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18.07.2013

10:49 Uhr

Großaktionär Peltz

Pepsi soll sich Milka schnappen

Nelson Peltz gilt als aggressiver Anleger: Er sorgte dafür, dass der Lebensmittelriese Kraft sich aufspaltete. Nun will er Pepsi zum Kauf des Milka-Konzerns Mondelez drängen. Eine Alternative hat er auch parat.

Pepsi-Dosen: Der Konzern steht unter Druck, sich auf Snacks zu fokussieren. ap

Pepsi-Dosen: Der Konzern steht unter Druck, sich auf Snacks zu fokussieren.

Düsseldorf/New YorkIm April begann die Gerüchteküche zu brodeln. Die Anlagegesellschaft Trian Fund Management von Investor Nelson Peltz hatte bekannt gegeben, Aktien des Cola-Produzenten Pepsi und des Milka-Herstellers Mondelez in je dreistelliger Millionenhöhe gekauft zu haben. Die Aufregung war groß, denn in der Lebensmittelbranche kennt sich Peltz aus. Er kaufte einmal das Softdrink-Unternehmen Snapple, investierte in Firmen wie den Ketchup-Hersteller Heinz und die Pizza-Kette Domino's.

Jetzt ist der Plan des 71-Jährigen keine Spekulation mehr: Er versucht Pepsi dazu zu drängen, Mondelez zu kaufen. In der Firma hat der Kraft-Konzern sein internationales Lebensmittelgeschäft gebündelt und abgespalten. Bis zu 67,8 Milliarden Dollar (51,7 Milliarden Euro) solle Pepsi der Zukauf wert sein, sagt Peltz. „Pepsi ist am Scheideweg“, sagte er am Mittwoch in New York. Das Unternehmen habe eine Struktur geerbt, die nicht mehr funktioniere. Der Lebensmittelkonzern hat zwei große Geschäftsfelder: Getränke und Snacks.

Nelson Peltz: Der Großinvestor mischt sich gern in die Strategie seiner Anlageobjekte ein. ap

Nelson Peltz: Der Großinvestor mischt sich gern in die Strategie seiner Anlageobjekte ein.

Sollte sich Pepsi-Chefin Indra Nooyi, mit der er sich mehrfach getroffen habe, gegen den Deal wehren, schlägt er eine Alternative vor. Pepsi solle das Getränkegeschäft von seiner Snacksparte trennen: Pepsi ohne Cola.

Pepsi plane nicht, Mondelez zu kaufen, zitierte die Nachrichtenagentur Bloomberg eine Person, die mit den Vorgängen vertraut sei. Denn Mondelez entwickele sich unterdurchschnittlich und die starke Abhängigkeit von langsam wachsenden westeuropäischen Märkten machten einen solchen Zukauf zu einem Risiko. Auch die Abspaltung des Getränkegeschäfts sei keine Alternative. Pepsi teilte offiziell mit, eine Wachstumsstrategie etabliert zu haben, die auch den Aktionären nütze.

Deutschlands größte Getränkehersteller

Platz 10

PepsiCo - 9,75 Millionen Hektoliter

Während Pepsi dem großen roten Konkurrenten international die Stirn bieten kann – in Deutschland schafft es die Limo-Marke nur knapp in die Top 10. Zu den Marken des Konzerns gehören unter anderem Mountain Dew, 7 Up, Tropicana und der Energydrink Rockstar.
Quelle: Lebensmittelzeitung, Daten für 2012

Platz 9

Oettinger-Gruppe - 10,6 Millionen Hektoliter

Mit der Fokussierung auf billiges Bier ist die Oettinger-Gruppe zu einer der größten Brauereien des Landes aufgestiegen.

Platz 8

Riha Richard Hartinger - 11 Millionen Hektoliter

Riha ist Deutschlands größter Fruchtsafthersteller. Dazu zählt etwa die Marke Fruchtquell.

Platz 7

AB-Inbev - 12 Millionen Hektoliter

Die Brauerei-Gruppe steht für Marken wie Beck's und Hasseröder.

Platz 6

Radeberger - 13 Millionen Hektoliter

Die Brauerei gehört zum Oetker-Imperium und vertreibt ab 2015 Pepsi-Produkte in ganz Deutschland.

Platz 5

Bitburger- 14 Millionen Hektoliter

Die Brauerei aus der Eifel hat neben der Stammmarke etliche weitere Biermarken im Angebot wie König Pilsener oder Licher.

Platz 4

Schäff-Gruppe - 19 Millionen Hektoliter

Das Aldi-Mineralwasser Altmühltaler stammt von der Schäff-Gruppe ebenso wie zahlreiche andere Eigenmarken von Discountern.

Platz 3

Hansa-Heemann - 24 Millionen Hektoliter

Auch an Rang drei steht ein Produzent von Handelsmarken für Discounter.

Platz 2

Mitteldeutsche Erfrischungsgetränke MEG - 26,8 Millionen Hektoliter

Die 100-prozentige Tochter der Schwarz-Gruppe produziert alle Handelsmarken der konzerneigenen Supermarktketten Lidl und Kaufland und hat es damit innerhalb weniger Jahre an die Spitze der deutschen Getränkehersteller geschafft. Das Unternehmen aus Sachsen-Anhalt ist heute der größte Mineralwasserproduzent Deutschlands.

Platz 1

Coca-Cola - 36,5 Millionen Hektoliter

Der rote Riese regiert auch den Getränkemarkt in Deutschland mit deutlichem Abstand. Die Zentrale zog 2003 von Essen nach Berlin. Mit Fanta wurde eine der großen internationalen Marken des Konzerns von der deutschen Tochter erfunden.

Ein Zukauf von Mondelez könnte zumindest ein Problem beheben: den künstlich kreierten Firmennamen. „Ich hasse den Namen Mondelez“, so Peltz. „Er klingt wie eine Krankheit.“ Für Pepsi scheint sich derweil Peltz zu einem Geschwür zu entwickeln, mit dem das Unternehmen umgehen muss. Ende März hielt er bereits Pepsi-Aktien im Wert von 940 Millionen Euro, insgesamt kommt Pepsi laut Bloomberg-Daten auf eine Marktkapitalisierung von rund 128 Milliarden Dollar. Zudem hält Peltz Mondelez-Papiere im Wert von 726 Millionen Euro.

Kommentare (4)

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Eva1811

18.07.2013, 11:40 Uhr

Da wird wohl auch noch die weltweite Aufsichtsbehörde ein Wörtchen mitreden sollte Pepsi an Milka interessiert sein und sie kaufen wollen anscheinend ist auch der Markt der Snacks und Softdrinks so hart, das nur noch die Globalplayer und Weltmarken überleben und sogar die ringen um jede Dose, Flasche und Snack... oder ist die Gier nach Dollars und Aktienplatzierung grösser als das Augemerk auf die Kunden weltweit.... (es gibt immer noch Unstimmigkeiten der Kunden beim Einkauf, da viele renommierte Marken jetzt plötzlich anders heisst und wir uns nur schwer daran gewöhnen..vom Preis ganz zu schweigen!...der Mensch ist ein Gewohnheitstier... stimmt.... )

Nachwuchs

18.07.2013, 13:18 Uhr

Riesen aufspalten? Ich bekam bisher nur mit: Manager erhöhen sich die Gehälter in unendliche Höhe, für Fehler brauchen sie nicht zu haften und aus Mitarbeiter, normal bezahlt wurden nur noch "Sklaven", die ihr Einkommen selber zahlen sollen, gemacht. Auch Privatisierung fällt darunter. Die preise explodieren, Leistungen werden schlechter und die beteiligten Politiker, alles geheim? Habne Sie auf ihre Privatkonten Millionen abgeführt?

OhnePeltzIstBesser

18.07.2013, 14:54 Uhr

Das schlimme an Leuten wie Peltz ist das Sie sich für unfehlbare Gurus der Branche halten und so auftreten. NEin, für Ihn steht nicht im Vordergrund das Unternehmen an dem er sich beteiligt zu optimieren, er möchte gerne wie alle "Heuschrecken" kurzfrist Geld realsisieren. Kraft Foods mußte auf seinen Druck hin erfolgreiche Bereiche wie die Ceraliensparte, immerhin No 2 im Markt, verkaufen und dann wurde eine Ausschüttung an die Aktionäre vorgenommen, nur das hat Ihn interessiert. Die Aufteilung von Kraft Foods und Mondelez hat er nur gemacht weil die US Sparte höhere Margen realsieren kann, er also mehr Dividende bekommt. Warum sollte ein Spezialist für Getränke und Snacks sich einen Gemischtwarenteil wie Mondelez zulegen, macht keinen Sinn man wäre Jahre beschäftigt das Unternehmen zusammenzuführen. Es kann nicht sein das ein Kleinaktionär und das ist er trotz seiner Mill Beteiligungen auftriti wie ein Firmeninhaber... er soll die CEO's dieser Konzerne mal in Ruhe lassen, bei Kraft ging das nur weil er mit Irene Rosenfeld im selben Club ist...

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