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13.03.2014

10:48 Uhr

Großzügiger Modekonzern

Hugo Boss stockt Dividende auf

Hugo Boss kann sich wieder auf die Heimatmärkte verlassen – besser als jemals zuvor: Die Schwaben machen im Europageschäft Rekord-Umsätze und gute Gewinne, auch die Aktionäre profitieren. Und Hugo Boss will noch mehr.

Stehen aktuell gut da: Hugo Boss will weiter expandieren, das Geschäft in der Heimat läuft gut, da ist es zu verkraften, wenn mutmaßliche Zukunftsmärkte enttäuschen. dpa

Stehen aktuell gut da: Hugo Boss will weiter expandieren, das Geschäft in der Heimat läuft gut, da ist es zu verkraften, wenn mutmaßliche Zukunftsmärkte enttäuschen.

MetzingenDer Modekonzern Hugo Boss will seinen Aktionären für das abgelaufene Geschäftsjahr eine höhere Dividende zahlen. Für 2013 sollen die Anteilseigner 3,34 Euro je Aktie erhalten, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Im Vorjahr hatte Hugo Boss 3,12 Euro gezahlt. Der Edelschneider schüttet damit 70 Prozent seines Gewinns aus, der 2013 bei 329 Millionen Euro lag. Der Erfolg der eigenen Hugo Boss-Läden aber auch geringere Preisnachlässe hatten dem Konzern im vergangenen Jahr auf die Sprünge geholfen. Hugo Boss plant 50 neue Filialen sowie weitere Übernahmen von Verkaufsflächen.

Dabei will sich Hugo Boss nicht auf seinem Rekordjahr ausruhen und bei Umsatz und Gewinn weiter zulegen. „Ich bin zuversichtlich, dass wir unser Wachstumstempo gegenüber dem Vorjahr noch erhöhen werden“, sagte Vorstandschef Claus-Dietrich Lahrs am Donnerstag in Metzingen. Umsatz und Ergebnis sollten 2014 währungsbereinigt um einen hohen einstelligen Prozentsatz steigen. Von Reuters befragte Analysten trauen dem mit Herrenmode groß gewordenen Konzern allerdings ein noch kräftigeres Wachstum um zehn Prozent in diesem Jahr zu. Hugo Boss setzt schon länger auf den Ausbau seiner eigenen Geschäfte, in denen er höhere Preise als im heiß umkämpften Großhandel durchsetzen kann.

Im vergangenen Jahr war der Umsatz vor Währungseffekten um sechs Prozent auf ein Rekordhoch von 2,4 Milliarden Euro gestiegen, wie der Konzern bereits Anfang Februar berichtet hatte. Das bereinigte Ergebnis (Ebitda) hatte sich um sieben Prozent auf 565 Millionen Euro erhöht. Angesichts der schwachen Konjunktur in Europa, dem größten Luxuswarenmarkt der Welt, sei Boss mit diesem Ergebnis zufrieden, sagte Lahrs.

Herrenanzüge und Damenmode waren am stärksten in Europa gefragt, vor allem in Frankreich und Großbritannien. In den Großstädten ließen Touristen die Kassen bei Boss klingeln. Das mit Marken wie Tommy Hilfiger, Ralph Lauren oder Burberry konkurrierende Modehaus konnte außerdem höhere Preise verlangen, da Rabatte gesenkt wurden. In Asien blieb das Wachstum mit währungsbereinigt vier Prozent schwach, der starke Euro ließ den Umsatz um zwei Prozent sinken. Flaute herrschte vor allem in China. Dort bremste die schwächere Konjunktur und das Vorgehen der Regierung gegen Korruption die Nachfrage nach Luxuswaren.

Die Aufstockung der Dividende kommt vor allem dem Hauptaktionär, dem Finanzinvestor Permira, zugute. Dieser hat sein Aktienpaket im vergangenen Jahr auf 56 von 66 Prozent verringert.

Die Profitabilität der eigenen Läden der Kette verbesserte sich 2013 weiter. Die Rohertragsmarge stieg um 330 Basispunkte auf 64,9 Prozent und näherte sich damit dem Branchenschnitt von 67 Prozent weiter an. Gemessen am Ebitda blieben im vergangenen Jahr 23 Prozent vom Umsatz als Gewinn hängen. Mittelfristig soll die Rendite auf 25 Prozent steigen. Dieses Ziel war ursprünglich für 2015 geplant. Boss hatte es unter anderem wegen schwächerer Verkäufe in China verschoben. Am Umsatzziel von drei Milliarden Euro im kommenden Jahr halten die Schwaben jedoch fest.

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