marktwirtschaft wird mit dem EEG und dieser Ökosozialistischen Energiewende Ideologie in Deutschland und in der EU VERNICHTET!

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