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30.04.2013

13:59 Uhr

Größtes Möbel-Start-Up in Europa

Fab dockt an Hamburger Möbelhaus an

VonCarina Kontio, Jacqueline Goebel

ExklusivDer Design-Shopping-Club Fab.com will die Welt erobern. Das US-Unternehmen legt ein rasantes Wachstum hin – und kauft auch hierzulande immer mehr Start-Ups ein. Heute auf dem Zettel: das Luxusmöbelhaus Massivkonzept.

Massivkonzept verfügt über 7000 Kunden. Davon kommen gut 10 Prozent aus dem B2B-Bereich. (Quelle: Screenshot)

Massivkonzept verfügt über 7000 Kunden. Davon kommen gut 10 Prozent aus dem B2B-Bereich.

(Quelle: Screenshot)

DüsseldorfFab.com aus New York kauft sich weiter in Deutschland ein: Nach Informationen von Handelsblatt Online übernimmt das E-Commerce-Unternehmen heute in einer Aktientausch-Übernahme die Hamburger Firma Massivkonzept, das nach eigenen Angaben größte Start-up für individualisierte Möbel in Europa.

Das deutsche Unternehmen, das 2010 von zwei Schulfreunden gegründet wurde, hat sich auf hochwertige, maßgefertigte Möbel spezialisiert und dient dem Online-Shop Fab dazu, das umsatzstärkste Produktsegment mit Inneneinrichtung zu stärken. Das Volumen des Aktientransfers wird nicht bekannt gegeben. Gleichzeitig wird der Hamburger Showroom von Massivkonzept, der sich in prominenter Lage an der Großen Elbstraße befindet, Fabs erste Filiale.

Erfolgsfaktoren für Web-Shops

Front-End und Back-End

Sie müssen nahtlos miteinander integriert sein. Das heißt, wenn der Besucher im Shop eine Bestellung auslöst, muss dieser Prozess in den nachgelagerten Warenwirtschafts-, Kundenwirtschafts- und Produktmanagementsystemen sauber abgebildet werden.

Multi- und Cross-Channel

"In Zukunft wird es immer wichtiger sein, mehrere Kanäle gleichzeitig zu bedienen und diese gut miteinander zu vernetzen", so Reupert. Beispielsweise können integrierte Prozesse in den Webshops von Einzelhändlern eine Funktion bieten, über die der Besucher herausfindet, ob ein Artikel in einer bestimmten Filiale vorrätig ist. "Denn nach wie vor informieren sich viele Kunden im Internet und kaufen dann doch im stationären Handel."

Mobile Enablement

Der Trend zum Smartphone hält an und darum ist es für Shop-Betreiber elementar, den Shop-Content auch mobil zur Verfügung zu stellen, um Kunden nicht an technisch fortschrittlichere Konkurrenten zu verlieren.

Produktdatenqualität

Studien haben gezeigt, dass rund ein Drittel der Kaufabbrüche in einem Web-Shop auf der Produktdetailseite erfolgen. Daher ist die Qualität von Produktbeschreibungen und Produktbildern elementar wichtig. Um sich von der Konkurrenz abzuheben, rät Reupert: Besser als die Mitbewerber über Produkte informieren, bessere Usability und effektive Suchmaschinenoptimierung.

Quelle: Achim Reupert, Experte des Dienstleisters Nionex, auf Mittelstandsmanager.de

Seit 2012 konzentriert sich Fab verstärkt darauf, ausgefallene Produkte zu verkaufen, die auf keiner anderen Shoppingplattform erhältlich sind. Damit hat der Gründer des Shops, Jason Goldberg, im vergangenen Jahr in den USA und Europa über 150 Millionen Dollar Umsatz gemacht.

Um den Bereich exklusiver Ware weiter auszubauen, beschlossen Jason Goldberg und sein Partner Bradford Shellhammer nun, maßangefertigte Möbel in das Programm aufzunehmen. Die Wahl für eine Akquisition fiel nach der Evaluation verschiedener Unternehmen schließlich auf die Hamburger: Ab sofort können die Fab Kunden Möbel individuell gestalten und herstellen lassen.

Die Produkte laufen unter dem Namen „Fab Designed by You“ auf fab.com. Mit dem Unternehmen Massivkonzept, das derzeit rund 45 Mitarbeiter und 7000 Kunden hat, macht Fab die dritte Akquisition in Europa und wird bald 250 Mitarbeiter in der Fab Europazentrale in Berlin haben.

Retouren im Online-Handel

Kunden schicken mehr zurück

Viele Online-Händler stellen eine steigende Zahl von Rücksendungen fest. In einer aktuellen Umfrage des Forschungsinstituts ibi research an der Universität Regensburg gab jeder zweite Händler an, dass seine Retourenquote in den letzten Jahren gestiegen ist. Die Mehrheit rechnet mit einer weiteren Zunahme in den kommenden Jahren.

Auswahlbesteller

Die Rücksendungen sind aus Sicht der Händler vor allem darauf zurückzuführen, dass der Artikel dem Kunden nicht gefällt oder – in der Modebranche – er nicht passt. Dritthäufigster Retourengrund seien Auswahlbestellungen, bei denn Kunden bereits beim Kauf eine Rücksendung einiger Artikel einkalkulieren.

Unbestimmter Kostenfaktor

Die durchschnittlichen Kosten pro zurückgeschicktem Artikel schätzen die Online-Shop-Betreiber sehr unterschiedlich ein. Die Angaben sind breit gestreut und reichen von unter fünf bis 75 Euro. Mehr als jeder Dritte kann die Kosten nicht schätzen.

Hausmittel

Die Händler sehen durchaus Möglichkeiten ihre Retourenquote zu senken. Mit Abstand als am wichtigsten erachten sie in diesem Zusammenhand eine detaillierte Produktbeschreibung und -darstellung.

Prüfung selten

Mehr als 50 Prozent der von ibis research befragten Händler sagen, dass Sie Bestellungen nicht dahingehend überprüfen, ob der Kunde eine hohe Retourenwahrscheinlichkeit aufweist. Sie begründen das überwiegend mit einem zu hohen Aufwand.

Faktor Zahlungsverfahren

80 Prozent erfassen die Retouren je Zahlungsverfahren nicht. Im Schnitt schätzen die Anbieter aber, dass bei Vorkasse am wenigsten Retouren auftreten – beim Versand auf Rechnung dagegen liegt der Wert am höchsten.

Kostenloser Rückversand

Drei Viertel der Online-Händler planen mit Inkrafttreten der neuen EU-Verbraucherrecht-Richtlinie 2014 die Versandkosten bei Retouren auf den Kunden zu übertragen. Gleichzeitig gehen die meisten Befragten aber davon aus, dass ihre Kunden einen kostenlosen Rückversand erwarten.

Fab plant auch weitere Showrooms – als nächstes in Berlin, in der Nähe der Europazentrale. Das ehemalige Team von Massivkonzept wird komplett übernommen und zukünftig in Berlin arbeiten. Daniel Kollmann und Christoph Jung, die beiden Gründer von Massivkonzept, werden Fab Designed by You als General Manager leiten. Dabei ist Jung für Produktentwicklung, Produktion und die technische Entwicklung der Online-Möbelkonfiguratoren zuständig. Der „geborene Wirtschaftler“ Kollmann soll das Unternehmen lenken.

Die beiden Schulfreunde verwirklichten am 1. Oktober 2010 ihren Traum vom eigenen Unternehmen und gründeten das Start-Up „Dein Regal“, das im August 2011 schließlich in „Massivkonzept“ umbenannt wurde. Mit zuletzt 45 Mitarbeitern wollten die beiden Jungunternehmer die Idee umsetzen, individualisierbare Design-Möbel herzustellen und zu verkaufen. Nicht ohne Erfolg: Im Schnitt kauften die Kunden für 765 Euro ein, einer der größten Aufträge erreichte gut 76.500 Euro.

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