Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.09.2014

10:48 Uhr

Großbritannien-Offensive

Aldi lässt Tesco und Sainsbury zittern

Der deutsche Discounter plant eine große England-Offensive: Aldi will die Anzahl seiner Filialen in Großbritannien verdoppeln – und Millionen investieren. Die britische Konkurrenz reagiert mit drastischen Maßnahmen.

Aldi und Lidl wollen nach Großbritannien

Der Kampf um die Wurst auf der Insel

Aldi und Lidl wollen nach Großbritannien: Der Kampf um die Wurst auf der Insel

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Aldi will die Briten erobern: Der deutsche Discounter kündigte an, die Anzahl seiner Läden auf der Insel fast verdoppeln zu wollen. Bis 2021 sollen rund 1000 Aldi-Filialen in Großbritannien stehen. Derzeit sind es 530. Für die englische Konkurrenz ist das keine gute Nachricht.

Die britische Supermarktkette Morrison hatte gerade erst verkündet, dass man sich gegen das Vordringen von den großen deutschen Discountern Aldi und Lidl wehren wolle. Aldi lässt diese Drohung offenbar kalt. Der im Ruhrgebiet basierte Konzern reagierte darauf mit der Ankündigung, rund 70 Millionen Pfund (88 Millionen Euro) in seine englische Zentrale investieren zu wollen. Bis die Erweiterung 2017 fertig gestellt ist, mietet sich Aldi zudem ein zweites Gebäude in Atherstone, der englischen Zentrale, hieß es in einem Statement.

Nach Angaben des Unternehmens eröffnete es 2013 bereits 42 neue Filialen. Auch in diesem Jahr sollen etliche neue Aldi-Ableger entstehen. Man plane 54 weitere Läden für das Jahr 2014, hieß es vom Konzern. Zusätzlich dazu wolle Aldi stark hinter den Kulissen investieren, sagte Manager Roman Heini laut einer Erklärung. Das dürfte vor allem Infrastruktur und Lieferungen betreffen.

So verteilen sich die Aldi-Filialen über die Welt

Deutschland

Den Heimatmarkt haben sich Aldi Nord und Aldi Süd aufgeteilt. Hier hat Aldi Nord deutlich mehr Filialen. Das Unternehmen mit Sitz in Essen kommt auf rund 2500 Geschäfte. Aldi Süd mit Sitz in Mülheim an der Ruhr kommt auf mehr als 1800 Filialen.

Australien

Auf mehr als 295 Geschäfte kommt Aldi Süd in Australien. Seit dem Jahr 2001 hat das Unternehmen dort die Expansion vorangetrieben.

Belgien

In Belgien ist Aldi seit dem Jahr 1976 vertreten. Aldi Nord betreibt im Benelux-Land mehr als 440 Filialen.

Dänemark

Unter dem Namen „Aldi Marked“ gibt es Aldi Nord auch in Dänemark. Der Markteinstieg erfolgte 1977, heute kommt Aldi im Nachbarland auf mehr als 230 Filialen.

Frankreich

Eins der größten Aldi-Länder ist Frankreich. Aldi Nord ist dort seit 1988 aktiv und betreibt mehr als 920 Filialen unter dem Namen „Aldi Marché“.

Irland

Den Einstieg auf der grünen Insel wagte Aldi erst 1999. In Irland ist Aldi Süd vertreten und zählt dort mittlerweile mehr als 95 Filialen.

Großbritannien

Mehr als 470 Filialen hat Aldi Süd in Großbritannien. Seit 1990 ist der Discounter dort vertreten.

Luxemburg

Im kleinen Benelux-Land ist Aldi seit dem Jahr 1991 vertreten. Aldi Nord zählt in Luxemburg ein Dutzend Geschäfte.

Niederlande

Die Niederlande waren das erste Land, in das Aldi Nord expandiert. Seit dem Jahr 1973 sind dort mehr als 500 Filialen entstanden.

Österreich

Aldi Süds Markteintritt in Österreich erfolgte bereits 1968. In der Alpenrepublik hat der Discounter mehr als 440 Filialen, die dort „Hofer“ heißen.

Polen

Relativ neu ist Aldi in Polen. Im Nachbarland ist Aldi Nord erst seit 2008 vertreten. Mittlerweile haben dort mehr als 70 Filialen geöffnet.

Portugal

Mehr als 30 Geschäfte betreibt Aldi Nord in Portugal. Dort ist der Discounter seit dem Jahr 2006 aktiv.

Schweiz

Man glaubt es kaum, aber die Schweiz ist erst seit wenigen Jahre „Aldi-Land“. Seit 2005 expandiert Aldi Süd in die Alpenrepublik. Dort gibt es inzwischen mehr als 160 Filialen, die unter „Aldi Suisse“ laufen.

Slowenien

Slowenien ist Aldi Süd-Land. Dort ist die Kette seit dem Jahr 2005 aktiv. Mehr als 65 Filialen gibt es mittlerweile unter dem Namen „Hofer“.

Spanien

Im Krisenland Spanien eröffnete die erste Aldi-Filiale im Jahr 2002. Aldi Nord kommt dort inzwischen auf mehr als 260 Geschäfte.

Ungarn

In Ungarn ist Aldi Süd noch nicht allzu lange vertreten. Im Jahr 2008 erfolgte der Markteintritt. Inzwischen kommt Aldi dort auf die Zahl von mehr als 85 Geschäften.

USA

Nach Deutschland sind die USA das Aldi-Land mit den meisten Filialen. Aldi Süd ist dort seit 1976 vertreten und betreibt mehr als 1230 Filialen. Dazu kommen rund 470 Filialen von Aldi Nord, die dort Traeder Joe's heißen.

Quelle: Unternehmen, Stand: 4. April 2013

Aldi und Lidl haben den englischen Lebensmittelmarkt ordentlich durcheinander gewirbelt. Durch ihren Markteintritt mussten die bisherigen Riesen Morrison, Tesco, Sainsbury und Wal-Mart nicht nur ihre Preise deutlich senken – sie haben auch deutlich an Marktanteilen verloren. Allein im vergangenen Jahr haben Aldi und Lidl der englischen Konkurrenz gemeinsam 1,6 Prozentpunkte geklaut, fand das Kantar Worldpanel Ende August heraus. Insgesamt kommen sie nun auf einen Marktanteil von 8,4 Prozent. Die Tendenz: steigend.

Morrison will nun reagieren und seine Preise um eine Milliarde Pfund (1,26 Milliarde Euro) in den nächsten Jahren senken. Damit sollen die Konsumenten zurück in die Läden gelockt werden, verkündete die Supermarktkette am Freitag. Die ersten Ergebnisse sollen, so die Hoffnung von Morrison, schon am Ende des zweiten Halbjahres 2014 zu sehen sein.

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr wulff baer

12.09.2014, 11:31 Uhr

Man sollte den tüchtigen Aldi-Leuten einmal den Nobel-Preis für Kunden-Orientierung verleihen, anstatt ständig auf ihnen herumhacken.
Dank Aldi können wir vielleicht die Inflations-Spielchen unserer Falschgeld-Druckerei torpedieren.

Sergio Puntila

12.09.2014, 13:21 Uhr

Maggi Thatcher hat eben gründlich auf solide deutsche Marken gesetzt damals.
Kann man nix sagen: funzt.

Herr Bernd Gregorzewski

12.09.2014, 14:46 Uhr

Als wenn die Aldi Leute dies aus Kundenfreundlichkeit machen würden. Die wollen ihre Markmacht ausbauen und stärken. Rein profiforientiert sowie hinterlistig zu Mitarbeitern und Lieferanten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×