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10.11.2014

17:14 Uhr

Großbritannien-Geschäft

Aldi kündigt 35.000 neue Jobs an

Der britische Discountermarkt boomt: Der deutsche Supermarktkriese Aldi wittert seine Chance und will die Zahl der Filialen mehr als verdoppeln. 35.000 neue Jobs sollen so geschaffen werden.

Der deutsche Discounter Aldi macht der britischen Konkurrenz schwer zu schaffen. dpa

Der deutsche Discounter Aldi macht der britischen Konkurrenz schwer zu schaffen.

LondonDer Lebensmitteldiscounter Aldi will massiv in Großbritannien expandieren. Aldi kündigte am Montag an, das Unternehmen wolle die Zahl seiner Filialen im Vereinigten Königreich und die seiner Angestellten mehr als verdoppeln. In den kommenden acht Jahren wolle Aldi 35.000 neue Jobs schaffen, 550 neue Filialen eröffnen und 600 Millionen Pfund (764 Millionen Euro) investieren.

Die Discounter-Kette Aldi setzt ihren seit Jahren andauernden Siegeszug in Großbritannien fort. Der Umsatz im Vereinigten Königreich sei im vergangenen Jahr um 36 Prozent auf 5,3 Milliarden Pfund gestiegen, teilte Aldi Ende September mit. Der Vorsteuergewinn stieg den Angaben zufolge um 65 Prozent auf 260,9 Millionen Pfund.

In den Jahren 2014 und 2015 will Aldi in Großbritannien mehr als 100 neue Filialen eröffnen. Dann hätte der Discounter dort mehr als 600 Läden. Bis 2022 soll die Grenze von 1000 erreicht sein. Allein in diesem Jahr will Aldi auf der Insel 9000 Mitarbeiter neu einstellen. Derzeit liegt der Marktanteil von Aldi im britischen Lebensmitteleinzelhandel bei 4,8 Prozent.

So verteilen sich die Aldi-Filialen über die Welt

Deutschland

Den Heimatmarkt haben sich Aldi Nord und Aldi Süd aufgeteilt. Hier hat Aldi Nord deutlich mehr Filialen. Das Unternehmen mit Sitz in Essen kommt auf rund 2500 Geschäfte. Aldi Süd mit Sitz in Mülheim an der Ruhr kommt auf mehr als 1800 Filialen.

Australien

Auf mehr als 295 Geschäfte kommt Aldi Süd in Australien. Seit dem Jahr 2001 hat das Unternehmen dort die Expansion vorangetrieben.

Belgien

In Belgien ist Aldi seit dem Jahr 1976 vertreten. Aldi Nord betreibt im Benelux-Land mehr als 440 Filialen.

Dänemark

Unter dem Namen „Aldi Marked“ gibt es Aldi Nord auch in Dänemark. Der Markteinstieg erfolgte 1977, heute kommt Aldi im Nachbarland auf mehr als 230 Filialen.

Frankreich

Eins der größten Aldi-Länder ist Frankreich. Aldi Nord ist dort seit 1988 aktiv und betreibt mehr als 920 Filialen unter dem Namen „Aldi Marché“.

Irland

Den Einstieg auf der grünen Insel wagte Aldi erst 1999. In Irland ist Aldi Süd vertreten und zählt dort mittlerweile mehr als 95 Filialen.

Großbritannien

Mehr als 470 Filialen hat Aldi Süd in Großbritannien. Seit 1990 ist der Discounter dort vertreten.

Luxemburg

Im kleinen Benelux-Land ist Aldi seit dem Jahr 1991 vertreten. Aldi Nord zählt in Luxemburg ein Dutzend Geschäfte.

Niederlande

Die Niederlande waren das erste Land, in das Aldi Nord expandiert. Seit dem Jahr 1973 sind dort mehr als 500 Filialen entstanden.

Österreich

Aldi Süds Markteintritt in Österreich erfolgte bereits 1968. In der Alpenrepublik hat der Discounter mehr als 440 Filialen, die dort „Hofer“ heißen.

Polen

Relativ neu ist Aldi in Polen. Im Nachbarland ist Aldi Nord erst seit 2008 vertreten. Mittlerweile haben dort mehr als 70 Filialen geöffnet.

Portugal

Mehr als 30 Geschäfte betreibt Aldi Nord in Portugal. Dort ist der Discounter seit dem Jahr 2006 aktiv.

Schweiz

Man glaubt es kaum, aber die Schweiz ist erst seit wenigen Jahre „Aldi-Land“. Seit 2005 expandiert Aldi Süd in die Alpenrepublik. Dort gibt es inzwischen mehr als 160 Filialen, die unter „Aldi Suisse“ laufen.

Slowenien

Slowenien ist Aldi Süd-Land. Dort ist die Kette seit dem Jahr 2005 aktiv. Mehr als 65 Filialen gibt es mittlerweile unter dem Namen „Hofer“.

Spanien

Im Krisenland Spanien eröffnete die erste Aldi-Filiale im Jahr 2002. Aldi Nord kommt dort inzwischen auf mehr als 260 Geschäfte.

Ungarn

In Ungarn ist Aldi Süd noch nicht allzu lange vertreten. Im Jahr 2008 erfolgte der Markteintritt. Inzwischen kommt Aldi dort auf die Zahl von mehr als 85 Geschäften.

USA

Nach Deutschland sind die USA das Aldi-Land mit den meisten Filialen. Aldi Süd ist dort seit 1976 vertreten und betreibt mehr als 1230 Filialen. Dazu kommen rund 470 Filialen von Aldi Nord, die dort Traeder Joe's heißen.

Quelle: Unternehmen, Stand: 4. April 2013

Die großen britischen Supermärkte hatten im vergangenen Jahr mit Preisnachlässen und Rabattaktionen auf die Erfolge der deutschen Discounter Aldi und Lidl reagiert. Eine Trendumkehr schafften sie jedoch nicht.

„Die Preisnachlässe haben nur dazu geführt, dass die Kunden noch mehr darauf achten, was die Supermärkte verlangen und gezeigt, dass unsere Preise nicht schlagbar sind“, sagte der Chef von Aldi Großbritannien, Matthew Barnes.

Gegen die deutschen Discounter dürfte es die vergleichsweise teure Supermarktkette ohnehin schwer haben. Auch weltweit verlieren die Briten. In einer Rangliste der Unternehmensberatung Deloitte rückte die Schwarz-Gruppe, zu der Lidl und Kaufland gehören, in die Liste der vier größten Einzelhändler der Welt vor, auch Aldi verbesserte sich von Rang neun auf Platz acht. Tesco hingegen fiel von Platz zwei auf Platz fünf zurück.

Für die Supermarktkette Tesco läuft es ohnehin nicht rund. Der Gigant aus Großbritannien musste seinen Gewinn für das erste Halbjahr nach unten korrigieren. Die Manager hatten sich um rund 200 Millionen Pfund verrechnet. Das Unternehmen stellte einen neuen Finanzchef vor, der den Fehler untersuchen und Tesco gegen die Konkurrenz besser aufstellen soll.

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