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12.12.2013

13:16 Uhr

Gewürzmarkt

Ausgefuchst

VonMoritz Schröder

Anis, Zimt, Curry: Die Vielfalt im Gewürzregal ist eine Scheinwelt. Vier von fünf Päckchen liefert Dieter Fuchs' Unternehmen. Mit 85 Jahren hat er sich zurückgezogen. Einer seiner Erfolge: dem Kartellamt zu entwischen.

Die bunten Dosen sind das Markenzeichen der Stammmarke Fuchs. Imago

Die bunten Dosen sind das Markenzeichen der Stammmarke Fuchs.

DüsseldorfKurz vor Weihnachten stehen Gewürze aus aller Welt auf deutschen Einkaufszetteln: Anis aus Ägypten, Muskat aus Indonesien, Zimt aus Madagaskar. Und wer im Supermarktregal zugreift, kauft fast immer bei demselben Unternehmen: Fuchs Gewürze. Die Firma aus Dissen in Niedersachsen ist die Nummer eins auf dem deutschen und europäischen Gewürzmarkt und weltweit die Nummer zwei.

Bei 70 bis 80 Prozent liegt der Marktanteil von Fuchs für Haushaltsgewürze nach verschiedenen Schätzungen. Denn selbst wer die Marke „Fuchs“ meidet, landet beim Platzhirschen. Auch die Gewürzdosen von Ostmann, Ubena oder Wagner stammen aus dem Reich von Fuchs. Im Feinkostregal geht es weiter: Bamboo Garden, Escoffier, Kattus, ein Stück weiter die scharfen Soßen und Dips von Fuego – hinter allem steckt Fuchs. Auch bei Discountern sind die Gewürze aus Dissen gelistet. Branchenkenner sprechen von einer „Monokultur“ im Gewürzregal.

Fakten zu Fuchs

Gründungsjahr

1952 im niedersächsischen Dissen, wo die Firma heute noch ihren Sitz hat.

Geschichte

Fuchs führt in den 1960er-Jahren sein Marken-Gewürzregal ein, das auf die Gewürzdosen des Herstellers angepasst ist. 1964 folgen die bunten Dosen mit „Wählscheibe“ mit unterschiedlichen Öffnungen zum Gewürzstreuen. Ab den späten 90er-Jahren setzt Fuchs zur großen Expansion an und übernimmt Ostmann (1998), Ubena (2000), Wagner (2002) und Kattus (2006).

Geschäftsentwicklung

Schätzungen zufolge hat Fuchs in Deutschland einen Marktanteil bei Haushaltsgewürzen und -kräutern von 70 bis 80 Prozent. Der Umsatz liegt Berichten zufolge bei mehr als 550 Millionen Euro.

Eigner und Führung

Gründer und Eigner Dieter Fuchs zog sich nach 60 Jahren an der Spitze im Herbst 2013 im Alter von 85 Jahren aus der operativen Führung seines Unternehmens zurück.

Beschäftigte und Standorte

Weltweit hat Fuchs 3500 Mitarbeiter und 14 Standorte, davon drei in Deutschland. Außerdem ist das Unternehmen in Frankreich, Rumänien, den USA, China, Vietnam und Brasilien präsent.

Produkte

Fuchs bietet über seine zahlreichen Marken Gewürze, Küchenkräuter und Feinkost an.

Fuchs, das ist nicht nur ein Unternehmen, das ist ein Mythos – eine Geschichte, ähnlich sagenhaft wie so manche aus den Chroniken des Gewürzhandels, als Pfeffersäcke Vermögen anhäuften und ihre Waren mit Gold aufgewogen wurden. Im Jahr 1952 baute Dieter Fuchs in der Kleinstadt Dissen einen Gewürzhandel auf. Seine ersten Tüten mit Salz und Pfeffer brachte er per Fahrrad zu seinen Kunden. Doch er suchte das große Geschäft und traf eine Entscheidung, die den Erfolg seines heutigen Imperiums begründete: Fuchs wollte seine Waren im großen Stil bei den Einzelhändlern verbreiten.

Hinter der heute bekannten Marke steht eine extrem öffentlichkeitsscheue Person. Wenig ist bekannt über den inzwischen gealterten Firmenchef. Umso überraschter reagierte Starkoch Alfons Schuhbeck, als ihn Fuchs vor einigen Jahren in seinem Gewürzladen in München besuchte. Aus dem Besuch ist eine enge Geschäftsbeziehung entstanden. Heute prangt Schuhbecks Gesicht auf den Dosen der Premium-Linie „Fuchs …die feine Küche“. Es war wohl einer der letzten großen Deals von Dieter Fuchs für sein Unternehmen.

Nach 60 Jahren, in denen er sein Gewürz-Reich penibel gesteuert hat, zieht sich Fuchs inzwischen immer mehr aus dem Geschäft zurück. 85 Jahre ist er jetzt alt. Auf den Sitzungen des Gewürzverbandes hat man ihn schon länger nicht gesehen. Auch, weil sich sein Alter bemerkbar mache, heißt es. Anfang September trennte sich Dieter Fuchs von sämtlichen Leitungsfunktionen und übergab die leitende Geschäftsführung an Carsten Wehrmann, der davor CEO bei Lindt & Sprüngli in Österreich war.

Kommentare (5)

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ausmuenchen

12.12.2013, 16:47 Uhr

Es gibt noch eine Alternative, zumindest in großen Städten: kaufen Sie in einem Asia-Shop.

Waldemar

12.12.2013, 17:30 Uhr

In dem ganzen Artikel ist nicht einmal von der Qualität der Gewürze die Rede.
Das Geld was in „Werbekostenzuschüsse“ fließt könnte man dafür verwenden, ist sicher nicht unerheblich.
Ein Glück gibt es auch kleinere Marken, die andere Konzepte verfolgen und so mit Qualität&Preis überzeugen können.
Die Gewürzkampagne aus Berlin zum Beispiel.

anacondafucker

12.12.2013, 19:37 Uhr

Das ist doch der bayrische Spitzenkoch an seiner Seite, der vor lauter Geldgier für Mc Donalds Werbung machte.
Pfui Teufel!

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