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23.10.2013

12:50 Uhr

Gewinnrückgang

Heineken läuft die Kundschaft davon

Liegt's am mangelnden Durst? Der Bauereikonzern Heineken streicht für das laufende Jahr die Gewinnprognose zusammen. Gerade in Europa liegt der Absatz unter den Erwartungen. Weitere Sparmaßnahmen sollen helfen.

Carlsberg-Chef Massen

„Außer Preiskämpfen ist den Bierbrauern nichts eingefallen“

Carlsberg-Chef Massen: „Außer Preiskämpfen ist den Bierbrauern nichts eingefallen“

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AmsterdamDer niederländische Bierbrauer Heineken rechnet wegen der Zurückhaltung der Kunden in Mittel- und Osteuropa und des starken Euro mit einem Gewinnrückgang im laufenden Jahr. Der Ertrag werde nun doch einstellig sinken, teilte der weltweit drittgrößte Brauereikonzern am Mittwoch in Amsterdam mit. Zuvor hatte Heineken noch mit mehr oder weniger stabilen Ergebnissen gerechnet. Gegensteuern will der Konzern, zu dem auch Marken wie Paulaner und Foster's gehören, mit weiteren Sparmaßnahmen vor allem in Europa.

Die größten Bierbrauer weltweit

Platz 10

BGI / Groupe Castel (Frankreich)

Das französische Traditionsunternehmen BGI / Groupe Castel verkauft nicht nur Bier, sondern auch Wein und Soft Drinks. Insbesondere in Afrika sind die Franzosen mit ihren Marken Castel und Flag gut aufgestellt.

Ausstoß (Mio. hl): 29,8

*Quelle: Barth-Haas Group/Statista, alle Zahlen für 2015

Platz 9

Kirin (Japan)

Die Japaner haben durchaus Sinn für ausgefallene Bierkreationen, entwarfen vor wenigen Jahren ein Frozen Beer. Obwohl die Brauerei, die zum Industriekonglomerat Mitsubishi gehört, ihre Vormachtstellung auf dem Heimatmarkt vor zehn Jahren an Asahi abtreten musste, ist sie global führend.

Ausstoß (Mio. hl): 43,1

Platz 8

Beijing Yanjing Beer Company (China)

Yanjing ist der Durchstarter in Asien. In rasantem Tempo hat sich das Kleinunternehmen zu einem mächtigen Konzern im asiatischen Raum entwickelt. Die Gründung der Brauerei liegt nur gut 30 Jahre zurück.

Ausstoß (Mio. hl): 48,3

Platz 7

Molson-Coors (USA/Kanada)

Die Erfinder des Dosenbiers sind auch international längst eine Größe. 2012 übernahm das Unternehmen die tschechische Brauereigruppe StarBev, zu der auch Staropramen gehört. Dadurch gehören die Amerikaner vor allem in Osteuropa zu den führenden Brauern.

Ausstoß (Mio. hl): 58,1

Platz 6

Tsingtao Brewery (China)

Die Chinesen haben ihren Einfluss in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut. Als einer der Hauptsponsoren der olympischen Spiele von 2008 in Peking hat sich Tsingtao fest etabliert. Bereits seit 1972 vertreibt die Firma ihre Produkte auch in den USA.

Ausstoß (Mio. hl): 70,5

Platz 5

China Resource Brewery (China)

Dieses Unternehmen setzt auf Kompetenz aus Europa: Das Joint Venture aus dem chinesischen Unternehmen CR Enterprise und SAB-Miller aus Großbritannien produziert die Marke „Snowbeer“ für den chinesischen Markt. Und das durchaus erfolgreich. Wächst die Marke weiter wie bisher, dürfte bald im Ranking aufsteigen.

Ausstoß (Mio. hl): 117,4

Platz 4

Carlsberg (Dänemark)

Die Dänen haben sich längst von einer regionalen Marke zum Global Player entwickelt. Zu Carlsberg gehören auch die deutsche Kultmarke Astra sowie Lübzer und Holsten.

Ausstoß (Mio. hl): 120,3

Platz 3

Heineken (Niederlande)

Die Welt trinkt Heineken, möchte man meinen. Die Marke hat sich international längst etabliert. Heineken ist auch an den deutschen Marken Kulmbacher und Paulaner beteiligt.

Ausstoß (Mio. hl): 188,3

Platz 2

SAB Miller (Vereinigtes Königreich)

Die britische Brauerei ist berühmt-berüchtigt für das „Miller“. Die ur-amerikanische Marke gehört seit 2002 zum SAB-Miller-Konzern und hat sich die australische Traditionssorte Foster's einverleibt.

Ausstoß (Mio. hl): 191,3

Platz 1

Anheuser-Busch Inbev NV/ SA (Belgien)

Der amerikanisch-belgisch-brasilianische Brauriese kann seinen Marktenteil sogar weiter steigern. Mittlerweile stammt jedes fünfte Bier, das weltweit verkauft wird, aus dem Konzern. Die bekannteste deutsche Marke im Portfolio ist Beck's.

Ausstoß (Mio. Hektoliter): 409,9

Bereits im zweiten Quartal hatte der Brauer mit einem Absatzrückgang zu kämpfen und die Kostenschraube fester angezogen. Weil Heineken sich stärker auf höherwertige Biere konzentriert und gute Preise durchsetzen konnte, entwickelte sich der Umsatz aber besser. Die Erlöse legten im dritten Quartal um ein Prozent auf 5,7 Milliarden Euro zu, wohingegen das Volumen in dieser Zeit um 2 Prozent gesunken war. Nach Steuern verdiente Heineken 483 Millionen Euro - nach 568 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. An der Börse kamen die Zahlen und die gesenkte Prognose schlecht an. Die Heineken-Aktie verlor zu Handelsbeginn mehr als drei Prozent.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

23.10.2013, 13:57 Uhr

Durch die Konzentration auf immer weniger Standorte schmeckt eben ein Bier wie das andere. Das typische geht oft verloren. Und allein wegen dem Aufdruck einer bekannten Marke wird das nicht besser.

Glücklicherweise gibt es in unserer Region noch viele kleine Regionalbrauerein, die in denen von Menschen von hier typische unverkennbare Biere gebraucht werden.

Da kann man auf die Einheitssuppe der Großen gut verzichten, und wenn sie noch so beworben werden.

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