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15.01.2012

14:34 Uhr

Globaler Tourismus

Kreuzfahrt-Branche rechnet mit enormem Wachstum

Das Unglück vor der Küste Italiens ist laut Branchenverband nur eine seltene Ausnahme. Weltweit profitiert die Kreuzfahrt-Industrie von der zunehmenden Reiselust der Betuchten. Ein Ende des Booms ist nicht in Sicht.

Aida-Kreuzfahrtschiff auf dem Weg nach Hamburg: Unglücke sind laut Branchenverband eine seltene Ausnahme. dapd

Aida-Kreuzfahrtschiff auf dem Weg nach Hamburg: Unglücke sind laut Branchenverband eine seltene Ausnahme.

BerlinDer Deutsche Reiseverband sieht nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffes „Costa Concordia“ vor der toskanischen Küste keine negativen Auswirkungen auf die Kreuzfahrtbranche. Trotz der Tragödie gehörten Kreuzfahrtschiffe zu den sichersten Verkehrsmitteln, sagte der Sprecher des Verbandes, Torsten Schäfer. Er erwarte nicht, dass es wegen des Unglücks einen Abbruch des Branchen-Booms gebe.

„So schlimm dieses Unglück ist, es zeigt einmal mehr, dass wir uns in einer Welt bewegen, wo jeden Tag etwas passieren kann“, sagte Schäfer. Dessen seien sich die Menschen auch bewusst, egal, ob sie in ein Auto, die Bahn, ein Flugzeug oder auf ein Kreuzfahrtschiff stiegen. „Deswegen sehen wir bei aller Tragödie dieses Unfalls keine großen Auswirkungen.“ Mit Blick auf die Relationen zwischen Unglücken etwa mit dem Auto oder Flugzeug gehörten Kreuzfahrtschiffe zu den sichersten Verkehrsmitteln.

Zur Entwicklung des Kreuzfahrtgeschäfts sagte Schäfer, die Branche erwarte kein Ende des Booms. Im Jahr 2010 hätten in Deutschland 1,6 Millionen Passagiere eine Kreuzfahrt auf hoher See oder einem Fluss gemacht, davon alleine 1,2 Millionen eine Hochsee-Kreuzfahrt.

Aktuelle Zahlen für das vergangene Jahr will der Reiseverband im März auf der Reisemesse ITB vorstellen.

Schäfer: „Der deutsche Kreuzfahrtenmarkt gehört seit Jahren zu den Segmenten in der Reisebranche mit den höchsten Wachstumsraten.“ Pro Jahr wuchs der Markt in den vergangenen Jahren um 18 bis 20 Prozent, sowohl beim Umsatz als auch bei der Zahl der Passagier. 2010 lag der Umsatz der deutschen Veranstalter von Kreuzfahrten - etwa Aida oder Hapag-Lloyd - bei zwei Milliarden Euro.

Die Kreuzfahrt-Industrie boomt wie nie

Großes Potenzial

Kreuzfahrten erfreuen sich besonders bei deutschen Urlaubern immer größerer Beliebtheit - ein boomendes Geschäft für die Touristikindustrie. Der Urlaub auf dem Schiff ist nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) das am schnellsten wachsende Segment der Branche. In der Bundesrepublik sehen die Anbieter noch besonders große Wachstumschancen, sagte ein DRV-Sprecher.

Im Ausland ist der Markt wesentlich entwickelter

Denn während hier jährlich erst 1,5 Prozent der Bevölkerung Ferien auf einem Kreuzfahrtschiff verbrächten, seien es in Großbritannien bereits drei und in den USA sogar fünf Prozent. Im vergangenen Jahr stiegen die Umsätze mit Hochsee- und Flusskreuzfahrten einer DRV-Schätzung zufolge um zwölf Prozent. Auch die Passagierzahl habe 2011 erneut deutlich zugelegt, Zahlen lägen hier aber noch nicht vor.

Traumhafte Aussichten

Im Jahr 2010 verzeichneten die deutschen Anbieter allein bei Hochseekreuzfahrten ein Plus von 19 Prozent auf 1,2 Millionen Passagiere. Der Umsatz der deutschen Branche mit dem Urlaub auf hoher See wuchs 2010 um sieben Prozent auf mehr als zwei Milliarden Euro. Bei Flusskreuzfahrten stieg die Zahl der Urlauber um neun Prozent auf gut 430.000.

Beliebte Reiseziele der Deutschen

Die beliebteste Kreuzfahrtregion deutscher Urlauber ist das westliche Mittelmeer. Auf den weiteren Rängen folgen Touren in den hohen Norden - nach Norwegen, Spitzbergen, Island und Grönland -, ins östliche Mittelmeer, zu den Kanarischen Inseln und auf der Ostsee.

Hart umkämpfter Markt für Giganten

Zu den weltweit größten Kreuzfahrtanbietern zählt der US-Konzern Carnival , dessen italienisches Tochterunternehmen Costa Cruises das nun verunglückte Schiff „Costa Concordia“ unterhält. Zu Carnival gehört auch der deutsche Marktführer Aida. Weitere große Anbieter in Deutschland sind Hapag Lloyd und TUI Cruises, ein Gemeinschaftsunternehmen des Reisekonzerns TUI und des in den USA ansässigen Branchenriesen Royal Caribbean.

Von

dpa

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