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14.01.2010

12:05 Uhr

Gravierender Umbruch

Digitaler Brief knackt Postmonopol

VonJens Koenen

Der Briefmarkt steht vor einem gravierenden Umbruch. Mit Hochdruck arbeiten Unternehmen wie die Deutsche Post mit ihrem Online-Brief oder die Deutsche Telekom und United Internet mit der De-Mail am elektronischen Brief. Die zunehmende Digitalisierung krempelt etablierte Abläufe um und schafft Platz für neue Anbieter. Das könnte den lange ersehnten Wettbewerb im Briefmarkt stärken.

Briefkasten auf der Insel Fehmarn: Bislang dominiert die Deutsche Post den Briefmarkt hierzulande. Mit der Einführung des digitalen Briefs könnte sich das ändern. ap

Briefkasten auf der Insel Fehmarn: Bislang dominiert die Deutsche Post den Briefmarkt hierzulande. Mit der Einführung des digitalen Briefs könnte sich das ändern.

FRANKFURT. Bislang dominiert die Deutsche Post den deutschen Briefmarkt mit gut 90 Prozent. Ein Grund sind die immensen Investitionen. "Kein einzelnes Unternehmen wird parallel zur Deutschen Post eine eigene flächendeckende Infrastruktur für die klassische papierne Briefannahme und-verteilung aufbauen können", sagt Oliver Michel, der Geschäftsführer des im Postmarkt tätigen IT Pawisda GmbH: -Dienstleisters "Durch die Digitalisierung wird aber diese Hürde fallen."

Pawisda rüstet deshalb bereits auf. Bislang vertreibt das Unternehmen seine IT-Systeme an Postkonzerne wie die Deutsche Post oder Unternehmen. Sie können damit ihre am Computer verfasste Geschäftspost sammeln und für die Verteilung aufbereiten. Dabei wird aber weitgehend die Infrastruktur der Deutschen Post genutzt.

Nun will Pawisda einen unabhängigen Dienstleister aufbauen, der national und international Briefe etwa von Unternehmen sammelt und diese weitervermittelt, entweder als Online-Brief oder in physischer Form direkt an die Postunternehmen. Damit würden die Verteilzentren der Deutschen Post überflüssig. "Die 21postnet haben wir als Tochtergesellschaft für den Infrastrukturbereich bereits gegründet", so Michel.

Zugleich können solche unabhängigen Dienstleister viel besser als bislang die Dienste der Postrivalen nutzen. Diese haben sich wie die vom Holtzbrinck-Verlag getragene PIN-Gruppe und die niederländische TNT zu einer Mail Alliance zusammengefunden und können so weite Teile Deutschlands bedienen. Die von den Dienstleistern gesammelten Briefe können vor Ort bei den Postrivalen ausgedruckt und dann verteilt werden.

Kommentare (2)

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mirscho

14.01.2010, 13:27 Uhr

Tolle idee! ich zahle aber lieber weiterhin die Preise der Post. Gründe dafür habe ich genug.
Zumal ich sehr oft briefe vom Vormieter in meinem briefkasten habe - aber nur die welche nicht von der DP ausgeteilt werden. Wenn das mit meiner Post passieren würde.

Außerdem: Gemessen an dem was ein Mitarbeiter bei PiN verdient, dürften den ihre briefe nur noch 0,18€ kosten. :) Armes Deutschland....

...da zahle ich lieber mehr. Niemand geht kostenlos auf Arbeit.

Fritz Miehl

14.01.2010, 16:00 Uhr

Eigentlich eine begrüßenswerte idee. Allein schon wegen der möglichen Sicherheit. Was nützt mir aber die vorgebliche Sicherheit wenn ich dem schlecht entlohnten Personal des "billiganbieters" nur so weit trauen kann wie ich es sehe?

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