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09.04.2014

13:42 Uhr

Giftiges Chrom

Greenpeace warnt vor Lederschuhen

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat in vielen Lederschuhen giftiges Chrom entdeckt. Vor allem Schuhe von Zalando sollen betroffen sein. Der Online-Händler reagiert schockiert und will die Kontrollen verschärfen.

Greenpeace warnt vor giftigen Stoffen in bestimmten Lederschuhen von Zalando. dpa

Greenpeace warnt vor giftigen Stoffen in bestimmten Lederschuhen von Zalando.

HamburgDie Umweltschutzorganisation Greenpeace warnt vor giftigen Chemikalien in Lederprodukten. Vor allem der Stoff Chrom VI, der auch in Schuhen des Online-Händlers Zalando gefunden wurde, sei eines der großen Probleme der Lederindustrie, berichtete das „Greenpeace Magazin“ in seiner jüngsten Ausgabe.

Die Chemikalie komme als Verunreinigung in billig produzierten Gerbstoffen vor und könne sogar in fertigen Produkten etwa durch Fußschweiß gebildet werden. Durch Kontakt mit dem Gift können Allergien ausgelöst, durch Einatmen kann Krebs verursacht werden. In Billiglohnländern macht Chrom VI die Gerbereiarbeiter krank, die oft barfüßig in dem Gerbstoff waten müssen.

Zalando räumte gegenüber dem „Greenpeace Magazin“ Fehler ein. Das Unternehmen wolle in Zukunft mehr Tests machen sowie den Druck auf die Händler erhöhen, sagte ein Unternehmenssprecher dem Magazin. Über die Werte sei Zalando „geschockt“. Chrom VI war in 1500 Schuhpaaren von Zalando entdeckt worden.

Retouren im Online-Handel

Kunden schicken mehr zurück

Viele Online-Händler stellen eine steigende Zahl von Rücksendungen fest. In einer aktuellen Umfrage des Forschungsinstituts ibi research an der Universität Regensburg gab jeder zweite Händler an, dass seine Retourenquote in den letzten Jahren gestiegen ist. Die Mehrheit rechnet mit einer weiteren Zunahme in den kommenden Jahren.

Auswahlbesteller

Die Rücksendungen sind aus Sicht der Händler vor allem darauf zurückzuführen, dass der Artikel dem Kunden nicht gefällt oder – in der Modebranche – er nicht passt. Dritthäufigster Retourengrund seien Auswahlbestellungen, bei denn Kunden bereits beim Kauf eine Rücksendung einiger Artikel einkalkulieren.

Unbestimmter Kostenfaktor

Die durchschnittlichen Kosten pro zurückgeschicktem Artikel schätzen die Online-Shop-Betreiber sehr unterschiedlich ein. Die Angaben sind breit gestreut und reichen von unter fünf bis 75 Euro. Mehr als jeder Dritte kann die Kosten nicht schätzen.

Hausmittel

Die Händler sehen durchaus Möglichkeiten ihre Retourenquote zu senken. Mit Abstand als am wichtigsten erachten sie in diesem Zusammenhand eine detaillierte Produktbeschreibung und -darstellung.

Prüfung selten

Mehr als 50 Prozent der von ibis research befragten Händler sagen, dass Sie Bestellungen nicht dahingehend überprüfen, ob der Kunde eine hohe Retourenwahrscheinlichkeit aufweist. Sie begründen das überwiegend mit einem zu hohen Aufwand.

Faktor Zahlungsverfahren

80 Prozent erfassen die Retouren je Zahlungsverfahren nicht. Im Schnitt schätzen die Anbieter aber, dass bei Vorkasse am wenigsten Retouren auftreten – beim Versand auf Rechnung dagegen liegt der Wert am höchsten.

Kostenloser Rückversand

Drei Viertel der Online-Händler planen mit Inkrafttreten der neuen EU-Verbraucherrecht-Richtlinie 2014 die Versandkosten bei Retouren auf den Kunden zu übertragen. Gleichzeitig gehen die meisten Befragten aber davon aus, dass ihre Kunden einen kostenlosen Rückversand erwarten.

Der Online-Händler lässt Schuhe seiner Eigenmarken unter anderem in Südostasien produzieren, berichtet das „Greenpeace Magazin“. Die Weiterverarbeitung von Tierhäuten verlagere sich wegen niedriger Lohnkosten und geringer Umweltauflagen immer mehr nach Asien.

Allein in China habe sich die Produktion von schwerem Rindsleder seit Mitte der 90er Jahre verdreifacht. Immer wieder sorge die asiatische Lederindustrie für Skandale - so versickerten giftige Chemikalien auf Feldern, auf denen Lebensmittel angebaut würden, Abgase verpesteten die Luft, und der Arbeitsschutz sei unzureichend.

Von

afp

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