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04.02.2004

17:40 Uhr

Giftalarm in der Poststelle

Post-Dienste reagieren auf Bioterror

VonRudi Kulzer (Handelsblatt)

In Angesicht von Milzbrand-Terror, Briefbomben und Rizin-Alarm haben die ersten Post-Dienstleister reagiert und bieten nun spezielle Sicherheitsdienste für Poststellen von Unternehmen und Behörden an.

HB MÜNCHEN. Erneuter Alarm in Washington DC. Am Dienstag wurde in einer Poststelle des US-Senats das tödliche Biogift Rizin entdeckt. Untersuchungen eines verdächtigen Pulver in einer eingegangenen Briefsendung hatten ergeben, dass es sich dabei höchstwahrscheinlich um die giftige Chemikalie handle, sagte der örtlich Polizeichef der US-Bundeshauptstadt. Daraufhin wurden 16 Menschen, die auf dem betroffenen Stockwerk gearbeitet hatten, in Quarantäne gesteckt, um „entgiftet“ zu werden.

Nach dem letzten Stand der Meldungen ist niemand zu Schaden gekommen. Doch die Gefahr ist groß. Das in der Terrorszene beliebte Rizin ist ein natürlich vorkommendes Gift, das beim Menschen binnen weniger Tage zum Tod führen kann. Zudem erinnert der Vorfall die USA schmerzlich daran, dass der Fall der Briefanschläge mit Milzbrand (Anthrax) aus dem Jahre 2001 noch nicht gelöst ist. Damals waren fünf Menschen durch vergiftete Briefe getötet worden. Auch in der Post der EU gab es vor kurzem versuchte Anschläge Briefbomben.

Angesichts dieser Entwicklung sehen sich die Verantwortlichen für Poststellen von Regierungen sowie öffentlicher und privater Verwaltung vor völlig neue Aufgaben gestellt: Terrorabwehr in der Poststelle. Die bis dahin leicht zu übersehenden Räume sind zu einem strategisch wichtigen Einsatzplatz in der Logistikkette von Unternehmen geworden. Müssen wegen Bomben- oder Giftalarm Büros geschlossen werden, entstehen rasch finanzielle Schäden in Millionenhöhe. Vor allem Finanzinstitute und Telekom-Anbieter sind besonders verwundbar.

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