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21.01.2010

08:37 Uhr

Global Art of Parfums

Der Grandseigneur der Düfte lädt nach Düsseldorf

VonClaudia Tödtmann

Der Duft der Welt soll nach Düsseldorf kommen. Auf der "Global Art of Parfums" werden internationale Hersteller mit großen Namen ihre neuesten Duft-Trends präsentieren. Parfümpapst Frank Schnitzler will die Messe zum neuen Pflichttermin für die Parfümindustrie machen.

Frank Schnitzler will die Parfümwelt nach Düsseldorf locken. Schnitzler

Frank Schnitzler will die Parfümwelt nach Düsseldorf locken.

DÜSSELDORF. Das neue Baby von Parfümpapst Frank Schnitzler ist ein Mischling. Ein bisschen Messe, ein bisschen Kongress und auch ein wenig Parfüm-Kunstausstellung. So pathetisch beschreibt der Düsseldorfer sein neues Projekt, den Parfüm- und Trendkongress namens Global Art of Parfums. Dahinter verbirgt sich eine Messe vom 26. bis 28. März für Hersteller, Händler und Konsumenten.

Geboten werden in den Rheinterassen auf 3 600 Quadratmetern rund 100 Aussteller - Ulrich Lang New York, Coty, Fiorentino, Prestigio, Nobilis, Scentis, Emeshel oder Keiko Mecheri sind einige von ihnen - und mit Workshops klassischer Häuser wie Guerlain oder der Firma Symrise, einem der weltgrößten Dufthersteller.

Das Ziel ist es, viele Nischenmarken zu präsentieren, aber auch den Klassikern unter den Parfüms wie Dior oder Cartier ein Podium zu bieten. Bei der Flut immer neuer Düfte von starken Marken wie Hugo Boss, Esprit oder DKNY - die eigentlich Textilunternehmer sind, aber mit den Lizenzprodukten gut zuverdienen - ein ruhmreiches Ansinnen.

Aushängeschild ist die New Yorker Trendforscherin Li Edelkoort - sie berät etwa Banken, Autokonzerne wie Regierungen und hat weltweit 30 Büros. Sie hält zwei Vorträge über Beautytrends und die neuen Megatrends beim Lifestyle. Als Veranstalter firmiert die Trendmessen GmbH, deren Geschäftsführer Frank Schnitzler und Bernd Kruschka sind.

Zur Erinnerung: Schnitzler machte sich als Inhaber mehrerer Parfümerien in Düsseldorf einen Namen als einer der führenden fünf Parfümexperten Deutschlands. Zuletzt hatte er 65 Mitarbeiter und erzielte rund zehn Mio. Euro Umsatz pro Jahr. Doch es war ein wenig ruhig geworden um den Grandseigneur der Düfte, nachdem er seine Läden 2006 an den Filialisten Douglas verkauft hatte. Doch um sich aufs Altenteil zurück zu ziehen, dafür ist es für den 67-jährigen Schnitzler irgendwie noch viel zu früh - und dafür hat er vor allem viel zu viel Branchen-Know-How. Seine Beratertätigkeit füllte ihn nicht aus und so verfiel er darauf, eine Messe aufzubauen. Im vergangenen Jahr startete er erst einmal mit einem Versuchsballon: in kleinerem Stil mit rund 50 Ausstellern und unter dem Namen Sniffapalooza.

Ausgerechnet, mag mancher Kritiker nun sagen. So als gäbe es nicht schon Parfüm-Messen in Italien wie Pitti Fraganze in Florenz, die Cosmoprof in Bologna oder die Esxence in Mailand. Hierzulande gibt es in Frankfurt die Beautyworld - nur für das Fachpublikum -, die sich jedoch immer schwerer tut. Klassiker Dior ist hier nicht vertreten. Und womöglich ist Schnitzlers Idee eben deshalb so gut, weil er die Nische bedient: "Mein Ziel ist es, eine erstklassige Duftmesse für alle neuen Düfte zu gestalten."

Martin Ruppmann, Geschäftsführer VKE-Kosmetikverband, Berlin, urteilt: "Wir halten es für eine zukunftsträchtige Idee, Duft-Nischenmarken in Deutschland ein Forum zu geben. Eine zusätzliche Messe-Plattform für selektiv vertriebene Düfte ist allerdings in diesen weiterhin wirtschaftlich schwierigen Zeiten angesichts knapper Budgets eine echte Herausforderung. Die Notwendigkeit für Handel und Industrie muss sich erst noch zeigen."

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