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22.03.2006

11:03 Uhr

Gewinneinbruch

Real verdirbt Metro die Bilanz 2005

Die Metro hat im abgelaufenen Jahr unter ihrer Lebensmitteleinzelhandels-Tochter Real gelitten, die das Konzernergebnis in den Keller zog. Grund war nicht zuletzt der Skadal um abgelaufenes Hackfleisch, der das Verbrauchervertrauen arg belastete.

HB DÜSSELDORF. Der Überschuss des Düsseldorfer Konzerns schrumpfte im Vergleich zu 2004 um rund 30 Prozent auf 649 Mill. Euro, teilte die Metro am Mittwoch in ihrem Geschäftsbericht mit. Hauptgrund ist die schlechte Entwicklung bei Real. Verlustvorträge bei dieser Tochter könnten auf absehbare Zeit nicht genutzt werden und mussten in der Bilanz abgeschrieben werden. Operativ stieg der Gewinn im Konzern um rund 1 Prozent auf 1,74 Mrd. Euro, was im Rahmen der Analystenschätzung lag. Der Umsatz legte von 53,475 auf 55,722 Mrd. Euro zu. Die Dividende soll gleich hoch ausfallen wie im Vorjahr.

Real weist als einzige Metro-Tochter 2005 einen operativen Verlust aus. Das Mönchengladbacher Einzelhandelsunternehmen, zu dem auch die kleineren Extra-Supermärkte gehören, kam gleich aus mehreren Gründen unter Druck. Real steht im verschärften Wettbewerb mit Discountern und anderen Lebensmittelhändlern. Zudem kostete der Hackfleisch-Skandal in zwei Real-Märkten viel Geld. Mitarbeiter waren beim Umetikettieren von alter Ware mit einem neuen Verfallsdatum beobachtet worden.

Die Metro-Warenhaustochter Kaufhof steigerte dagegen ihren operativen Gewinn durch Einsparungen um mehr als ein Fünftel. Der Umsatz von Kaufhof ging jedoch zurück. Die Warenhäuser galten in den vergangenen Jahren als Sorgenkind des Düsseldorfer Konzerns.

Zugpferde der Metro blieben auch 2005 die Elektronikketten Media Markt und Saturn sowie die Großhandelsmärkte für Gewerbetreibende unter dem Namen Metro. Mehr als die Hälfte des Konzernumsatzes von 55,7 Mrd. Euro wurde im Ausland erzielt. Beim Gewinn erzielte der Konzern sogar mehr als zwei Drittel außerhalb Deutschlands.

Die Geschäftsentwicklung bei Real sei „enttäuschend“ gewesen, räumte Konzernchef Hans-Joachim Körber ein. Im laufenden Geschäftsjahr wolle Metro bei Real aber „Marktanteile zurückgewinnen sowie die Kostenstrukturen weiter verbessern“, hieß es im Geschäftsbericht. Positive Effekte erhofft sich der Konzern zudem vor allem für seinen Elektrofachhandel durch die Fußball-Weltmeisterschaft, die „insbesondere den Absatz im TV- und Homecinema-Geschäft beflügeln wird“.

Das Verhältnis zwischen Auslands- und Inlandsgeschäft dürfte sich trotz WM weiter zugunsten der Länder jenseits der Grenze verschieben. Denn die Metro blickt im laufenden Geschäftsjahr 2006 nur mit verhaltenem Optimismus auf den zuletzt schwachen deutschen Heimatmarkt. Insgesamt will sie aber Umsatz und Gewinn weiter steigern, vor allem im Ausland. „Beim Ergebnis je Aktie strebt die Metro Group eine Verbesserung zwischen 5 und 8 Prozent an“, teilte der Konzern mit. Der Umsatz solle zwischen 4 und 6 Prozent zulegen.

Steigende Umsätze für den deutschen Markt hatte bereits der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels für 2006 prognostiziert. Er erwartet ein nominales Umsatzplus von einem halben bis zu 1 Prozent.

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