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05.11.2012

22:07 Uhr

Großfusionen überprüfen

Kartellamt knöpft sich Krankenhausmarkt vor

Der Gesundheitskonzern Fresenius will im Krankenhausmarkt durch Übernahmen wachsen. Solche Pläne nimmt das Bundeskartellamt künftig genauer unter die Lupe. Eine Konzentration im Markt solle vermieden werden.

Das Kartellamt fürchtet bei Großfusionen Verzerrungen im Krankenhausmarkt. dpa

Das Kartellamt fürchtet bei Großfusionen Verzerrungen im Krankenhausmarkt.

EssenDas Bundeskartellamt will Pläne für Großfusionen im deutschen Krankenhausmarkt, wie sie etwa der Gesundheitskonzern Fresenius verfolgt hatte, sehr kritisch prüfen. "Wir sind gerade in diesem Bereich sehr aufmerksam", sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt am Montagabend in Essen. Auch Krankenhäuser seien Unternehmen. Seine Behörde werde Zusammenschlüsse in diesem Bereich weiter prüfen, egal ob die Träger der Krankenhäuser kirchlich, kommunal oder privatwirtschaftlich organisiert seien, betonte Mundt. Für die Patienten sei es egal, welchen Träger ein Krankenhaus habe.

Die später zurückgezogenen Pläne von Fresenius für eine Übernahme von Rhön Klinikum zeigten, was im Krankenhaussektor passieren könne - "wir wissen nicht, was noch an Konzentrationswirkung auf uns zukommt", warnte Mundt. Das Kartellamt wolle sicherstellen, dass Krankenhäuser gute Leistungen zu guten Preisen erbringen würden.

Fresenius hatte Pläne für eine Übernahme des Krankenhauskonzerns Rhön Klinikum bis auf Weiteres zu den Akten gelegt. Fresenius hatte bei seinem Übernahmeversuch nicht so viele Rhön-Aktien einsammeln können, wie der Konzern eigentlich geplant hatte. Fresenius will aber bei weiteren Gesprächen über Zusammenschlüsse in der Branche mitreden.

Auch die gesetzlichen Krankenkassen stünden im Wettbewerb, betonte Mundt. Dies zeigten etwa die Unterschiede bei den Zusatzbeiträgen. Für das Kartellamt sei es letztlich egal, wie viele Krankenkassen es in Zukunft geben werde: "Mir sind auch zehn Krankenkassen recht, wenn sie sich Wettbewerb machen", sagte Mundt.

Es müsse aber nicht in allen Bereichen des regulierten deutschen Gesundheitswesen Wettbewerb eingeführt werden, sagte Mundt weiter. "Aber es gibt Punkte, an denen Wettbewerb seine segensreiche Wirkung entfalten kann." Die von der Bundesregierung geplante Modernisierung des Wettbewerbsrechts soll die Kompetenzen des Kartellamts im Gesundheitswesen ausweiten.

Von

rtr

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