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21.01.2010

20:31 Uhr

Großaktionär

Fredriksen bombardiert Tui mit Prüfanträgen

Der Vorstand des Reisekonzerns Tui muss sich bei der Hauptversammlung des Konzerns erneut mit Sonderprüfungsanträgen des norwegischen Großaktionärs John Fredriksen auseinandersetzen. Dabei stehen besonders die Finanzhilfen, mit denen Tui Hapag-Lloyd im vergangenen Jahr beiseite gesprungen ist, im Fokus.

Der Milliardär und Großaktionär John Frederiksen will die Finanzhilfe des Tui-Konzern an Hapag-Lloyd kritisch überprüfen.

Der Milliardär und Großaktionär John Frederiksen will die Finanzhilfe des Tui-Konzern an Hapag-Lloyd kritisch überprüfen.

HB HANNOVER. Bei den Sonderprüfungsanträgen geht es um die Finanzierungshilfen für die in Schieflage geratene Container-Reederei Hapag-Lloyd sowie um mögliche Regelverstöße bei der Ausgabe einer Wandelanleihe im Herbst 2009. Mehrere Anträge des Milliardärs Fredriksen wurden in die Tagesordnung aufgenommen und sollen in der Hauptversammlung Mitte Februar behandelt werden, wie Tui am Donnerstagabend in Hannover mitteilte.

Bereits bei der Hauptversammlung im vergangenen Mai hatte Fredriksens Vertrauter Tor Olav Troim den Tui-Vorstand mit Kritik und Fragen bestürmt. Die damaligen Anträge, die Informationspolitik des Konzerns beim Teilverkauf von Hapag-Lloyd sowie die Vergütung von Vorstandschef Frenzel unter die Lupe nehmen zu lassen, wurden allerdings von der Mehrheit des vertretenen Aktienkapitals abgelehnt. Der Vorstand rät den Aktionären auch diesmal dazu, alle Forderungen Fredriksens abzuweisen.

Finanzhilfen im Fokus

Diesmal zielt der streitbare Großaktionär auf die Finanzhilfen, mit denen Tui Hapag-Lloyd im vergangenen Jahr beiseite gesprungen ist. Die Reederei wird inzwischen auch mit einer Staatsbürgschaft gestützt. Fredriksen geht es vor allem darum, ob der Vorstand "seine rechtlichen Pflichten verletzt und der Gesellschaft einen Schaden zugefügt hat", als er "überproportionale Beiträge" zur Finanzierung von Hapag-Lloyd geleistet habe, ohne angemessene "Einflussmöglichkeiten und Teilhaberechte an künftigen Gewinnen und Wertsteigerungen" zu vereinbaren. Dazu will er einen Sonderprüfer einsetzen. Der Vorstand weist die Vorwürfe zurück.

Außerdem will Fredriksen die Informationspolitik des Vorstands bei der Ausgabe einer Wandelanleihe unter die Lupe nehmen lassen. Die Tui hatte sich im November 217,8 Millionen Euro über eine solche Anleihe besorgt. Fredriksen stellt nun den korrekten Umgang mit Insiderinformationen infrage, was der Vorstand bestreitet.

Fredriksen will Rechte beschneiden

Der Norweger wirft dem Tui-Management vor, sich dass es sich bei der Ausnutzung bestehender Ermächtigungen zur Kapitalbeschaffung "nicht ausschließlich am Interesse der Gesellschaft" orientiere. Daher will er auch die Ermächtigungen zur Kapitalbeschaffung beschneiden lassen. So soll der Vorstand nur noch im deutlich geringeren Maße das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrats erhöhen dürfen. Auch sollen die Altaktionäre in diesen Fällen das Recht auf Zeichnung der neuen Aktien erhalten.

Die Anteilseigner stimmen am 17. Februar bei der Hauptversammlung im Hannover Congress Centrum über die Anträge ab.

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