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08.05.2013

12:43 Uhr

Gewinnprognose gefährdet

Fraport hat Angst vor weiteren Streiks

Der Gewinn des Flughafenbetreibers Fraport ist eingebrochen. Schuld sind vor allem Schnee und Streiks. Beides führte zu weniger Passagieren. Fraport setzt nun auf Einkaufsmöglichkeiten im Terminal.

Davor fürchtet sich Fraport: Auch wegen streikenden Lufthansa-Mitarbeitern ist der Gewinn des Flughafen-Betreibers schlechter ausgefallen. Reuters

Davor fürchtet sich Fraport: Auch wegen streikenden Lufthansa-Mitarbeitern ist der Gewinn des Flughafen-Betreibers schlechter ausgefallen.

FrankfurtStreiks, Schneestürme und Abschreibungen auf einen Terminal-Anbau am Frankfurter Flughafen haben den Gewinn des Airport-Betreibers Fraport im ersten Quartal deutlich geschmälert. Das Nettoergebnis brach um 70 Prozent auf 4,5 Millionen Euro ein, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte.

Im April setzte sich der Rückgang der Passagierzahlen am größten deutschen Flughafen fort: Die Zahl der Reisenden sank um 2,2 Prozent – auch, weil wiederum ein Streik der Lufthansa – Mitarbeiter den Flugverkehr einen Tag lang fast komplett lahm legte. „Sollte es im Jahresverlauf zu weiteren Streikmaßnahmen den Flugbetrieb betreffend kommen, könnte die tatsächliche Verkehrs- und Ergebnisentwicklung insbesondere am Standort Frankfurt von der Prognose abweichen“, warnte Fraport.

Ein Wintereinbruch und Streiks hatten im ersten Quartal zu vielen Flugausfällen in Frankfurt geführt - die Zahl der Passagiere sank um zwei Prozent auf 11,9 Millionen. Etwa die Hälfte der Rückgänge war streik- und witterungsbedingt. Die andere Hälfte war der schwachen Konjunktur geschuldet, die das Urlaubsbudget vieler Menschen schmälert und die Firmen Reisekosten sparen lässt.

Die größten Flughäfen der Welt

Platz 10

Dubai

Dubai International fertigte 2012 57,7 Millionen Passagiere ab, ein Plus von 13,2 Prozent. Die Staatsfluglinie Emirates will Dubai zum Weltdrehkreuz machen – und wirbt überall auf der Welt Passagiere von der Konkurrenz ab. Derzeit noch im Bau befindet sich der neue Flughafen Dubai. Der Dubai Al Maktoum International Airport soll der größte der Welt werden und wird bereits von Frachtflugmaschinen angeflogen.

Platz 9

Jakarta

Die indonesische Hauptstadt schafft ebenfalls den Sprung in die Top Ten. Der Flughafen Jakarta rückt in der aktuellen Rangliste um drei Plätze vor. Im Jahr 2012 verzeichnete Jakarta (CGK) einen Zuwachs an Passagieren von 12,1 Prozent. Insgesamt starteten und landeten 57,8 Millionen Fluggäste auf dem Flughafen der Millionenstadt.

Platz 8

Dallas/Fort Worth

Mit 58,6 Millionen Passagieren (plus 1,4 Prozent) noch größer ist wiederum ein US-Flughafen: Rang acht nimmt Dallas/Fort Worth ein, der internationale Flughafen zwischen den beiden texanischen Großstädten. DFW, der mit knapp 7.300 Hektar flächenmäßig zweitgrößte US-Airport nach Denver, ist mit seinen sieben Start- und Landebahnen das Hauptdrehkreuz der US-Fluglinie American Airlines.

Platz 7

Paris

Zurück nach Europa: Rang zwei auf dem Kontinent und Rang sieben weltweit nimmt Paris-Charles-de-Gaulle ein. Der nahe der Ortschaft Roissy-en-France gelegene Airport beförderte im Jahr 2012 61,6 Millionen Passagiere (plus 1,1 Prozent). Der Flughafen CDG ging erst 1974 in Betrieb, nachdem der andere Pariser Flughafen Orly zu klein geworden war.

Platz 6

Los Angeles

Die zweitgrößte Metropole der USA braucht auch einen angemessen großen Flughafen: Der Los Angeles International Airport (LAX) ist mit 63,7 Millionen Passagieren (plus 3,0 Prozent) der sechstgrößte Flughafen der Welt. Der Flughafen hat es sogar in die Pop-Welt geschafft: Der Song „L.A. International Airport“ machte die Countrysängerin Susan Raye in den 70er Jahren bekannt. Das Bild zeigt den neuen Tom Bradley International Terminal, der für 1,6 Milliarden Dollar gebaut wird.

Platz 5

Chicago

Hier steigt auch US-Präsident Barack Obama gerne mal ins Flugzeug. Chicago O'Hare (ORD) belegt in der Rangliste Rang fünf. Der Airport westlich der Metropole am Lake Michigan, wichtigster Hub für United und zweitwichtigster für American Airlines, fertigte im Jahr 2012 66,6 Millionen Passagiere ab (minus 0,1 Prozent). Benannt ist ORD nach dem Weltkrieg-II-Piloten Edward O'Hare.

Platz 4

Tokio

Blick aus dem Fenster im Anflug auf Tokio-Haneda (HND): Der Airport in Japans Hauptstadt wickelt eigentlich hauptsächlich Inlands- und Asienflüge ab, der interkontinentale Verkehr läuft über den Nachbarflughafen Narita. Dennoch bringt es Haneda mit 66,8 Millionen Passagieren auf den vierten Platz im internationalen Ranking. Das waren beachtliche 6,7 Prozent mehr als 2011. Im Vorjahr waren die Passagierzahlen durch das Reaktorunglück von Fukushima allerdings auch merklich zurückgegangen.

Platz 3

London

London kann seinen Treppchenplatz verteidigen: Mit 70 Millionen Passagieren (plus 0,9 Prozent) ist London-Heathrow (LHR) der größte Flughafen Europas. Der Airport im Westen Londons ist nur einer von mehreren in der Metropole: Weitere Passagiere verteilen sich auf Gatwick, Stansted, Luton und den City Airport. Für Aufsehen sorgte Heathrow im März 2008, als die ganze Welt über das Gepäck-Chaos im neuen Prestige-Terminal 5 lachte.

Platz 2

Peking

Der weltweit zweitgrößte Flughafen 2012 und angesichts der Wachstumsraten auf dem Weg zur Nummer eins ist Beijing Capital International Airport (PEK) in Chinas Hauptstadt: 81,9 Millionen Passagiere schleuste PEK durch - ein Plus von 4,1 Prozent. Dennoch hat der Airport noch einen großen Rückstand auf Rang eins.

Platz 1

Atlanta

Der Flughafen Hartsfield-Jackson Atlanta International (ATL) stellt größenmäßig alle anderen in den Schatten: 95,5 Millionen Passagiere stiegen im Jahr 2012 hier ein und aus (plus 3,3 Prozent). Die Größe erklärt sich vor allem dadurch, dass Atlanta als Hauptdrehkreuz einen klassischen Zwischenstopp für Inlandsflüge darstellt. Daneben bietet Atlanta aber auch die meisten Nonstop-Flüge weltweit an. Benannt wurde der Flughafen nach dem ehemaligen Bürgermeister William B. Hartsfield.

Für das Gesamtjahr rechnet Fraport weiter mit stagnierenden Passagierzahlen am Frankfurter Flughafen und sieht eine leichte Belebung der Konjunktur. "Bei der Einschätzung der allgemeinen wirtschaftlichen Lage in Deutschland gehen wir im Jahresverlauf von einer leichten Verbesserung aus", erläuterte Konzernchef Stefan Schulte. Eine echte Trendwende mit "entsprechender stimulierender Wirkung auf den Luftverkehr" erwarte er für 2013 aber noch nicht. Für das Gesamtjahr rechnet Fraport mit einem Umsatzplus von bis zu fünf Prozent, aber gleichzeitig sinkenden Gewinnen.

Bei der Prognose steigender Umsätze setzt Fraport vor allem auf höhere Einnahmen aus dem Ladengeschäft. Der im Herbst 2012 eröffnete Terminal-Anbau am Frankfurter Flughafen bringt weitere Einkaufsmöglichkeiten, bei denen Fraport mitverdient. Schon im ersten Quartal profitierte der Konzern davon: Der Umsatz stieg - auch wegen der Erhöhung der Flughafengebühren - um 2,3 Prozent auf 550 Millionen Euro.

Die im Nebenwerteindex MDax notierten Fraport-Aktien gaben am Vormittag ein Prozent auf 46 Euro nach.

Von

rtr

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