Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.01.2007

09:26 Uhr

Große finanzielle Probleme

Finanzinvestoren wollen Alitalia übernehmen

Alitalia könnte in den Besitz von Private-Equity-Investoren übergehen. Die Angebotsfrist für Italiens finanziell angeschlagene Fluggesellschaft läuft am heutigen Montag aus. Den möglichen Käufern dürften die neuesten Geschäftszahlen aber gar nicht gefallen.

tak/kk DÜSSELDORF/MAILAND. Da sich die großen Airlines wie Lufthansa bei dieser Kaufoption derzeit zurückhalten, wird es immer wahrscheinlicher, dass internationale Finanzinvestoren zum Zuge kommen werden. Der italienische Finanzminister Tommaso Padoa-Schioppa ließ am Freitag wissen, er habe keine Vorbehalte gegenüber Privat-Equity-Fonds. Bis heute um Mitternacht haben die potenziellen Bieter Zeit, ihr Interesse an Alitalia zu bekunden, die noch zu 49,9 Prozent dem italienischen Staat gehört.

Auf den Käufer kommt eine Mammutaufgabe zu, denn Alitalia hat seit 2002 keinen Gewinn mehr geschrieben. Laut Ausschreibung müssen die Interessenten zusätzlich zum Übernahmepreis – derzeit ist Alitalia an der Börse 1,5 Mrd. Euro wert – eine Anleihe in Höhe von 715 Mill. Euro übernehmen. Hinzu kommen die Investitionen, um Alitalia wieder auf die Beine zu bringen.

Die italienischen Fluglinie Alitalia macht eigenen Angaben zufolge täglich über 1 Mill. Euro Verlust. Für 2006 werde ein Minus von etwa 380 Mill. Euro erwartet, nach zuletzt schätzungsweise 221 Millionen, teilte der Konzern am Sonntagabend mit. Die Börsenaufsicht hatte von Alitalia jüngst bis Sonntag die Bekanntgabe der aktuellen Prognose gefordert.

Insgesamt interessieren sich derzeit mindestens drei Private-Equity-Fonds für Alitalia. Dazu soll die amerikanische Texas Pacific Group zählen, deren Gründer David Bonderman Chairman von Ryanair ist. Die beiden anderen Namen sind der britische Finanzinvestor BC Partners und der italienische Fonds Management & Capitali (M&C). Außerdem hat der italienische Investor Paolo Alazraki, der Vorstandsvorsitzende der Investmentgesellschaft Real Dreams Italy Interesse bekundet. Auch der italienische Lufthansa-Partner Air One von Carlo Toto, der auf die Unterstützung der Banca Intesa Sanpaolo zählen kann, soll zu den Bietern gehören. Unklar ist noch, wie sich der bisherige Alitalia-Partner Air France-KLM verhalten wird, der mit zwei Prozent an Alitalia beteiligt ist.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×